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Friderich Adolph Schleppegrell

dänisch-norwegischer Offizier (1792–1850) From Wikipedia, the free encyclopedia

Friderich Adolph (von) Schleppegrell (* 28. Juni 1792 in Brunlaug bei Larvik, Norwegen; † 26. Juli 1850 in Flensburg, Herzogtum Schleswig) war ein dänisch-norwegischer Offizier, zuletzt Generalmajor.

Friderich Adolph Schleppegrell. Porträt (vor 1850) im Oslo Museum.

Biographie

Schleppegrell wurde in Norwegen als Sohn von Otto Heinrich von Schleppegrell (1729–1808), einem aus Westphalen stammenden Landadeligen und späteren dänischen Generalmajor, und dessen Frau Cathrine Abigael Zimmer (1750–1836) geboren. Er war der Bruder des Theologen Schleppegrell, der ab 1864 Pfarrer in Broacker war und von Theodor Fontane in seinen Tagebüchern erwähnt wird.[1] Am 25. Juli 1828 heiratete er Johanne Baronin Juel, Tochter von Major und Baron Christian Frederik Juel von Rysensteen.

Schleppegrell wurde bereits im Alter von zwölf Jahren in das norwegische Landkadettenkorps in Christiania aufgenommen, aus dem er 1807 als Fähnrich in das Regiment seines Vaters wechselte. Mit sechzehn Jahren bereits Offizier, nahm er während des Dänisch-Schwedischen Krieges an Gefechten bei Killemo und Toverud am 18. und 19. April 1808 teil. Sein Wunsch, sich zum Ingenieuroffizier oder zur Landvermessung ausbilden zu lassen, blieb unerfüllt. 1813 kehrte er in den Feldeinsatz zurück und zeichnete sich an der Spitze der Jäger des Thelemark-Regiments erneut aus, insbesondere bei Ingedal am 3. August 1814.

1815 trat er zusammen mit Hans Helgesen und Olaf Rye in die preußische Armee ein und beteiligte sich an der alliierten Besetzung Frankreichs zum Ende der Koalitionskriege. Anschließend traten sie in die dänische Armee ein und schlossen sich dem dänischen Hilfskorps unter Prinz Friedrich von Hessen in Nordfrankreich an.

Von 1820 bis 1842 diente Schleppegrell im 3. Jütländischen Infanterieregiment in Aalborg als Hauptmann und Major (1839). Bei der Reorganisation 1842 wurde er Oberstleutnant und Kommandeur des 8. Bataillons, wechselte jedoch 1847 zum 2. Jägerkorps. 1879 würdigte die Stadt seine Verdienste mit einer Statue im Kildeparken.[2]

Schleppegrell ist insbesondere für seinen Einsatz während der Schleswig-Holsteinischen Erhebung bekannt. Bei Kriegsausbruch 1848 war er gerade zum Oberst befördert worden und übernahm das Kommando über das linke sog. Flankenkorps. Bei den Kämpfen bei Nybøl (28. Mai) und Dybbøl (5. Juni) konnte er sich als hervorragender Truppenführer beweisen: Am 28. Mai waren es seine Angriffe auf die rechte Flanke des Feindes, die den Ausschlag zum Sieg gaben; am 5. Juni ermöglichte seine zähe und geschickte Verteidigung des Geländes um Dybbøl es der Hauptstreitmacht, die Verteidigungsanlagen rechtzeitig zu erreichen und sich dort zu formieren. Seine Leistungen steigerten sein Ansehen im dänischen Militär und bei der Bevölkerung enorm und er erhielt noch im Mai 1848 die Beförderung zum Generalmajor.

Im September wurde er mit dem Kommandeurkreuz des Dannebrogordens ausgezeichnet. Er übernahm das Kommando über die 3. Brigade und verbrachte den Winter unter Bülow auf der Insel Als. 1849 nahm die Brigade an den Schlachten bei Kolding, Gudsø und Fredericia teil, und insbesondere am 6. Juli erlangte er durch sein schnelles Eingreifen weiteres Ansehen, als der Gegenangriff seiner Brigade auf dem dänischen linken Flügel die Truppen Schleswig-Holsteins zurückdrängte. Auch hier trug er maßgeblich zum Erfolg des Tages bei.

