Hildegardis-Gymnasium Bochum
Gymnasium in Bochum
From Wikipedia, the free encyclopedia
Das Hildegardis-Gymnasium Bochum (bis Juli 2024 Hildegardis-Schule) ist ein Gymnasium in Bochum. Es liegt zwischen dem Stadtpark und der Fußgängerzone in der Bochumer Innenstadt und ist neben der Goethe-Schule Bochum eines der beiden großen Gymnasien in der Bochumer Innenstadt. Die räumliche Nähe von Goethe-Schule und dem Hildegardis-Gymnasium ermöglicht es, in der Oberstufe gemeinsame Kurse und Fächer anzubieten.
| Hildegardis-Gymnasium Bochum | |
|---|---|
| Schulform | Gymnasium |
| Schulnummer | 169158 |
| Gründung | 1860 |
| Adresse | Klinikstrasse 1 44791 Bochum |
| Land | Nordrhein-Westfalen |
| Staat | Deutschland |
| Koordinaten | 51° 29′ 10″ N, 7° 13′ 42″ O |
| Träger | Stadt Bochum |
| Schüler | 838[1] |
| Lehrkräfte | 94 |
| Leitung | Werner Backhaus |
| Website | www.hildegardis-bochum.de |
Geschichte
Die Schule wurde 1860 von der jungen Bochumer Lehrerin Henriette von Noël als „höhere Privat-Mädchen-Schule“ in der Augustastraße (heute Hans-Böckler-Straße) gegründet. 1901 folgten ein Erweiterungsbau, 1904 ein katholisches Lehrerseminar. Insgesamt wuchs die Schule in dem Zeitraum stark. Einer der Lehrer, welche eingestellt wurde, war der Bochumer Rabbi Moritz David, auf der Schule gab es 1905 zwanzig jüdische Mädchen.[2.1] 1916 wählte die Schule die Naturwissenschaftlerin, Theologin und Schriftstellerin Hildegard von Bingen als Namenspatronin.[3]
Das Schulgebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Nach dem Krieg erfolgte der Unterricht, zusammen mit den Schülern des Gymnasiums am Ostring, eine Zeit lang im städtischen Schulgebäude an der Wittener Straße 246.[4]
Den Architekturwettbewerb für einen Neubau an der Klinikstraße gewannen 1953 die Architekten Norbert Demmel und Walter Gemmer aus Düsseldorf. Er wurde am 13. November 1957 eingeweiht. In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich das 1964 eröffnete Planetarium Bochum und die Neue Synagoge Bochum von 2007 sowie der historische Stadtpark Bochum.
Seit 1966 wird die Schule als Gymnasium geführt. Die reine Mädchenschule ging 1976 in die Koedukation über, gleichzeitig wurde ein bilingualer Zweig mit Französisch als erste Fremdsprache beschlossen.[2.2] Heute ist es ein städtisches Gymnasium für Jungen und Mädchen mit einem zweisprachig deutsch-französischen Zweig. Neben dem deutschen Abitur kann das französische Baccalauréat erworben werden.
Im Jahr 2008 wurde die Schule vom Schulministerium als „Europaschule in Nordrhein-Westfalen“ zertifiziert und erneut als Schule der Zukunft ausgezeichnet. Im Jahr 2010 nahm das Hildegardis-Gymnasium im Rahmen des Projektes Twins 2010 an den Veranstaltungen zur Ruhr 2010 – Kulturhauptstadt Europas teil.
Seit 2022 wird das Schulgebäude in mehreren Bauabschnitten umfassend saniert. Die Arbeiten umfassen insbesondere die technische Modernisierung sowie die Neugestaltung von Unterrichts- und Aufenthaltsbereichen unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes.[5]
Im Jahr 2024 wurde die Schule offiziell in Hildegardis‑Gymnasium Bochum umbenannt.[6] Der Beschluss des Rates der Stadt Bochum vom 14. März 2024 folgte dem Wunsch eines Großteils der Schulgemeinde, den Schulnamen so zu gestalten, dass die Gymnasial‑Schulform im Namen deutlich erkennbar ist und insbesondere bei Übergängen in Studium oder Beruf klar zugeordnet werden kann.[7]
Aufbau
Die Schule umfasst mehrere Gebäudeteile. Das Hauptgebäude des Hildegardis-Gymnasiums enthält Unterrichts- und Verwaltungsräume sowie einen zentralen Pausenbereich. Zum Schulgelände gehört außerdem der Komplex der ehemaligen Max-Greve-Schule, die bis 2012 als Grundschule betrieben wurde,[8] sowie eine Sporthalle und einen kleinen Fußballplatz.
