Samson von Himmelstjerna
Adelsgeschlecht
From Wikipedia, the free encyclopedia
Samson-Himmelstjerna, früher auch Samson von Himmelstjerna, ist der Name eines ursprünglich aus den Niederlanden stammenden baltischen Adelsgeschlechts. 1819 hatte das Geschlecht den Beinamen „Himmelstjerna“ angenommen. Zweige bestehen heute noch in Deutschland, in den Vereinigten Staaten, in Frankreich und in Russland.

Geschichte
Der Stammvater des Geschlechts ist Naeman Samson († 1583). Er kam 1568 aus Putten in Gelderland – vielleicht auch aus Putte in Nordbrabant – nach Riga und wurde dort Hauptmann der Stadtsoldaten. Sein Sohn Hermann Samson, von König Gustav Adolf 1622 zum Superintendenten von Livland ernannt, wurde von Königin Kristina am 19. September 1640 als Samson in den Adelsstand erhoben. Er begründete die heute weit verzweigte Familie. Die Nachkommen waren überwiegend als Verwaltungsbeamte, Juristen und Gutsbesitzer in Livland, Estland und auf der Insel Oesel ansässig. Die Samson-Himmelstjerna waren in allen vier baltischen Ritterschaften, aber auch in Sachsen und in Schweden immatrikuliert.
Der Urururenkel von Naeman Samson, Carl Gustav Samson von Himmelstjerna (1750–1825), Livländischer Landmarschall und Landrat, hatte fünf Söhne: Carl Hermann (1777–1858), Reinhold Johann Ludwig (1778–1858), Wilhelm Gustav (1781–1858), Georg Friedrich (1783–1864) und Richard Bruno (1794–1844). Diese wurden die Stammväter der fünf Linien Rauge, Urbs, Walling, Parzemois und Uelzen. Bis zur Selbständigkeit Lettlands und Estlands lebten die Familienmitglieder fast ausschließlich im Baltikum.[1][2]
Bereits 1872 wanderte Raoul von Samson-Himmelstjerna in die Vereinigten Staaten von Amerika aus, wo er den amerikanischen Zweig der Familie gründete.
Nach Weltkrieg und Revolution siedelte das Geschlecht in den 1920er Jahren größtenteils nach Deutschland über. Mit der Zwangsumsiedlung der letzten Familienangehörigen in das Wartheland im Jahre 1939 endete das Wirken der Familie im Baltikum. Gegenwärtig ist das Gut Falkenberg bei Schleswig im Besitz eines Zweiges.
Nikolai von Samson-Himmelstjerna siedelte sich nach dem Ersten Weltkrieg in Frankreich an und wurde Ahnherr des französischen Zweiges. Sein Bruder Georg (Juri) blieb in Russland, und noch heute leben Nachkommen in Moskau.
Seit 1931 besteht ein Familienverband.
Wappen

Das Wappen im Adelsdiplom von 1640 ist gleich dem Stammwappen: Schild gespalten; rechts in Silber ein blauer Stern, links in Gold ein hersehender, rotbezungter schwarzer Stierkopf. Auf dem Helm mit rechts golden-blau-silbernen, links silbern-blau-goldenen Decken ein schwarzer Flügel, rechts davor der Stern. Die Motive Stierkopf und Stern kamen auch häufig in Wappen von Familien beziehungsweise Würdenträgern im Gebiet der Veluwe, Gelderland (NL) vor.
Bekannte Namensträger
- Hermann Samson (1579–1643), Pastor in Riga, Superintendent in Riga 1622–1643
- Carl Gustav Samson von Himmelstjerna (1750–1825), livländischer Landmarschall und Landrat[3]
- Reinhold Samson von Himmelstjerna (1778–1858), livländischer Jurist und Politiker
- Hermann Samson von Himmelstjerna (1800–1881), russischer Generalleutnant und Kommandeur der Gewehrfabrik in Tula[4]
- Wilhelm Samson von Himmelstiern (1804–1862), Präsident des Evangelisch-Lutherischen Konsistoriums in St. Petersburg[5]
- Guido Samson von Himmelstjerna (1809–1868), Arzt, Professor für Staatsarzneikunde
- Ferdinand Samson von Himmelstiern (1816–1888), Präsident der Estländischen Adeligen Güter-Kredit-Kasse[6]
- Hermann Samson von Himmelstiern (1826–1908), livländischer Landespolitiker und Ingenieur[7]
- Ottokar von Samson-Himmelstjerna (1840–1906), livländischer Landrat[8]
- Friedrich von Samson-Himmelstjerna (1872–1958), livländischer Landespolitiker[9]
- Ingeborg von Hubatius-Himmelstjerna (1889–1964), deutsche Schriftstellerin
- Nora von Samson-Himmelstjerna (1891–1982), estnische Graphikerin und Malerin
- Carmen von Samson-Himmelstjerna (* 1963), Pseudonym Sylveline Schönwald, deutsche Literaturwissenschaftlerin und Schriftstellerin
Literatur
- Ludwig Stieda: Samson-Himmelstjerna, Guido von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 30, Duncker & Humblot, Leipzig 1890, S. 315–317.
- Astaf von Transehe-Roseneck: Genealogisches Handbuch der baltischen Ritterschaften. E. F. ab 1929/ auch Genealogisches Handbuch der livländischen Ritterschaft. Band 1, Lfg. 1–9, Hrsg. Verband des livländischen Stammadels, C. A. Starke Verlag, Görlitz 1929, S. 174–192.
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Alter Adel und Briefadel. 1932. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1931.
- Hans-Otto von Samson-Himmelstjerna: Familiengeschichte von Samson-Himmelstjerna. Selbstverlag, Stuttgart 1936. DNB 576362352
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil B (Briefadel). 1937. Jahrgang 29, Justus Perthes, Gotha 1936.
- Hans Friedrich von Ehrenkrook, Carola von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck, Johann Georg von Rappard, Hans-Jürgen von Witzendorff: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. B (Briefadel). 1956. Band II, Band 12 der Gesamtreihe GHdA. Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Glücksburg (Ostsee) 1956, ISSN 0435-2408, S. 366–387.; Folgebände Limburg (Lahn): B VIII/41-1968, B XV/83-1984, B XXVI/140-2006.
- Christoph Franke, Klaus von Andrian-Werburg: Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon. Band XII, Band 125 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Limburg/Lahn 2001, ISSN 0435-2408, S. 232–233.
- Ulf von Samson-Himmelstjerna: Familiengeschichte von Samson-Himmelstjerna (Neubearbeitung/Ergänzung d. Chronik von 1936). Selbstverlag, Burgbrohl 2001. DNB 1079429832
- Michael Garleff: Samson-Himmelstjerna. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 22. Duncker & Humblot, Berlin 2005, ISBN 3-428-11203-2, S. 408 (deutsche-biographie.de).
Weblinks
- Eintrag in der Datenbank des Riddarhuset
- Familienverband Samson von Himmelstjerna