San Paternian

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San Paternian war bis zum Abriss im Jahr 1871 rund ein Jahrtausend lang eine Kirche im venezianischen Sestiere San Marco südöstlich der Kirche San Luca. Paternianus lebte im 4. Jahrhundert und gilt als erster Bischof von Fano in den Marken, dessen Schutzpatron der Heilige ist. Im Stadtbild erinnern nur noch die gleichnamige Brücke (Ponte San Paternian) und die entsprechende Gasse (Calle San Paternian), die sich westlich an den Campo Daniele Manin anschließen, an die ehemalige Kirche.

Der Glockenturm der im Jahr 1871[1] abgerissenen Kirche San Paternian, die dem Campo Manin weichen musste, weil Daniele Manin dort gewohnt hatte.
Campo Manin mit Denkmal für Daniele Manin, die umgebende Architektur fügt sich nicht immer in die venezianische Architektur ein.

Geschichte

Die Kirche, die der Legende nach im früheren 10. Jahrhundert auf Initiative der ortsansässigen Familie Muazzo erbaut wurde, stand auf dem heutigen Campo Manin. Dieser war bis zum Umbau im dritten Viertel des 19. Jahrhunderts neben der Paternianuskirche mit einem Brunnen (Pozzo) ausgestattet, wie er in Venedig für die Trinkwasserversorgung üblich war. Außerdem hieß der Platz noch Campo San Paternian, während er seit dem Abriss der Kirche Campo Manin heißt. Dieser Platz wird von einem kolossalen Denkmal für den Revolutionär und Präsidenten der Repubblica di San Marco von 1848/1849 beherrscht.

Die älteste Karte Venedigs, entstanden um 1380
Lodovico Ughi: Die drei Kirchen San Luca, San Benetto und San Paternian in einem Plan der Stadt von 1729 (Ausschnitt)

Die romanische Kirche brannte mehrfach nieder, so etwa in den Jahren 976, 1105 und 1168. Erkennbar ist sie erstmals auf dem Plan von Fra’ Paolino Minorita, der ältesten bekannten Karte der Stadt, die in der Biblioteca Nazionale Marciana aufbewahrt wird. Abbildungen aus späterer Zeit zeigen eine schlichte Fassade ohne nennenswerte Verzierungen.

Infolge der napoleonischen Dekrete wurde die Kirche 1810 als Gemeindekirche aufgelöst und in ein Lagerhaus verwandelt. 1871 wurde die Kirche abgerissen, um Platz für das besagte Denkmal zu schaffen und den Platz zu Füßen der Rialtobrücke zu vergrößern.

Grundriss und nähere Umgebung der Kirche

Der um 899 gebaute Glockenturm (Campanile) war in Venedig einzigartig, denn er wies ein fünfeckiges Äußeres auf, innen jedoch wies er einen runden Raum nach dem Vorbild der Glockentürme von Ravenna auf. Zwei Doppelfenster auf jeder Seite im Glockenstuhl ließen Licht herein. Bei seinem Abriss fanden sich Ziegelsteine mit römischen Markierungen, byzantinische Reliefs und ein verziertes Kreuz aus griechischem Marmor.[2]

Literatur

  • Marcello Brusegan: Guida insolita ai misteri, ai segreti, alle leggende e alle curiosità delle chiese di Venezia, Newton Compton, 2004, S. 386.
  • Marco Boschini: Le ricche miniere della pittura veneziana, Francesco Nicolini, Venedig 1674, Sestier di S. Polo, S. 100 f. („Chiesa di S.Paterniano, Preti“). (Digitalisat)
  • Antonio Maria Zanetti: Descrizione di tutte le pubbliche pitture della citta' di Venezia e isole circonvicine: o sia Rinnovazione delle Ricche minere di Marco Boschini, colla aggiunta di tutte le opere, che uscirono dal 1674. sino al presente 1733, Pietro Bassaglia al segno della Salamandra, Venedig 1733, S. 291. (Digitalisat)
  • Giuseppe Ceccarelli: I vescovi delle diocesi di Fano, Fossombrone, Cagli e Pergola - Cronotassi. Con brevi cenni storici e artistici sulle origini delle città e delle diocesi, Fondazione Cassa di Risparmio di Fano, Fano 2005, S. 42.
Commons: San Paternian – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

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