Sam Edwards (Physiker)

britischer Physiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Sir Samuel Frederick Edwards (* 1. Februar 1928 in Swansea, Wales; † 7. Mai 2015[1] in Cambridge, England) war ein britischer Physiker.

Samuel Edwards (2006)

Leben

Samuel Edwards wurde als Sohn von Richard und Mary Jane Edwards geboren. Er besuchte die Grammar School in Swansea und studierte dann am Gonville and Caius College der University of Cambridge. Nach dem Master wechselte er an die Harvard University, wo Julian Seymour Schwinger seine Doktorarbeit betreute.[2] Als Postdoktorand arbeitete er ab 1952 am Institute for Advanced Study in Princeton, bevor er wieder ins Vereinigte Königreich zurückkehrte. Er forschte an der University of Birmingham (1953–58) bei Rudolf Peierls, dann an der University of Manchester (1958–72), wo er 1963 Professor für theoretische Physik wurde. 1972 wechselte er als John Humphrey Plummer Professor an seine Heimatuniversität nach Cambridge und lehrte von 1984 bis zu seiner Emeritierung 1995 als Cavendish-Professor Physik. Außerdem war er von 1992 bis 1995 Pro-Vice-Chancellor der Universität Cambridge.

Edwards arbeitete auf dem Gebiet der kondensierten Materie, besonders interessierten ihn Polymerphysik, Spin-Gläser und granulare Materie. Er führte 1958 quantenfeldtheoretische Methoden in die statistische Physik ein.[3] Er untersuchte Systeme mit eingefrorener Unordnung (englisch quenched disorder). Zusammen mit Philip Warren Anderson schlug er 1975 den Replika-Trick vor und arbeitete über Spin-Gläser[4], dann mit R. T. Deam über die Gummi-Elastizität[5], mit D. R. Wilkinson über granulare Materie[6] und mit R. B. S. Oakeshott über Pulver.[7] Mit Masao Doi stellte er das Reptationsmodell für die Bewegung verschlaufter Polymere auf.[8] Unter anderem für die Erweiterung dieses Modells auf Basis der Vorarbeiten von Edwards erhielt Pierre-Gilles de Gennes 1991 den Nobelpreis für Physik.[9]

Zu seinen Doktoranden gehört Nigel Goldenfeld.

1953 heiratete er Merriell E. M. Bland, mit der er einen Sohn und drei Töchter bekam.[10]

Veröffentlichungen

  • Mehr als 250 Arbeiten in wissenschaftlichen Zeitschriften[11]
  • Mit Meinolf Dierkes und Rob Coppock: Technological Risk. Oelgeschlager, Gunn and Hain, Cambridge/Mass. 1980, ISBN 0-89946-059-3 (=Publication of the Science Center Berlin, Vol. 23)
  • Mit Masao Doi: The Theory of Polymer Dynamics. Clarendon Press, Oxford 1986, ISBN 0-19-851976-1, 6. Auflage 2001, ISBN 0-19-852033-6 (=International series of monographs on physics, Band 73)
  • Mit Shaul M. Aharoni: Rigid polymer networks. Springer, Berlin [u. a.] 1994, ISBN 3-540-58340-8, (=Advances in polymer science, Band 118)

Preise und Ehrungen

Mitgliedschaften

Literatur

  • Paul M. Goldbart, Nigel Goldenfeld und David C. Sherrington: Stealing the gold. A celebration of the pioneering physics of Sam Edwards. Clarendon Press, Oxford 2004, ISBN 0-19-852853-1 (=International series of monographs on physics, no. 126)
  • Who’s Who in America, 2007, S. 1260, ISBN 0-8379-7006-7
  • Who’s Who, 2006, S. 670, ISBN 0-7136-7164-5
Commons: Sam Edwards – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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