SBV Nordalbingia Leipzig

nichtschlagende Studentenverbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Schwarzburgverbindung Nordalbingia war eine nichtschlagende, farbenführende Studentenverbindung in Leipzig. Sie ist mangels aktiver Mitglieder vertagt.[1]

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Wappen
Wappen der SBV Nordalbingia
Bundesland:Baden-Württemberg
Hochschulorte:Pforzheim, Karlsruhe, Bretten, Bruchsal
Gründungsdatum:29. Juni 1870
Verband:Schwarzburgbund (SB)
SB internes Kürzel:(No)
Status:vertagt
Couleur:
Blau-Gold-Schwarz
Mensur:nichtschlagend
Wahlspruch:Fest und treu!
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Couleur und Wahlspruch

Die Nordalbingia hat die Farben Blau-Gold-Schwarz mit goldener Perkussion. Ihr Wahlspruch lautet „Fest und treu“.

Geschichte

Die Verbindung wurde am 29. Juni 1870[2] vor allem von evangelischen Theologen in Leipzig als Christlich-deutsche Studentenverbindung Nordalbingia gegründet, die der christlichen Studentenverbindung Uttenruthia Erlangen und der SBV Tuiskonia Halle angehörten. Im Jahr 1871 wurde die Nordalbingia in das bestehende Kartell zwischen Uttenruthia und Tuiskonia aufgenommen. 1885 wurde zunächst ein Vierbund zwischen Uttenruthia-Erlangen, Tuiskonia-Halle, Nordalbingia-Leipzig und Sedinia-Greifswald geschlossen, wenig später gründete sie gemeinsam mit der Uttenruthia Erlangen, Tuiskonia Halle und Sedinia Greifswald zu Pfingsten 1887 den Schwarzburgbund[3].[1] Stand 1907 hatte sie 307 Alte Herren, 15 Aktive und Inaktive und stand 1923 318 Philister und 30 Aktive.[1]

Nach der Auflösung der Leipziger Freien Studentenschaft 1911 war die Nordalbingia maßgeblich an der Gründung des „Allgemeinen Studenten-Ausschusses“ beteiligt. Bis zum Jahr 1935 wuchs die Nordalbingia beträchtlich und leistete 1919 „Geburtshilfe“ bei der Verbindung Rauenstein in Dresden. 1907 mietete der Philisterverein auf dem Grlmmalschen Steinwag Nr. 8 eine Etage mit Kneip- und Conventszimmer. Zum 40. Stiftungsfest konnte in der Karlstraße 3 ein Verbindungshaus gemietet werden.[1]

Nach 1910 gab die Verbindung, manchen praktischen Beitrag zur studentischen Sozialarbeit, mehrere Farbenbrüder beteiligten sich an Arbeiter-Unterrichtskursen. 1911 war die Nordalbingla nach der Auflösung der Leipziger Freien Studentenschaft maßgeblich an der Begründung eines „Allgemeinen Studenten-Ausschusses“ beteiligt und fand damit' die besondere Anerkennung des damaligen Rektors Lamprecht. Einmal war auch der Dichter Caesar Fleischlen Gast auf der Kneipe. Während des 1. Weltkrieges wurde das Haus wieder aufgegeben.[1]

Nach Friedensschluss wurden in der Süd-, dann in der Sidonienstraße Kneipräume angemietet. Zum 50. Stiftungsfest erschienen 32 Philister. Neben dem Philisterverein entstand ein „Verein alter Nordalbinger“, der zum 60. Stiftungsfest ein Haus in der Kreuzstr. 1c erwarb. Am 13. Juli 1930 wurde das neue Heim eingeweiht. Im Jahr 1933 musste der Stiftungsfestkonvent einstimmig beschließen, dass die Aktivität in die SA eintritt. Die Jugend jener Zeit wurde in ihrer idealistischen Begeisterung vom Gedanken ergriffen, „am großen Aufbau Deutschlands in vorderster Front teilhaben zu dürfen“. Das Heim wurde in ein „Kameradschaftshaus“ umgewandelt, es wurden 12 bis 24 Betten aufgestellt. Ende des Wintersemesters 1935 stellte der Rauenstein als eigenständige Verbindung seine Tätigkeit ein und schloss sich mit seinem gesamten Philisterium der Nordalbingia an.[1]

