Schloss Königsborn (Alt Königsborn)
denkmalgeschütztes Bauwerk in Königsborn, einem Ortsteil der Gemeinde Biederitz im Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt
From Wikipedia, the free encyclopedia
Das Schloss Königsborn, auch als Kulturhaus Königsborn bezeichnet, ist ein denkmalgeschütztes Bauwerk in Königsborn, einem Ortsteil der Gemeinde Biederitz im Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt. Im örtlichen Denkmalverzeichnis ist das Schloss unter der Erfassungsnummer 094 76367 als Baudenkmal verzeichnet.[1]


Allgemeines
Es ist eines von zwei Bauwerken, die in der Literatur als Schloss Königsborn bezeichnet werden. Bei dem zweiten handelt es sich um den Gutshof Königsborn im sogenannten Neu Königsborn.
Das Bauwerk befindet sich unter der Adresse Möckerner Straße 9 in Königsborn.[2]
Geschichte
Während der Zeit von 1575 bis 1579 befand sich der Gutsbezirk Königsborn im Besitz von Oberst von Ziegesar, als Lohn für seine Kriegsdienste. Dieser ließ ein Renaissanceschloss errichten, welches während des Dreißigjährigen Krieges zerstört und danach wieder aufgebaut wurde. Von 1619 an befand sich das Schloss im Besitz[3] der ebenso uradeligen Familie von Tresckow, welche 1652 einen barocken Flügel anbauen ließ. In der Zeit von 1760 bis 1770 wurde das Gebäude zweigeschossig mit übergiebeltem Mittelrisalit zur Hofseite und einem breiten Risalit zur Gartenseite umgebaut. 1767 wurde durch den bürgerlichen Kriegsrat Friedrich Gossler eine Seidenfabrik im Keller des Schlosses betrieben, während in Neu Königsborn ein neues Gutshaus entstand.
Johann Gottlob Nathusius erwarb 1834 sowohl das Gutshaus als auch das Schloss und vererbte es seinem 1861 im ostpreußischen Königsberg nobilitierten Sohn, Geheimer Regierungsrat Wilhelm von Nathusius, welcher somit die Hauslinie von Nathusius IV gründete. Seine Ehefrau wurde Marie geb. von Meibom. Von Gut Königsborn stammen auch die Schriftstellerin Elsbeth von Nathusius und eine ihrer jüngeren Schwester, der Portraitmalerin Susanne von Nathusius, die wiederum im Wechsel in Halle a.d.S und Paris lebte.[4] Die Nathusius führten zuweilen den Namenszusatz von Nathuius-Königsborn.[5] IV Sie blieben zunächst bis etwa 1890 im Besitz des Anwesens[6] und bewirtschafteten im gleichen Landkreis noch Gut Mahlitz, das bis in die 1920er Jahre als Wohnsitz diente.[7][8]
Durch die Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone im Jahr 1945 wurden die Eigentümer enteignet und das Gebäude als Kulturhaus und Wohnhaus genutzt.[9][2]
Beschreibung
Literatur
- Ute Bednarz, Folkhard Cremer (Bearb.): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Band: Sachsen-Anhalt. I: Regierungsbezirk Magdeburg. Hrsg. Georg-Dehio-Nachfolge/Dehio-Vereinigung e.V., Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2002, ISBN 3-422-03069-7.
- Bruno J. Sobotka (Hrsg.): Burgen, Schlösser, Gutshäuser in Sachsen-Anhalt. Stuttgart 1994, ISBN 3-8062-1101-9.
- Ernst Wernicke: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Kreise Jerichow. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Sachsen. Heft XXI, Hrsg. Historische Commission der Provinz Sachsen, Verlag von Otto Hendel, Halle a.d.S. 1898, S. 123–124–125–128.
Weblinks
- Philipps-Universität Marburg | Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg | DE: Alt Königsborn | Schloß Alt Königsborn