Futtermittelzusatzstoff
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Futtermittelzusatzstoffe werden einer Futtermischung oder Einzelfuttermitteln zugesetzt, um eine bestimmte Wirkung beim Tier, auf das Futter oder auf aus Tieren gewonnenen Lebensmittel zu erzielen.
Einteilung
Futtermittelzusatzstoffe lassen sich je nach Funktion verschiedenen Gruppen zuordnen:[1]
- Technologische Zusatzstoffe, die die Beschaffenheit von Futtermitteln verbessern und stabilisieren. Zu ihnen gehören etwa
- Sensorische Zusatzstoffe
- Aromastoffe zur Verbesserung von Geruch oder Geschmack des Futters
- Farbstoffe dienen der Farbgebung des Futters oder der aus einem Tier gewonnenen Lebensmittel. Sie werden auch zur Beeinflussung der Farbe von Zierfischen und -vögeln verwendet. Manches Zierfischfutter enthält beispielsweise Carotinoide und Krebstiere, um die Farbenpracht bestimmter Fischarten zu erhöhen.
- Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe dienen dazu, den Bedarf von Tieren an bestimmten Nähr- oder Wirkstoffen zu decken. Dazu gehören:
- Aminosäuren inkl. Salze und Analoga
- Spurenelemente
- Vitamine, Provitamine und ähnliche Stoffe
- Harnstoff und seine Abkömmlinge
- Zootechnische Zusatzstoffe, die die Leistung von gesunden Tieren oder die Auswirkungen auf die Umwelt positiv beeinflussen sollen. Sie umfassen auch Verdaulichkeitsförderer und Stoffe zur Stabilisierung der Darmflora wie:
- Kokzidiostatika und Histomonostatika beugen Infektionen mit einzelligen Parasiten wie der Kokzidiose und Histomoniasis vor. Beispiele für Vertreter dieser Gruppe sind Monensin und Salinomycin.
Diese Einteilung basiert auf der Verordnung EG 1831/2003 (Tierernährungs-Zusatzstoffe-Verordnung), die in der Europäischen Union die Futtermittelzusatzstoffe reguliert. Diese Verordnung löste 2004 die zuvor geltende Richtlinie 70/524/EWG (Zusatzstoffe in der Tierernährung) ab.[2]
In der Schweiz sind die Futtermittelzusatzstoffe durch die Futtermittel-Verordnung (FMV) und Futtermittelbuch-Verordnung (FMBV) reguliert und werden durch Agroscope überwacht.[3] Die Verordnungen unterteilen die Stoffe vergleichbar zur EU-Gesetzgebung in technologische, sensorische, ernährungsphysiologische und zootechnische Futtermittelzusatzstoffe sowie Kokzidiostatika und Histomonostatika.[4][5]
Probleme
Besonders die als Futtermittelzusatzstoffe eingesetzten Schwermetalle Zink und Kupfer können sich durch die Ausbringung von Wirtschaftsdünger auf intensiv genutzten Flächen anreichern, wie Daten einer Bodenbeobachtung zwischen 1985 und 2009 an Messstellen in der Schweiz ergaben.[6]
Siehe auch
Weblinks
- Regelung der Futtermittelzusatzstoffe in der Europäsichen Union (englisch)
- Futtermittelzusatzstoffe auf der Website der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit
- Liste der für Futtermittel zugelassenen Zusatzstoffe, Website des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
- Datenbankregister der EU-Futtermittelzusatzstoffe