Statt sich gleichschalten zu lassen, löste sich die aktive Nordalbingia nach einem 65-jährigen Bestehen am 31. Dezember 1935 auf. Das Haus wurde verkauft., aber der Philisterverein bestand weiterhin. Die Hamburger SB-Verbindung Schauenburg übernahm die Leipziger Tradition, während in Mitteldeutschland das Korporationsleben ruhte. Am 23. März 1976 wurde Rauenstein in Dortmund reaktiviert. Diese übernahm im Sommersemester 1987 die Patenschaft für die Nordalbingia.[1]

Am 1. Mai 2000 wurde die Nordalbingia in der Region Mittelbaden als "Schwarzburgverbindung Nordalbingia Leipzig zu Pforzheim und Mittelbaden" reaktiviert.[1] Es kam dabei auch zur Aufnahme von Studentinnen als Mitglieder. Am 31. Dezember 2004 wurde die aktive Verbindung vertagt. Es besteht nur noch ein Philisterverein, der sich in Karlsruhe zu einem Stammtisch trifft.[1] 2012 hatte die Nordalbingia 16 Mitglieder, die der Verbindung zwischen 1987 und 2006 beigetreten sind.

Die Nordalbingia war in den Jahren 1889, 1901 und 1923 Vorort des Schwarzburgbundes.

Bekannte Mitglieder

  • Heinrich Behm (1853–1930), lutherischer Theologe und Landesbischof von Mecklenburg-Schwerin
  • Hans-Joachim Elster (1908–2001), Professor für Biologie, Limnologe
  • Albert Gümbel (1866–1931), Archivar
  • Wilhelm Heitmüller (1869–1926), evangelischer Theologe
  • Willy Möbius (1879–1964), Physiker
  • Christian Reimpell (1858–1926), lutherischer Theologe und Hauptpastor am Lübecker Dom
  • Wilhelm Reinhard (1860–1922), Generalsuperintendent in Pommern, Präsident des Volkstags der Freien Stadt Danzig (1920/21)
  • Hermann Schäfer (1892–1966), Politiker (DDP, FDP, FVP, DP), Vizepräsident des Deutschen Bundestags, Bundesminister für besondere Aufgaben, Unterzeichner des Grundgesetzes
  • Friedrich Veit (1861–1948), lutherischer Theologe, Kirchenpräsident der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern

Ehrenmitglieder

  • Adolf von Harnack (1851–1930), Königlich Preußischer Wirklicher Geheimrat, protestantische Theologe und Kirchenhistoriker, Wissenschaftsorganisator in Preußen
  • Christoph Ernst Luthardt (1823–1902), Theologe und Professor für Dogmatik und Exegese in Marburg

Siehe auch

Literatur

  • 10-jährige Geschichte der christlichen Studentenverbindung „Nordalbingia“ zu Leipzig. Leipzig 1882.
  • Nachruf für Wilhelm Reinhard. In: die Schwarzburg 1/1923, S. 1 f.
  • Todesfälle: Adolf von Harnack. In: der Schwarzburgbund 7/1930, S. 15 f.
  • Nachruf für Heinrich Behm. In: der Schwarzburgbund 7/1930, S. 329 f.
  • 100 Jahre Nordalbingia. In: die schwarzburg Nr. 2, 1970, S. 44–47.
  • Günter W. Zwanzig, Ernst W. M. Sievers: Geschichte des Schwarzburgbundes. Band I: Von der Gründung bis 1933, Schwarzburg 2010, ISBN 978-3-939413-17-2.
  • Michael Doeberl, Alfred Bienengräber (Hrsg.): Das akademische Deutschland. Band 2: Die deutschen Hochschulen und ihre akademischen Bürger. C. A. Weller, Berlin 1931. S. 933.

Einzelnachweise

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