Schlacht von Nybøl

Schlacht während der Schleswig-Holsteinischen Erhebung 1848 From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Schlacht von Nybøl (oder Nübel; dänisch: Slaget ved Nybøl) war eine Schlacht während der Schleswig-Holsteinischen Erhebung und wurde am 28. Mai 1848 bei Nybøl in der Landschaft Sundeved im Herzogtum Schleswig ausgetragen. Die Schlacht fand zwischen 14.000 dänischen Soldaten unter Hans Hedemann und einer deutschen Streitmacht von 7.000 Mann unter der Führung von Hugh Halkett statt. Die Kämpfe endeten mit einem dänischen Sieg und trugen dazu bei, die Moral der dänischen Armee zu heben.

AusgangSieg Dänemarks
Schnelle Fakten Datum, Ort ...
Schlacht von Nybøl / Schlacht von Nübel
Teil von: Schleswig-Holsteinische Erhebung

Niels Simonsen: Jægere under fremrykning (deutsch: Jäger im Vorrücken)
Datum 28. Mai 1848
Ort Nybøl in Sundeved im Herzogtum Schleswig
Ausgang Sieg Dänemarks
Konfliktparteien

Deutscher Bund

Danemark Dänemark

Befehlshaber

Hugh Halkett

DanemarkDänemark Hans Hedemann
DanemarkDänemark Friderich Adolph Schleppegrell

Truppenstärke

7.000 Mann

14.000 Mann

Verluste

123 Gefallene, 81 Gefangene[1]

140 Gefallene, 11 Gefangene[1]

Schließen

Hintergrund

Nach den Niederlagen bei Schleswig und Oeversee zogen sich die zahlenmäßig unterlegenen dänischen Streitkräfte auf die Insel Als (deutsch: Alsen) zurück. Während sich die Dänen neu formierten, rückten deutsche Truppen unter Friedrich von Wrangel nach Jütland vor und besetzten die Festung Fredericia, die zuvor von den Verteidigern geräumt worden war. Der deutsche Einmarsch auf dänisches Territorium führte jedoch zu politischen Komplikationen.

Der schwedisch-norwegische König Oskar I. ließ 16.000 Soldaten in Schonen zusammenziehen[2] und machte den Deutschen unmissverständlich klar, dass Schweden-Norwegen keine weiteren Grenzübertritte dulden würde. Gleichzeitig wuchs auch der Druck seitens Russlands. Das Risiko weiterer Konflikte schreckte die preußische Regierung so sehr ab, dass Wrangel der Befehl erteilt wurde, sich in das Herzogtum Schleswig zurückzuziehen, was am 25. Mai erfolgte. Um den Rückzug zu sichern, postierte Wrangel eine Streitmacht von 6.000 Mann in dem Gebiet zwischen Rendsburg und Flensburg. Im Raum Sundeved wurden weitere 10.000 Mann stationiert, um etwaige dänische Landungsversuche von der Insel Als aus zu unterbinden. Der Rest der deutschen Armee wurde zwischen Aabenraa und Vejle im Norden des Herzogtums zusammengezogen.

Die deutschen Streitkräfte im Herzogtum Schleswig umfassten nun insgesamt 31.000 Mann sowie 74 Geschütze. Die Zersplitterung der deutschen Truppen über das Gebiet des Herzogtums bot den Dänen jedoch die Gelegenheit, Truppen von Als herüberzubringen, ohne auf konzentrierten Widerstand zu stoßen. Die dänische Flotte verfügte zwar über die uneingeschränkte Seeherrschaft, besaß jedoch nicht die Kapazität, die gesamte Armee im Zuge einer Überfahrt zu transportieren. Die Dänen hielten jedoch weiterhin den Brückenkopf bei Sønderborg, der über eine Pontonbrücke mit der Insel Als verbunden war, über die die dänischen Streitkräfte in Stellung gehen konnten.

Das dänische Oberkommando, bestehend aus Hedemann und Læssøe, hatte ursprünglich die Genehmigung von Kriegsminister Tscherning für seinen Plan erhalten, von Als aus nach Sundeved vorzustoßen, die Bundestruppen zu vertreiben und gleichzeitig die Verbindungslinien zu Wrangels noch weiter im Norden stehenden Truppen abzuschneiden. Als Wrangel sich nach Schleswig zurückzog, zog Tscherning seine Zustimmung zurück, um einer diplomatische Lösung nicht im Weg zu stehen;[3] am 26. Mai sandte er den Gegenbefehl an Hedemann. Da dieser sich jedoch bereits auf dem Weg nach Als befand, traf der Kurier ihn nicht auf Fünen an und der Gegenbefehl erreichte Hedemann erst einen Tag später.

