Sarajevo Safari (Film)
Film von Miran Zupanič (2022)
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Sarajevo Safari ist ein Dokumentarfilm unter der Regie von Miran Zupanič mit dem Produzenten Franci Zajc aus dem Jahr 2022.
Die Behauptungen über Menschenjagden durch reiche Ausländer während der Belagerung von Sarajevo werden aufgrund von „unseriösen Quellen“[1] und „Hinweise[n] auf Widersprüche, Irrtümer und groteske Fehlurteile“[2] in Frage gestellt. Für einen derartigen Kriegstourismus gibt es bislang keine Beweise.
Inhalt
Im Film berichten Zeugen von den sogenannten Sarajevo-Safaris, bei denen in den 1990er Jahren ausländische Kriegstouristen Zivilisten im während des Bosnienkriegs belagerten Sarajevo getötet haben sollen und dafür bis zu 100.000 Euro bezahlt haben sollen.[3] Unter anderem äußert sich Edin Subašić, ein damaliger Offizier beim bosnischen Militärgeheimdienst.[4]
Hintergrund
Zajic hatte 2019 Zupanič berichtet, er wüsste von jemandem in Slowenien, welcher von Kriegstourismus während der Belagerung von Sarajevo berichtete. Zupanič glaubte diese Geschichte nicht und befragte diesen Mann in der Überzeugung, er würde lügen. Jedoch war der Regisseur nach dem Treffen überzeugt, der Mann würde die Wahrheit sagen, und so begann Zupanič die Dreharbeiten für einen Dokumentarfilm über Touristen, welche als Scharfschützen in den Hügeln um Sarajevo auf Zivilisten schossen. Während der Produktion fand man noch mehr Personen, die über diese Verbrechen berichteten, jedoch wollte niemand aus dem Umfeld der Vojska Republike Srpske vor der Kamera sprechen.[5]
Der Film wurde vor der Veröffentlichung vor allem von Veljko Lazić, Vertreter serbischer Opfer, kritisiert, da der Film eine Lüge sei. Der Film wurde 2022 auf dem Al Jazeera Balkans DOC Film Festival veröffentlicht.[5] Die Veröffentlichung führte zu den Sarajevo-Safari-Ermittlungen in Bosnien und Herzegovina sowie in Italien.[6]
Michael Martens veröffentlichte am 5. Juli 2026 in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung eine umfangreiche Recherche zum Thema mit dem Ergebnis, dass es keine Beweise und nicht einmal belastbare Indizien für die beschriebenen Taten gäbe. In den Unterlagen der Anklagebehörde des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien wurden 4650 Zeugen befragt, davon berichtete nur ein einziger von einem oder mehreren Scharfschützen, die mit der Umgebung nicht vertraut waren. Dieser Zeuge wurde daneben vom Gericht mit seinen anderen Aussagen als unglaubwürdig bezeichnet. Alle Personen in Film Sarajevo Safari geben nur Hörensagen wieder. Alle von Martens befragten Zeugen widersprachen den Darstellungen im Film.[7]