Schiller-Schule Bochum

Gymnasium mit etwa 1.000 Schülern und rund 100 Lehrkräften in Bochum, NRW From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Schiller-Schule in Bochum ist ein Gymnasium mit etwa 1.000 Schülern und rund 100 Lehrkräften. Das Gymnasium liegt an der Königsallee in der Nähe der Innenstadt von Bochum. In fußläufiger Entfernung befinden sich das Graf-Engelbert-Gymnasium und das Neue Gymnasium. Die Anbindung an den ÖPNV erfolgt über die Haltestelle Rechener Park.

SchulformGymnasium
Schulnummer169171
Gründung1919
AdresseWaldring 71
44789 Bochum
Schnelle Fakten Schulform, Schulnummer ...
Schiller-Schule
Schulform Gymnasium
Schulnummer 169171
Gründung 1919
Adresse Waldring 71
44789 Bochum
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 27′ 49″ N,  13′ 15″ O
Träger Stadt Bochum
Schüler 975[1]
Lehrkräfte 102[2]
Leitung Matthias Wysocki (Schulleiter), Eike Völker (stv. Schulleiter)
Website www.schiller-bochum.de
Schließen

2019 belegte die Schiller-Schule den 2. Platz des Deutschen Schulpreises.

Geschichte

Die Schule wurde 1919 als „Lyzeum II“ eröffnet. 1920 wurde die „Studienanstalt für Mädchen“ angegliedert.[3] Das mittlerweile denkmalgeschützte Gebäude wurde am 18. November 1929 in Betrieb genommen.[4] Seit 1937 ist Friedrich Schiller (1759–1805) Namenspatron der Schule. Gründungsdirektor und Schulleiter von 1919 bis 1937 war Werner Gebhardt. Sein reformpädagogisches Erziehungskonzept widersprach der Pädagogik der Nationalsozialisten. Im Juni 1937 wurde Gebhardt von den Nationalsozialisten aus seinem Amt entfernt und aus Bochum vertrieben.

1942 wurde das Gebäude zur Gauleitung Westfalen-Süd der NSDAP umfunktioniert, die aus der durch Bomben gefährdeten Innenstadt von der Wilhelmstraße dorthin umzog. Um die Unterbringung der Schülerinnen entstanden zahlreiche Gerüchte, die bei einem Treffen am 6. Mai 1942 in der Aula der Schule von Oberbürgermeister Piclum und Gauleiter Giesler zerstreut werden sollten. Der Schulunterricht wurde in die Bismarckschule an der Königsallee 79 verlegt.[5] Giesler versprach den Bau einer Waldschule im anliegenden Rechener Busch. Dafür hätten aber große Teile des Busches abgeholzt werden müssen. Dazu kam es nicht mehr, aber die dortigen Tennisplätze wurden demontiert.[6] Die Schülerinnen wurden im 6. Schulkindertransport am 30. Juni 1943 aus Bochum verlegt.[7] Von 1945 bis 1952 diente die Schule als Verwaltung der Firma Aral.[8]

Nach zehn Jahren Unterbrechung begann 1952 der Schulbetrieb wieder. 1953 entstand eine kleine Sternwarte. Hier fanden in der Folgezeit auch VHS-Kurse zur Astronomie und Naturwissenschaft unter der Leitung von Heinz Kaminski statt.[9] Der Verein der Freunde und Förderer der Schiller-Schule zu Bochum e. V. gründete sich 1960. Im Jahr 2003 wurde ein gläserner Anbau mit sechs Klassenräumen und einem Schülercafé eingeweiht.

Zu den Schulpartnerschaften zählen die Tapton School in Sheffield und eine weitere Schule in Lucca. Ausländische Gastschüler verbringen in der Regel ein halbes oder ganzes Schuljahr an der Schiller-Schule. Zu den Projekten zählen drei Chöre (zwei Schulchöre und ein Kammerchor, der ChorConcret), mehrere Theatergruppen sowie Musical-Projekte, ein Schulorchester, eine Klezmergruppe, Mediatorenausbildung und das sogenannte „Kulturcafé“, welches mehrmals im Jahr kulturelle Veranstaltungen zu verschiedenen Themen organisiert.

Regional bekannt ist das Löwendenkmal Bochum, das 1928 vom Kriegerverein neben der Schule an der Königsallee zum Gedenken an den Krieg errichtet wurde. In jüngerer Zeit wurde es wiederholt durch Farbanschläge und Schmierereien beschädigt.

Angebote

Das Abitur wird nach dem 13. Schuljahr erworben.[10] Im 6. Schuljahr wird mit Französisch oder Latein eine zweite Sprache belegt. Außerdem kann Spanisch als 3. Fremdsprache ab der 8. Klasse gewählt werden. Darüber hinaus gibt es im 8. Schuljahr neben Spanisch weitere Wahlkurse, darunter: Kunst/Politik, Musik/Literatur, Bio/Chemie, PIT, Politik/Wirtschaft.

Auszeichnung

Die Schiller-Schule Bochum wurde von der Robert Bosch Stiftung mit einem zweiten Platz beim deutschen Schulpreis 2019 ausgezeichnet, der mit 25.000 Euro dotiert ist.[11]

Literatur

  • Hans H. Hanke: Streit um die Schillerschule. In: Bochumer Zeitpunkte, Heft 12 von 2002, Seite 3–5 (online) (Abgerufen am 30. Januar 2024)

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI