San Yu
myanmarischer Politiker
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San Yu (burmesisch: စန်းယု; * 3. März 1918 in Thegon (Bago-Division), Britisch-Indien; † 28. Januar 1996 in Rangun) war ein burmesischer General und Staatsmann, der vom 9. November 1981 bis zum 27. Juli 1988 als fünfter Präsident von Myanmar amtierte.

Leben
San Yu wurde während der britischen Kolonialherrschaft in Thegon geboren. Seine Eltern waren U Shane Wat und Daw Thein Shein.[1] Er studierte zwei Jahre lang Medizin am Medical College der Rangoon University. 1942 schloss er sich während des Zweiten Weltkriegs der Burmese Independence Army an. Am 23. Januar 1947 wurde San Yu zum Hauptmann befördert. Später wurde er als treuer Gefolgsmann von Ne Win zum Oberstleutnant (1949), zum Oberst (1956) und schließlich zum Brigadegeneral (1959) befördert und mit hochrangigen Stellen innerhalb der Tatmadaw betraut. Nach dem Militärputsch von 1962, bei dem sein Vertrauter Ne Win die Macht an sich riss, wurde Brigadegeneral San Yu am 15. Februar 1963 stellvertretender Stabschef der Armee. Er wurde später zum General befördert und am 20. April 1972 Oberbefehlshaber der Tatmadaw sowie Verteidigungsminister.[2] Von 1963 bis 1972 war er Finanzminister.[3][4] San Yu war außerdem maßgeblich an der Ausarbeitung einer neuen sozialistischen Verfassung beteiligt, welche 1974 in Kraft trat
Am 9. November 1981 wählte die damalige burmesische Legislative (Pyithu Hluttaw) San Yu zum Präsidenten der Sozialistischen Republik der Union Birma. Die Position des Präsidenten war jedoch eher ein repräsentatives Amt im Schatten des autoritär regierenden Parteichefs Ne Win. Bis 1985 galt San Yu als wenig einflussreich, doch dann ernannte ihn Ne Win, der den wichtigen Posten des Vorsitzenden der regierenden Burma Socialist Program Party innehatte, zu seinem Stellvertreter und damit faktisch zu seinem designierten Nachfolger. Mit dem 8888 Uprising (der zu einem Militärputsch führte) im Jahr 1988 musste San Yu jedoch zurücktreten. Er zog sich danach aus der offiziellen Politik zurück und verbrachte die letzten Jahre seines Lebens in Rangun, wo er 1996 an einer Herzschwäche starb. Er war verheiratet und hinterließ vier Kinder.[5]