Nun war der Plan jedoch bereits in die Tat umgesetzt worden und weitere Truppenteile waren am gleichen Tag von Fünen nach Als verlegt worden. Hedemann konnte sein Vorhaben somit nicht gänzlich aufzugeben, um seine Truppen nicht zu demoralisieren, doch beschränkte er es zunächst auf die Einnahme der Dybbøl-Stellung sowie des umliegenden Geländes. Am Morgen des 28. Mai wurden 14.000 Mann von Als via Pontonbrücke in den Brückenkopf Sønderborg verlegt. Die dänische 4. Brigade war die letzte Einheit, die die Pontonbrücke überquerte und entlang des Strandes nach Norden vorrückte. Dieser Vorstoß wurde von dänischen Kanonenbooten im Vemmingbund unterstützt. Der deutsche Befehlshaber in Sundeved, Hugh Halkett, vermutete einen unmittelbar bevorstehenden dänischen Angriff und sandte daher eine Meldung an Wrangel, um Verstärkung anzufordern. Wrangel war jedoch der Ansicht, dass die dänische Armee auf Als nicht stark genug sei, um eine ernsthafte Bedrohung darzustellen.

Die Schlacht

Um 12 Uhr mittags begann der Angriff. General C. F. Hansen rückte mit der Hauptmacht – bestehend aus drei Brigaden – sowie mit Schleppegrells Flankenkorps (5. und 10. Bataillon, 1. Jägerkorps und eine Batterie) vor, um die feindlichen Vorposten auf der Dybbølbanken und bei der Dybbøl Mølle anzugreifen. Die vier feindlichen Vorpostenkompanien erhielten jedoch Verstärkung durch zwei Bataillone und es gelang ihnen, ihre Stellung lange genug zu halten, damit General Halkett seine 7.000 Mann in eine starke Verteidigungsstellung auf den Hügeln bei der Nybøl Mølle in Sicherheit bringen konnte; dort war ebenso seine Artillerie in einer Batterie von 16 Geschützen in gedeckter Stellung zusammengezogen worden. Halkett selbst hatte in seinem Hauptquartier in Gråsten Meldungen über die Kämpfe erhalten und begab sich so rasch wie möglich zum Schlachtfeld.

Die Dänen nahmen die Ortschaften Dybbøl, Ragebøl und Stenderup rasch ein, gerieten jedoch gegen 19 Uhr vor der Nybøl Mølle ins Stocken. Eine dänische Batterie rückte vor, musste sich jedoch auf offenes Gelände zurückziehen und von dort aus einen ungleichen Kampf gegen die gedeckten Stellungen des Feindes führen. Eine Stunde später musste sie, schwer angeschlagen, den Kampf aufgeben und sich zurückziehen. Schleppegrell rettete die Situation jedoch, indem er mit dem Flankenkorps entlang des dänischen linken Flügels in Richtung Nybøl vorstieß. Dort griff er die deutsche Stellung an der Mühle an und nahm sie ein. Dann kam erneut Bewegung in die dänischen Linien, und die Bundestruppen wurden über Adsbøl und Gråsten zurückgedrängt. Um einer Einkesselung zu entgehen, gab Halkett den Befehl zum weiteren Rückzug.

Folgen

Die dänischen Verluste beliefen sich nach der Schlacht auf etwa 150 Tote und Verwundete; auf deutscher Seite waren ähnliche Verluste zu verzeichnen. Auch wenn sich die dänischen Truppen in den folgenden Tagen wieder nach Nybøl zurückzogen,[1] war die Schlacht der erste bedeutende dänische Sieg des Krieges und trug zusammen mit dem darauf folgenden Erfolg vor Düppel am 5. Juni 1848 dazu bei, die Moral der dänischen Armee für die bevorstehenden Gefechte zu stärken und stärkte die Überzeugung, dass der Krieg zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden würde.

Literatur

  • Nick Svedsen: The First Schleswig-Holstein War 1848–50. Helion & Co. Ltd. Solihull. 2008. ISBN 978 1906 033 446. S. 68–73 (in englischer Sprache).
  • Gerd Stolz: Die Schleswig-Holsteinische Erhebung. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft. 1996, ISBN 3-88042-769-0. S. 84–85.
  • Wilhelm Sager: Heere zwischen den Meeren – Heeres- und Kriegsgeschichte Schleswig-Holsteins. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft. Husum. 2003, ISBN 3-89876-113-4. Seite 110.
  • Erik F. Rønnebech: KAMPENE VED DYBBØL OG NYBØL. Auf der Webpage FREDERICIAS HISTORIE - Artikler om begivenheder der knytter sig til byens historie. Link (dänisch). Abgerufen am 25. April 2026.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI