Schloss Kuhna
Schloss in der Woiwodschaft Niederschlesien, Polen
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Das Schloss Kuhna (polnisch Pałac w Kunowie) ist die Ruine eines Schlosses in Kuhna (Kunów), Powiat Zgorzelecki, Polen.


Geschichte
Das Gut zu Kuhna war schon vor 1390 in Besitz derer von Gersdorff, ab 1538 in Besitz der von Warnsdorf, die 1579 ein Renaissanceschloss mit umgebendem Wassergraben errichten ließen. Ein Hans Georg d. J. von Warnsdorf besaß mehrere Güter in der Region um Görlitz.[2]
Im Jahr 1662 wurde das Schloss um einen Nordflügel erweitert. Später war es in Besitz des Adelsgeschlechts Holtzendorff und derer von Uechtritz, die das Schloss barock umbauen ließen. Um 1750 war eine Frau von Knoch geborene von Schönberg die Eigentümerin; 1845 galt Herr Meusel als Grundherr.[3] Im Jahr 1824 wurde das Schloss modernisiert.
Ab 1852 wurde das Herrenhaus mit Fensterverdachungen und einem Zinnenkranz neogotisch überformt. Als Bauherr tätig wurde der Bankier Martin Magnus (1796–1869), im Jahr 1853 in den Adelsstand erhoben, 1868 gleich in den Freiherrenstand (landläufig Baron). Er war Inhaber des Bankhaus F. Mart. Magnus in Berlin-Mitte. F. M. Magnus war in erster Ehe verbunden mit Fanny Fränkel (1801–1841) aus Warschau stammend und in zweiter Ehe mit Henriette von Prittwitz und Gaffron (* 1831).[4] Nutznießer wurden zunächst kurz Freiherr Martin von Magnus-Drehsa (* 1819) und dessen Schwester Marie (* 1833). Marie von Magnus[5] heiratete 1854 auf Kuhna den Offizier und späteren Generalmajor Anton von L`Estocq (1868–1932). Erbe war aber dann der Halbbruder Martin (Martin Heinrich Karl) von Magnus (* 1859). Freiherr Martin jun. von Magnus[6] heiratete Marie Ida von Witzleben (* 1871). Der Rittergutsbesitzer von Magnis-Kuhna war in mehreren Fachverbänden organisiert.[7] Der Besitz in Kuhna beinhaltete Ende des 19. Jahrhunderts 195 ha und in Thielitz 197 ha.[8] Hinzu kamen noch Güter in Wendisch-Ossig und Cosma.[9]
Der letzte Gutsbesitzer zu Kuhna Martin (Martin Heinrich Karl) von Magnus starb 1939 in Görlitz, seine Frau Maria von Magnus geb. von Witzleben[10] ebenda 1948.
Nachdem die Region an die Volksrepublik Polen gefallen war, wurde eine auf Schloss und Gut eine PGR errichtet.
Architektur
Der älteste Teil der Anlage ist das zweigeschossige Schloss. Davor befindet sich ein Turm mit barockem Aufsatz, dessen Turmhelm nach 1945 abgetragen wurde. Das Säulenportal des Schlosses hat einen Fries mit den Familienwappen der Familien von Warnsdorf, von Rechenberg, von Schaffgotsch und von Zedlitz. Im Tympanon über dem Portal befindet sich eine Vanitas-Darstellung.
Östlich des Schlosses befindet sich eine Kapelle. In der Nähe des Palastes befindet sich ein Komplex von Wirtschaftsgebäuden, bestehend aus drei Nebengebäuden, einem Getreidespeicher und Nebengebäuden. Hinter dem Palast befinden sich die Überreste des Landschaftsparks.

Literatur
- Arne Franke (Hrsg.): Kleine Kulturgeschichte der schlesischen Schlösser. Band 1: Niederschlesien. Bergstadtverlag Wilhelm Gottlieb Korn, Görlitz 2015, S. 191
- Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der Preußischen Monarchie nebst den königlichen Familien-, Haus-, Fideicommiss- und Schattull-Gütern nebst Text. Band 3, Selbstverlag, Berlin 1865/1866, Blatt 166.
- Friedrich Gottlob Leonhardi (Hrsg.): Erdbeschreibung der Churfürstlich- und Herzoglich-Sächsischen Lande. Band 4, 3. Auflage, Johann Ambr. Barth, Leipzig 1806, S. 335.