Sarah Treadwell

neuseeländische Architektin From Wikipedia, the free encyclopedia

Sarah Treadwell (geboren im 20. Jahrhundert in Neuseeland) ist eine neuseeländische Architektin und Hochschullehrerin. Sie war 1981 die erste weibliche Vollzeit-Wissenschaftlerin an der School of Architecture and Planning der University of Auckland (Maori: Waipapa Taumata Rau). Von 2009 bis 2012 war Treadwell Dekanin der Architekturfakultät.

Sarah Treadwell 2023

Leben

Ausbildung

Treadwell schloss 1976 ihr Studium an der University of Auckland ab und arbeitete anschließend in London.[1] 1978 erhielt sie in Neuseeland ihre Zulassung als Architektin.[2]

Hochschullehrerin

1980 schrieb das Women’s Institute of Architecture einen offenen Brief an den Dekan der School of Architecture and Planning der University of Auckland, Allan Wild, in dem es darauf hinwies, dass der Mangel an weiblichen Dozenten weibliche Studierende abschrecke.[1] Im folgenden Jahr wurde Treadwell als erste Frau in die Fakultät berufen, blieb jedoch zehn Jahre lang die einzige Frau, bis Rosemary Scofield berufen wurde.[1][3]

Treadwell forschte auf dem Gebiet der Architekturzeichnung. Es wird Treadwells Engagement zugeschrieben, dass in den 1980er Jahren an der Universität ausgefeilte Zeichenmethoden eingeführt wurden.[3]

1995 schloss Treadwell ihre Promotion auf dem Gebiet der neuseeländischen Architekturgeschichte ab, wobei sie sich speziell mit Rangiatea befasste, der Māori-Kirche in Ōtaki, die 1995 durch einen Brand zerstört wurde.[4] 2008 hielt sie an der Victoria University of Wellington die sechste Gordon H. Brown-Vorlesung zur Kunstgeschichte mit dem Titel „Rangiatea Revisited“.[5]

Treadwell engagierte sich für Genderfragen in der Architektur und unterrichtete seit 1986 einen Kurs zum Thema „Gender in der Architektur“ (zunächst unter dem Titel „Women and Architecture“, später „Engendering Architecture“). In den ersten Jahren konzentrierte sich der Kursinhalt hauptsächlich auf Frauen aus dem Ausland, später wurden auch neuseeländische Architektinnen einbezogen. Studierende ihres Kurses interviewten die Architektin Muriel Lamb, deren Beiträge zur Architektur bis dahin übersehen worden waren. 1983 hielt Treadwell auf dem Architekturstudentenkongress „Gone to Kiwi“ in Auckland einen Vortrag darüber, ob Frauen und Männer unterschiedlich gestalten. Eine Studie, die Treadwell 2012 gemeinsam mit Nicole Allan durchführte, ergab, dass von 2002 bis 2011 nur 19 Prozent der Mitwirkenden an der Fachzeitschrift Architecture New Zealand Frauen waren, wobei sich eine ähnliche Verzerrung auch in den Namen der Projektbeteiligten zeigte. 2015 veröffentlichte Treadwell gemeinsam mit Lucy Treep das Buch Architecture in an Expanded Field, wo sie die Karrieren neuseeländischer Frauen „am Rande der Architektur“ untersuchen.[1]

Von 2009 bis 2012 war Treadwell Dekanin der School of Architecture and Planning. Sie ging 2017 in den Ruhestand.[1]

Künstlerin

Treadwell ist auch als Künstlerin tätig.[3]

Im Ruhestand errang Treadwell 2018 einen Master of Design am Unitec Institute of Technology. Ihre Abschlussarbeit mit dem Titel Keeping watch: fabricating a space of hesitation befasste sich mit der Produktion von Kunstwerken rund um die MV Rena, die 2011 auf das Astrolabe Reef aufgelaufen war.[6] Treadwells 2012 entstandenes Werk Rena in Tusche und Aquarell wurde in das Buch Snapshot 500 Architecture + Women New Zealand übernommen.[7][8]

Treadwell war zusammen mit Lynda Simmons, Julie Wilson und Megan Rule Mitbegründerin von Architecture + Women New Zealand (A+W.NZ).[9]

Privates

Treadwell ist die Tochter des Architekten Anthony Treadwell[1] und sie ist Mutter von zwei Kindern.[2]

Auszeichnungen

Treadwell wurde 2013 mit dem President’s Award des New Zealand Institute of Architects ausgezeichnet.[3] 2017 wurde sie mit dem Chrystall Excellence Award ausgezeichnet, einer Auszeichnung, die „die umfassende und erfolgreiche Karriere einer Frau im Bereich der Architektur würdigt“.[9]

Im Jahr 2017, dem Jahr ihrer Pensionierung, wurde das Archiv „A+W.NZ Tātuhi/Drawing Architecture“ von Lynda Simmons eingerichtet, um Treadwells Einfluss und Karriere zu würdigen. Das Archiv sammelt Architekturzeichnungen, die von Treadwell und einem Team ausgewählt wurden, zur Dokumentation der Architekturzeichnungsstile im Laufe der Zeit. Das Archiv wird laufend durch neue Zeichnungen ergänzt.[10][9][11]

Ausstellungen (Auswahl)

  • 1991: Home Made Home, City Gallery Wellington[9]
  • 2015: Drawing Is/Not Building (2015) – mit Roland Snooks und Simon Twose, Te Pataka Toi Adam Art Gallery[9]

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Mit Jill Trevelyan: Joanna Margaret Paul: Drawing. Auckland University Press, 2006, ISBN 978-1-86940-368-3.
  • Rangiatea revisited. Victoria University of Wellington, Wellington, NZ 2008.
  • Mit Nicole Allan: Limited Visibility: Portraits of Women Architects. Taylor & Francis, 2012.
  • Mit Christina Barton, Simon Twose: Drawing Is/Not Building. Katalog zur Ausstellung. Te Pātaka Toi Adam Art Gallery an der Te Herenga Waka Victoria University of Wellington, 2016, ISBN 978-1-877309-35-9.

Literatur

  • Elizabeth Cox (Hrsg.): Making Space: A History of New Zealand Women in Architecture. Massey University Press, Auckland, Neuseeland 2022, ISBN 978-1-991016-34-8 (englisch).

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI