Sambunigrin

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Sambunigrin ist ein cyanogenes Glycosid. Das am Nitril D-konfigurierte Stereoisomer wird als Prunasin, das Gemisch der beiden Diastereomeren Prunasin + Sambunigrin wird als Prulaurasin[S 1] bezeichnet.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Struktur von Sambunigrin
Allgemeines
Name Sambunigrin
Andere Namen
  • L-Mandelonitril-β-D-glucopyranosid
  • (S)-O-β-D-Glucopyranosylmandelonitril
  • (S)-(β-D-Glucopyranosyloxy)phenylacetonitril
  • L-Prunasin
Summenformel C14H17NO6
Kurzbeschreibung

cyanogenes Glycosid[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
  • 99-19-4 [Sambunigrin, (S)-(–)-Form in der Seitenkette]
  • 138-53-4 [Prulaurasin, Diastereomerengemisch; (RS)-Form in der Seitenkette]
PubChem 91434
ChemSpider 82563
Wikidata Q2217000
Eigenschaften
Molare Masse 295,29 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

151–152 °C[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[2]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Geschichte

Sambunigrin wurde zum ersten Mal 1905 aus dem Schwarzen Holunder isoliert.[3]

Vorkommen

Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)

Verschiedene Teile des Schwarzen Holunders (Sambucus nigra) wie Blätter, Rinde, Samen und unreife Beeren enthalten erhebliche Mengen an Sambunigrin.[4] Auch der Kanadische Holunder (Sambucus canadiensis) bildet zum Teil Sambunigrin. Die Fähigkeit hierzu ist bei der Pflanze allerdings sehr variabel ausgeprägt und öfter fehlt sie auch ganz.[5]

Chemische Eigenschaften

Wenn der Zuckeranteil (Glucose) durch eine (unspezifische) β-Glucosidase abgespalten wird, entsteht das freie Cyanhydrin. Dieses zerfällt spontan oder enzymkatalysiert in Benzaldehyd und HCN (Blausäure). Durch Erhitzen zerfällt Sambunigrin und verliert somit seine toxische Wirkung. Der Drehwert beträgt −76,3° (λ = 598 nm, in Essigester).[6]

  1. Externe Identifikatoren von bzw. Datenbank-Links zu Prulaurasin: CAS-Nr.: 138-53-4, PubChem: 120639, ChemSpider: 107701, Wikidata: Q27893921.

Literatur

  • Campa, C. et al. (2000): Analysis of cyanogenic glycosides by micellar capillary electrophoresis. J Chromatogr B Biomed Sci Appl. 739(1), 95–100. PMID 10744317.

Einzelnachweise

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