Salinomycin

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Salinomycin ist ein Polyether-Antibiotikum und wird von Streptomyces albus gebildet.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Salinomycin
Allgemeines
Freiname Salinomycin
Andere Namen

(2R)-2-[(5S,6R)-6-[(1S,2S,3S,5R)-5-[(2S,5R,7S,9S,10S,12R,15R)-2-[(2R,5R,6S)-5-Ethyl-5-hydroxy-6-methyl-2-tetrahydropyranyl]-15-hydroxy-2,10,12-trimethyl-1,6,8-trioxadispiro[4.1.57.35]pentadec-13-en-9-yl]-2-hydroxy-1,3-dimethyl-4-oxoheptyl]-5-methyl-2-tetrahydropyranyl]buttersäure (IUPAC)

Summenformel
  • C42H70O11 (freie Säure)
  • C42H69O11Na (Natriumsalz)
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 258-290-1
ECHA-InfoCard 100.052.974
PubChem 72370
ChemSpider 2342058
DrugBank DB11544
Wikidata Q411909
Arzneistoffangaben
ATC-Code

QP51AH01

Eigenschaften
Molare Masse
  • 751,00 g·mol−1 (freie Säure)
  • 772,98 g·mol−1 (Natriumsalz)
Schmelzpunkt
  • 112,5–113,5 °C (freie Säure)[1]
  • 140–142 °C (Natriumsalz)[2]
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]

Gefahr

H- und P-Sätze H: 300
P: 264301+310[1]
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Synthese und Eigenschaften

Das Makromolekül ist strukturell eine Dispiro-Ketal-Verbindung und wird auf dem Polyketidweg biosynthetisiert. Die chemische Totalsynthese wurde erstmals 1998 beschrieben.[3]

Anwendung

Veterinärmedizin

Das Natriumsalz von Salinomycin wird als Futtermittelzusatzstoff (E 766) zur Verhütung der Kokzidiose bei Masthühnern und Mastkaninchen verwendet. Außer gegen Kokzidien wirkt es gegen bestimmte grampositive Bakterien, nicht jedoch gegen Enterobakterien. In der für Hühner angewendeten Konzentration ist Salinomycin giftig für Pferde und Puten.

Die maximal zulässige Rückstandskonzentration in der EU liegt bei Masthühnern bei 5 μg/kg Salinomycin in allen feuchten Geweben.[4]

Humanmedizin

In der Humanmedizin wird die Anwendung von Salinomycin in der Behandlung bestimmter Krebserkrankungen erforscht, da es zum Zelltod (Apoptose) bei sogenannten Tumorstammzellen führen soll.[5][6][7][8][9][10] Neue Erkenntnisse zeigen jedoch, dass Salinomycin Zellen durch Ferroptose tötet[11], da Tumorstammzellen erhöhtes Eisen aufweisen[12].

Einzelnachweise

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