Im Rahmen der seit 2022 laufenden Sanierungsmaßnahmen am Hauptgebäude wurden auf dem kleineren Schulhof des Hildegardis‑Gymnasiums zusätzliche Container als provisorische Klassenräume aufgestellt, um den Unterrichtsbetrieb während der Bauarbeiten aufrechtzuerhalten.[9]
Zudem werden auf dem Gelände der ehemaligen Max‑Greve‑Schule seit 2025 Pavillon‑Klassenräume genutzt, insbesondere für die Sek-I, einschließlich Pausen- und Aufenthaltsflächen.[10]
Für den Sportunterricht wird zusätzlich die nahegelegene Rundsporthalle am Ruhrstadion genutzt, die mehrere miteinander verbundene Sporthallen und eine Tribüne bietet.
Schulpartnerschaften
Schulpartnerschaften bestehen mit Schulen in
- Wolverhampton in England
- Lyon (verpflichtender Schüleraustausch der bilingualen Klasse(n) 7)
- Duttlenheim
- Châlons-en-Champagne (verpflichtender Schüleraustausch für bilinguale Abiturienten in der EF)
- Châteauneuf-sur-Sarthe (freiwilliger Schüleraustausch für F6 in Klasse 9)
- Ile de la Réunion in Frankreich
- Vicenza in Italien (Schüleraustausch in Kooperation mit der Goethe-Schule Bochum in der EF / Q1)
- Piekary Śląskie in Polen (freiwilliger Schüleraustausch in Klasse 9)
- Beʾer Scheva in Israel (freiwilliger Schüleraustausch in der EF)
Theater- und Musikproduktionen
An der Schule wurden unter anderem folgende Theater- und Musikproduktionen aufgeführt:
| Französischsprachige Theater-AG | Musiktheater Hildegardis | Deutschsprachige Theater-AGs | |
|---|---|---|---|
| 2000 | La Cantatrice chauve[11] | ||
| 2001 | Pique-nique en campagne[11] | Oliver![12] | |
| 2002 | Knock ou le triomphe de la médecine[11] | Zauberland[13] | |
| 2003 | Jacques ou la Soumission[14] | Anatevka[12] | |
| 2004 | Ubu Roi[11] | Das Kartengeheimnis[12] | |
| 2005 | La ballade du grand Macabre[11] | Kiss me Kate[15] | |
| 2006 | Macbett[16] | - | Ein Sommernachtstraum (Sommernachtstraum-AG)[17] |
| 2007 | Rhinocéros[18] | A Christmas Carol[19] | |
| 2008 | L'Equarrissage pour tous[20] | Im Weißen Rössel[21] | Die Räuber[22] |
| 2009 | Jacques et son Maître[11] | Crazy for You[12] | |
| 2010 | Sinfonietta, Politesse inutile, Sonate, Société Apollon, Style enfantin[11] | Annie[12] | |
| 2011 | L'Odyssée pour une tasse de thé[11] | Urinetown[12] | |
| 2012 | Electre[11] | ||
| 2013 | PALACE[11] | ||
| 2014 | Les pas perdus[11] | ||
| 2015 | Musée haut, musée bas[11] | ||
| 2016 | |||
| 2017 | Le Bourgeois Gentilhomme[23] | ||
| 2018 | |||
| 2019 | Hilfe, die Herdmanns kommen! (Mini-Theater-AG)[24] | ||
| 2020 | |||
| 2021 | Alice im Wunderland | ||
| 2022 | Krabat | ||
| 2023 | Der Kleine Prinz | ||
| 2024 | Les Choristes | Ein Sommernachtstraum | |
| 2025 | La Belle et la Bête | In 80 Tagen um die Welt[25] | |
| 2026 | The Greatest Show[26] | Ein märchenhafter Abend (Mittelstufen-Theater-AG) [27]; Best Witch Ever (Sitta Breitenfellner), | |
Bekannte ehemalige Schüler
- Annette Kammertöns (geb. Kreutzkamp, Abitur: 1961), Politikwissenschaftlerin, Hochschullehrerin
- Carina Gödecke (Abitur: 1977), SPD-Politikerin
- Wolfgang Schamel (Abitur: 1987), Immunologe und Hochschullehrer
- Ben Redelings (Abitur: 1995), Autor und Filmemacher
- Tommy Finke (Abitur: 2000), Songwriter und Komponist
- Schaghajegh Nosrati (Abitur: 2007), Pianistin
Literatur
- Festschrift zum 125jährigen Bestehen der Hildegardis-Schule, Bochum, 1985
Weblinks
- Hildegardis-Gymnasium Bochum
- Hildegardisschule auf www.ruhr-bauten.de, zuletzt abgerufen am 12. Februar 2026