Sankt Marein im Mürztal

Marktgemeinde im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag, Steiermark From Wikipedia, the free encyclopedia

Sankt Marein im Mürztal ist eine Marktgemeinde mit 2879 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) im Gerichtsbezirk Bruck an der Mur und im politischen Bezirk Bruck-Mürzzuschlag in der Steiermark.

Schnelle Fakten Marktgemeinde, Wappen ...
Marktgemeinde
Sankt Marein im Mürztal
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Sankt Marein im Mürztal
Sankt Marein im Mürztal (Österreich)
Sankt Marein im Mürztal (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Steiermark Steiermark
Politischer Bezirk: Bruck-Mürzzuschlag
Kfz-Kennzeichen: BM
Fläche: 29,49 km²
Koordinaten: 47° 28′ N, 15° 22′ O
Höhe: 537 m ü. A.
Einwohner: 2.879 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 98 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 8600, 8641
Vorwahl: 03864
Gemeindekennziffer: 6 21 46
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Hauptplatz 1
8641 St. Marein im Mürztal
Website: www.stmarein-mzt.at
Politik
Bürgermeister: Günther Ofner (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2025)
(15 Mitglieder)
5
6
4
5 6 4 
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Sankt Marein im Mürztal im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag
Lage der Gemeinde Sankt Marein im Mürztal im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag (anklickbare Karte)AflenzBreitenau am HochlantschBruck an der MurKapfenbergKindbergKrieglachLangenwangMariazellMürzzuschlagNeuberg an der MürzPernegg an der MurSankt Barbara im MürztalSankt Lorenzen im MürztalSankt Marein im MürztalSpital am SemmeringStanz im MürztalThörlTragöß-Sankt KathareinTurnauSteiermark
Lage der Gemeinde Sankt Marein im Mürztal im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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Schloss Graschnitz um 1830, Lith. Anstalt J.F. Kaiser, Graz

Geografie

Sankt Marein im Mürztal liegt nordöstlich von Kapfenberg an der Mürz. Vom Mürztal, in etwas über 500 Meter Seehöhe, steigt das Gemeindegebiet nach Süden zu den bewaldeten Fischbacher Alpen bis auf 1600 Meter an. Die Gemeindefläche beträgt rund 30 Quadratkilometer, wovon fast 80 Prozent bewaldet und zwölf Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche sind.[1]

Eingemeindungen

Mit 1. Jänner 2015 wurde Sankt Marein im Mürztal im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark mit der Gemeinde Frauenberg vereinigt.[2]

Gemeindegliederung

Sankt Marein im Mürztal besteht aus vier Katastralgemeinden (Fläche Stand 31. Dezember 2023[3]):

  • Frauenberg (2.061,22 ha)
  • Graschnitz (71,66 ha)
  • Sonnleiten (578,75 ha)
  • St. Marein im Mürztal (237,38 ha)

Die Gemeinde gliedert sich in sechs Ortschaften (Einwohner Stand 1. Jänner 2025[4]):

  • Frauenberg (80)
  • Graschnitz (256)
  • Graschnitzgraben (81)
  • Sankt Marein im Mürztal (1594)
  • Schaldorf (858)
  • Sonnleiten-Wieden (10)

Nachbargemeinden

Kapfenberg Sankt Lorenzen im Mürztal
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Kindberg
Bruck an der Mur Pernegg an der Mur Breitenau am Hochlantsch
Schloss Graschnitz

Geschichte

Funde zeigen, dass das Gebiet von Sankt Marein bereits in der Jungsteinzeit besiedelt war. In der Zeit der Römischen Besatzung wurde in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung eine Straße durch das Mürztal gebaut. Der Stadlhof in Schaldorf war wahrscheinlich ein Gasthof mit Stallung in dieser Zeit.

Im Jahr 1040 wurde von den Grafen von Eppenstein die Kirche errichtet. Der Eppensteiner Heinrich III. von Kärnten schenkte das Gebiet von Sankt Marein dem Stift St. Lambrecht.

Sankt Marein und Schaldorf (scalchdorf) wird im 12. Jahrhundert mehrfach urkundlich auch gemeinsam erwähnt. Als „in der Greschentz“ wird 1330 Graschnig erstmals genannt.[5] Die Familie der Graschnitzer scheint 1351 urkundlich auf. Nach dem Aussterben dieses Adelsgeschlechtes am Anfang des 15. Jahrhunderts sank der Edelsitz zu einem Bauerngehöft. Es wurde aber nach rund hundert Jahren von den Rindschad wieder zu einem Adelssitz, wechselte in der Folge mehrmals den Besitzer. Sein heutiges Aussehen erhielt das Schloss in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es wurde 1960 renoviert und befindet sich seitdem in Privatbesitz.[6]

An die mehrfachen Pestepidemien des 17. Jahrhunderts erinnern die Sebastiankapelle im Alten Friedhof und die Pestsäule.

Der frühere Name Schalldorf wurde 1883 auf Sankt Marein geändert. Der Name Schaldorf (scalchdof) könnte auf die dort ansässigen halbfreien Nachkommen aus der ehemaligen römischen Bevölkerung, sogenannte Barschalken, hinweisen. Die Gemeinde wurde mit 1. Jänner 1968 zur Marktgemeinde erhoben.[5]

Bevölkerungsentwicklung

Sankt Marein im Mürztal: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
 
860
1880
 
846
1890
 
970
1900
 
1.037
1910
 
1.107
1923
 
1.330
1934
 
1.383
1939
 
1.593
1951
 
2.041
1961
 
2.462
1971
 
2.710
1981
 
2.543
1991
 
2.422
2001
 
2.506
2011
 
2.678
2021
 
2.870
2025
 
2.879
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftssektoren

In den Jahren 1999 bis 2010 nahm die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe von 42 auf 36 ab. Im Produktionssektor gab es 2011 neunzehn Betriebe in der Bauwirtschaft und zehn im Bereich Herstellung von Waren. Beide beschäftigten rund die Hälfte der 179 Erwerbstätigen. Die wichtigsten Arbeitgeber im Dienstleistungssektor waren die Bereiche soziale und öffentliche Dienste mit 176 Erwerbstätigen und der Handel mit 94 Angestellten.[7][8][9]

Weitere Informationen Wirtschaftssektor, Anzahl Betriebe ...
Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011200120112001
Land- und Forstwirtschaft 1) 03642046039
Produktion 03028179233
Dienstleistung 12994454422
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1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Berufspendler

Im Jahr 2011 lebten 1240 Erwerbstätige in Sankt Marein. Davon arbeiteten zwanzig Prozent in der Gemeinde, mehr als 1000 pendelten aus.[10]

Einsatzorganisationen

Das Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Sankt Marein im Mürztal

In Sankt Marein im Mürztal befinden sich drei Einsatzorganisationen (Feuerwehr, Rotes Kreuz, Polizei). Es gibt zwei eigenständige Feuerwehren.

  • Die Freiwillige Feuerwehr Sankt Marein im Mürztal hat ihr Feuerwehrhaus in der Hauptstraße 1b. Die Freiwillige Feuerwehr Frauenberg hat ihren Sitz in der Frauenberger Straße 7.
  • Das Rote Kreuz und die Polizei teilen sich ein Gebäude in der Hauptstraße 1a. Ihr Einsatzgebiet umfasst auch Sankt Lorenzen im Mürztal.

Verkehr


 Arbeitsmarkt 
lokal beschäftigtAuspendler ...Auspendler a...Auspend...Einpendlerlokal beschäftigtAuspendler andere GemeindeAuspendler anderer BezirkAuspendler anderes BundeslandEinpendler

Politik

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Motiv: Gemeindeamt/Rathaus der Gemeinde

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BW

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder.

Bürgermeister

Bürgermeister seit 1850:[15]

Weitere Informationen von, bis ...
vonbisBürgermeister vonbisBürgermeister
18501874Matheus Ofner 19411943Rudolf Eisenkölbl
18741878Alois Posch 19431945Franz Hammer
18781882Josef Weißengruber 1945Sebastian Paller
18831904Alois Posch 19451960Emil Faltus
19041913Georg Baumgartner 19601975Wilhelm Schramm
19131919Erwin Jokesch 19751980Max Schörkmayer
19191922Franz Thomüller 19801993Hans Schenk
19221926Franz Hofer 19932004Franz Anninger
19261931Franz Kollment 20042016Rupert Wrobel (SPÖ)
19331934Konstantin Kammerhofer 20162018Doris Schutting (SPÖ)
19351938Peter Mandelberger seit 9. April 2018Günther Ofner (ÖVP)
19381941Walter Kubitza
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Wappen

Mit Wirkung vom 1. September 1968 hat die Steiermärkische Landesregierung der Marktgemeinde Sankt Marein im Mürztal das Recht zur Führung eines Gemeindewappens verliehen. Die Blasonierung (Wappenbeschreibung) lautet:

„In einem von Grün und Gold schräglinks geteilten Schild oben eine silberne Lilie und unten ein schräglinks gestelltes blaues Sägeblatt.“[16]

Wegen der Gemeindezusammenlegung verloren die Wappen beider Vorgängergemeinden mit 1. Jänner 2015 ihre offizielle Gültigkeit. Die Wiederverleihung von unverändertem Wappen und Beschreibung erfolgte mit Wirkung vom 1. November 2015.[17]
Das Wappen nimmt zunächst Bezug auf den Gemeindenamen, ist also ein redendes Wappen: Die silberne Wappenlilie ist das Symbol der Jungfrau Maria, das auch andere Orte mit Marienkirchen führen, z. B. St. Marein am Pickelbach und Fernitz mit seiner Mariatrost-Wallfahrtskirche. Im vorliegenden Fall wurde eine von den anderen Lilienwappen abweichende Gestaltung gewählt. Durch die silberne Lilie im grünen oberen Schildfeld wird zugleich auf die steirischen Landesfarben Bezug genommen, somit die Gemeinde als eine steirische bezeichnet. Das Sägeblatt bezeichnet deutlich die Sägewerke der Gemeinde und die Holzindustrie im Allgemeinen. Das untere Schildfeld ist golden, um auf die Erwerbsquelle der Gemeinde hinzuweisen.[18]

Trivia

  • 1988 erschien bei MCP das Lied „Sankt Marein“ von den Ohrwürmchen, Text & Musik: Sepp Sacham.[19] Für das Werk wurden sie von der Gemeinde geehrt.
  • 2003 kreierte Sepp Sacham die Mareiner Torte mit dem Wappen von Sankt Marein.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger der Gemeinde

  • Franz Anninger († 2021), Alt-Bürgermeister von Sankt Marein im Mürztal[20]
  • Friedrich Baumgartner († 2020)[21]
  • Hans Gross (1930–1992), Landeshauptmann-Stellvertreter

Söhne und Töchter der Gemeinde

Einzelnachweise

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