Während des Waffenstillstands wurde er zunächst Inspekteur der Infanterie auf Seeland, kehrte aber kurz darauf nach Als zurück, diesmal als kommandierender General der Insel.

Als Kommandeur der 2. Division kehrte Schleppegrell 1850 auf das Festland zurück. Im Sommer 1850 stellte die dänische Armee schließlich die Truppen Schleswig-Holsteins zur entscheidenden Schlacht bei Idstedt. Am 24. Juli hielt sich seine Division in Reserve; während der Hauptschlacht am 25. Juli eröffnete sie jedoch, in drei Kolonnen aufgeteilt, den Angriff auf die gesamte, 2,4 Kilometer lange Linie. Schleppegrell selbst hielt sich bei seiner zentralen Kolonne auf, die 800 Meter nördlich des Langsees nach Südwesten in Richtung der Wege beiderseits des Idstedter Sees abbog.

Gedenkstein bei Oberstolk nahe Idstedt.

Der Vormarsch wurde ohne ausreichende Flankensicherung durchgeführt. In der Folge gelang es den Schleswig-Holsteinern, die Kolonne zu umgehen und sie bei Oberstolk vom Rest der dänischen Armee zu trennen. Schleppegrell setzte daraufhin alles daran, die Kolonne zurückzuhalten, bis seine Reserve eintreffen konnte, jedoch vergeblich. Mit den wenigen ihm noch verbliebenen Truppen wandte er sich daher nach Westen, wo seine linke Kolonne, die nun seine Hauptstreitmacht bilden sollte, kämpfte. Unterwegs traf seine Einheit auf einige feindliche Jäger, die gerade eine dänische Kanone erbeuteten. Um dies zu verhindern, führte Schleppegrell persönlich den Angriff auf die Jäger, wurde aber erneut von feindlichen Truppen umgangen und von einer Gewehrkugel an der Stirn getroffen. Er stürzte vom Pferd, konnte aber erst nach der Rückeroberung von Oberstolk von Reservetruppen der 2. Division geborgen werden, da sein gesamter Stab verwundet auf verschiedene Stellen des Schlachtfelds verteilt war.

Schleppegrells Grabplatte auf dem Alten Friedhof, Flensburg.

Er wurde nach Flensburg gebracht, wo er am frühen Morgen des folgenden Tages verstarb. Er wurde am 28. Juli in dem großen Kriegsgrab auf dem Alten Friedhof Flensburg beigesetzt, in dem die meisten Gefallenen von Idstedt ruhen.

Nachwirkungen

Schleppegrells Sturz bewahrte die schleswig-holsteinische Armee vor einer noch schwereren Niederlage, da die dänische Führung nach den Ereignissen in Oberstolk die Einheiten Schleppegrells zurückrief.

Oberstleutnant C. E. J. Bülow (1814–1890) war einer derjenigen, die Schleppegrell in seinen letzten Stunden erlebte. Sein Augenzeugenbericht ist in dem 1888 erschienenen Buch über die beiden Schleswig-Holsteinischen Kriege von Otto Vaupell enthalten.[3] Auch in N.F.S. Grundtvigs Gedicht „Kiærminde-Vise“ (deutsch: „Es war ein Sommermorgen“) über die Schlacht von Idstedt wird Schleppegrells Tod erwähnt.

Literatur

  • H.W. Harbou: Friderich Adolph Schleppegrell. In: Carl Frederik Bricka (Hrsg.): Dansk biografisk Lexikon. Tillige omfattende Norge for Tidsrummet 1537–1814. 1. Auflage. Band 15: Scalabrini–Skanke. Gyldendalske Boghandels Forlag, Kopenhagen 1901, S. 189–193 (dänisch, runeberg.org).
  • Daniel Bruun: Schleppegrells Breve fra Treaarskrigen. Gads danske Magasin. Ausgaben: Juli, August, September, 1912.
  • Ebbe Gotfredsen: Aalborg og Garnisonen. Selskabet for Aalborgs Historie. 1996. ISBN 87-87409-11-9. S. 91–96.
  • O. Vaupell: Kampen for Sønderjylland. C.A. Reitzels Forlag, 1888.
  • Den dansk-tyske Krig 1848-50. Udg. af Generalstaben, III, 2, S. 1485 ff.
Commons: Friderich Adolph Schleppegrell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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