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Sarnau (Lahntal)

Ortsteil der Gemeinde Lahntal From Wikipedia, the free encyclopedia

Sarnau ist ein Ortsteil der Gemeinde Lahntal im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Der Ort liegt an der Lahn und schließt direkt östlich an den Nachbarort Goßfelden an.

Schnelle Fakten Gemeinde Lahntal ...
Sarnau
Gemeinde Lahntal
Koordinaten: 50° 52′ N,  45′ O
Höhe: 196 m ü. NHN
Fläche: 2,62 km²[1]
Einwohner: 935 (30. Juni 2014)[2]
Bevölkerungsdichte: 357 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1970
Eingemeindet nach: Lahnfels
Postleitzahl: 35094
Vorwahl: 06423
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Geschichte

Ortsgeschichte

Sarnau wurde schon sehr früh besiedelt, wahrscheinlich in vorchristlicher Zeit. Der keltische oder auch slawische Ortsname Sarnowa bedeutet „Rehaue“ bzw. „Rehwiese“. Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Sarnau erfolgte unter dem Namen Sarnouwa wird in die Zeit 1200–1220 datiert.[3] Eine frühe Kapelle wurde 1704 durch eine Fachwerkkirche ersetzt.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten die bis dahin selbständigen Gemeinden Sarnau und die Nachgemeinde Goßfelden zum 31. Dezember 1970 freiwillig zur neuen Gemeinde Lahnfels.[4] Diese wurde jedoch am 1. Juli 1974 kraft Landesgesetz in die erweiterte Großgemeinde Lahntal eingegliedert.[5][6] Beide Ortsteile bildeten gemeinsam mit fünf weiteren Orten die Großgemeinde Lahntal. Für Sarnau wurde, wie für die übrigen ehemals eigenständigen Gemeinden von Lahntal, ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[7]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Sarnau angehört(e):[3][8][3][9]

Gerichte seit 1821

Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. In Marburg wurde der Kreis Marburg für die Verwaltung eingerichtet und das Landgericht Marburg war als Gericht in erster Instanz für Sarnau zuständig.[14] 1850 wurde das Landgericht Marburg in Justizamt Marburg umbenannt.

Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen 1866 erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Marburg.[15][16] Auch mit dem Inkrafttreten des Gerichtsverfassungsgesetzes von 1879 blieb das Amtsgericht unter seinem Namen bestehen.

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Sarnau 948 Einwohner. Darunter waren 24 (2,5 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 183 Einwohner unter 18 Jahren, 396 zwischen 18 und 49, 255 zwischen 50 und 64 und 147 Einwohner waren älter.[17] Die Einwohner lebten in 408 Haushalten. Davon waren 114 Singlehaushalte, 105 Paare ohne Kinder und 144 Paare mit Kindern, sowie 36 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 51 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 300 Haushaltungen lebten keine Senioren.[17]

Einwohnerentwicklung

Quelle: Historisches Ortslexikon[3]

  • 1502: 10 Männer
  • 1577: 14 Hausgesesse
  • 1580: 10 Ackerleute, 4 Einläuftige
  • 1630: 14 Hausgesesse (3 zweispännige, 4 einspännige Ackerleute, 7 Einläuftige)
  • 1681: 12 hausgesessene Mannschaften
  • 1747: 24 Haushalte
  • 1838: 256 Einwohner (Familien: 23 nutzungsberechtigte, 10 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 3 Beisassen)
Sarnau: Einwohnerzahlen von 1800 bis 2020
Jahr  Einwohner
1800
 
?
1834
 
243
1840
 
277
1846
 
279
1852
 
287
1858
 
273
1864
 
315
1871
 
286
1875
 
295
1885
 
303
1895
 
385
1905
 
414
1910
 
462
1925
 
501
1939
 
536
1946
 
688
1950
 
712
1956
 
706
1961
 
756
1967
 
792
1980
 
?
1990
 
?
2000
 
?
2011
 
948
2014
 
928
2020
 
935
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[3]; Zensus 2011[17]; Gemeinde Lahntal; 2014[18], 2022[2]

Historische Religionszugehörigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon[3]

Historische Erwerbstätigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon[3]

  • 1779: Erwerbspersonen: 11 Ackerbauern, 2 Schreiner, 2 Schmiede, 2 Schneider, 1 Weißbinder, 2 Leineweber, 2 Schäfer, 7 Tagelöhner.
  • 1838: Familien: 23 Ackerbau, 3 Gewerbe, 10 Tagelöhner.
  • 1961: Erwerbspersonen: 79 Land- und Forstwirtschaft, 148 Produzierendes Gewerbe, 88 Handel und Verkehr, 42 Dienstleistungen und Sonstiges.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Der Haltepunkt Lahntal-Sarnau (Sommer 2011)

Der in den 1880er Jahren eröffnete Bahnhof Sarnau, in dem die Bahnstrecke Warburg–Sarnau von der Oberen Lahntalbahn abzweigt, liegt außerhalb des Ortskerns nahe dem nordwestlichen Nachbarort Göttingen. Im Juli 2010 wurde er für den Personenverkehr stillgelegt und zum Betriebsbahnhof umgewidmet. Stattdessen wurde am 4. Juli 2010 der Haltepunkt Lahntal-Sarnau eröffnet, der direkt am Ortsrand liegt. Außerdem führt nördlich des Dorfes die Bundesstraße 62 vorbei. Im Nachbarort Göttingen endet die Bundesstraße 252, die über Frankenberg (Eder) und Korbach nach Warburg führt. In Cölbe besteht Anschluss an die autobahnähnlich ausgebaute Bundesstraße 3.

Öffentliche Einrichtungen

Im Ort gibt es ein Dorfgemeinschaftshaus und eine Kindertagesstätte.

Anmerkungen und Einzelnachweise

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