Schloss Pfauhausen
Schloss in Pfauhausen, Wernau (Neckar)
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Beim Schloss Pfauhausen handelt es sich um den Rest eines Renaissanceschlosses in Form einer ehemals vierflügeligen Kastellburg im vormaligen Pfarrdorf Pfauhausen, heute Ortsteil von Wernau (Neckar) im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg.


Das einstige Schloss und spätere Schul- und Rathaus ist ein zentrales Zeugnis der Herrschafts-, Ortsbau- und Siedlungsgeschichte von Wernau.[1]
Geschichte
Vorgängerbauten
Historische Einordnung der Burgstelle
Die Burgstelle liegt im Osten des mittleren Neckargaus, im 11. Jahrhundert der Herrschaftsbereich der Zähringer rund um die ehemalige Burg Limburg und ab dem 12. Jahrhundert deren späteren Nachfolger, der Herzöge von Teck im Umland der Burg Teck.[2] Die umliegenden Ortschaften zwischen Neckar und Fils, Bodelshofen, Steinbach (Burgstelle Palmsches Schloss), Notzingen (Burg Tumnau) und Hochdorf (Burgstelle Hinterburg) lagen ebenfalls in diesem Herrschaftsbereich, der sich ehemals bis in den Schurwald erstreckte.[3] Mit dem benachbarten Wendlingen und seiner Burg verlief ab dem 12. Jahrhundert die Grenze zum Herrschaftsgebiet der Grafen von Aichelberg, die ebenfalls Nachfolger der Zähringer waren.
In der Gegend um Weilheim, Kirchheim und Nürtingen hatte bereits im 11. Jahrhundert Richwara, Tochter des Herzog Konrads II. von Kärnten, umfangreiches Heiratsgut in die Ehe mit Berthold I. eingebracht.[4] Im Verlauf des Investiturstreits suchte das Heer Heinrichs VI. den mittleren Neckarraum heim.[5] So wurde die in Sichtweite gelegene Plochinger Kirche zusammen mit dem danebenliegenden Herrenhof im Zusammenhang der Auseinandersetzungen mit Rudolf von Schwaben im Jahr 1078 niedergebrannt.
Es ist davon auszugehen, dass auch die Burg in Pfauhausen der Sicherung des Wegenetzes in diesen ehemaligen Herrschaftsbereichen diente. Die Verbindung der Lehensverhältnisse in den Nürtinger Raum belegt die Urkunde einer Stiftung der Familie Zutelman aus dem Jahre 1274.[6]
Mittelalterliche Hangburg an einer Neckarfurt
Ursprünglich stand am Standort, der sich auf einer Anhöhe oberhalb des mittelalterlichen Ortskern Pfauhausens am rechten Neckarufer befindet, eine mittelalterliche Hangburg, welche eine Furt über den Neckar sicherte. Diese gewährleistete den Übergang einer alten Römerstraße, die links des Neckars von Köngen her kommend[7] bei Reichenbach schließlich die Fils querte.[8] Noch in Karten von 1823 ist die Lage einer Furt mit ihrem Stichweg im Bereich der heutigen Einmündung der Raitenstraße in die Plochinger Straße erkennbar.[9] Die mittelalterliche Furt wird allerdings weiter flussaufwärts nahe der Burg vermutet, wo auch spätestens ab dem 17. Jahrhundert eine Brücke belegt ist.[10]
Westlich der Burg führte ein Hohlweg (Hohe Straße und im weiteren Verlauf Brunnenstraße) auf die Hochstraße über das Bergfeld, auf der noch heute ein Zubringer des Jakobsweges (Winnenden – Bodelshofen – Neckartailfingen) verläuft.[11] Von Kirchheim über Bodelshofen her kommend stellte ebenfalls eine Altstraße die Anbindung zur Furt bei Pfauhausen her. So wurde bereits in früherer Zeit eine alte Heerstraße auf den Anhöhen rechts der Lauter, von Pfauhausen über Bodelshofen in Richtung Kirchheim führend, vermutet.[12]
Es handelte sich bei dieser Anlage um die typische Form eines fränkischen Herrensitzes mit einer Kirche auf dem gegenüberliegenden flachen Sporn zwischen Neckar und Bodenbach. Unterhalb des Kirchbergs, an der Mündung des Bodenbachs in den Neckar, hatte sich bis zum 8. Jahrhundert der Ort Hausen gebildet, dessen Name typisch für Siedlungsgründungen im Zuge der fränkischen Landnahme ist.[13] Bei Bauarbeiten im Bereich des ehemaligen Schlossareals (früheres Backhaus am Schulweg) wurde im Jahr 1935 eine Perlenkette aus alemannischer Zeit gefunden.[10] Oberhalb des mittelalterlichen Burgareals in der Flur Maurenacker wurden 1811 eine römische Niederlassung[14][15] und im 19. Jahrhundert Reste römerzeitlicher Siedlungsspuren dokumentiert.[16]
- Südwestdeutschland gegen Ende des 2. / Anfang des 3. Jh. n. Chr. Karte des Limeshinterlandes mit Neckarübergang südlich des Neckarknies bei Plochingen und Fernweg über den Schurwald nach Lorch
- Lage des Ortes (Pfau-)Hausen am Neckar mit Verbindungsweg Richtung Bodelshofen und Neckarübergang. (Kiesersche Forstkarte 1686)
- Historische Flurkarte von Pfauhausen mit Neckarinsel und Stichweg zur Furt Kartenblatt NO XVIII 24 (Quelle: Staatsarchiv Ludwigsburg)
- Verlauf des ehemaligen Weges von der Furt Pfauhausen über die Hohe Straße (südwestlich des Schlossareals mit nur noch einem Flügel) zur Hochstraße auf dem Bergfeld (unterhalb der südöstlich gelegenen Ziegeläcker)
- Flurkarte mit Verlauf des Altweges links des Neckars (Teilstück westlich der Wüstenäcker)
Burg der Ritter von Hausen genannt Hochschlitz
Spätestens im 13. Jahrhundert gelangte die Burg in den Besitz der seit 1241 urkundlichen Herren von Hochschlitz (auch als Hausen, genannt Hochschlitz bezeichnet), die auch das Patronatsrecht an der gegenüberliegenden Erasmuskirche innehatten. Die auch Hochschlitz von Pfauhausen genannte Niederadelsfamilie hatte mit Walter II. von Hochschlitz ihren bedeutendsten Vertreter und war bis 1445 nachweisbar.[13]
Burgstall und früherer Schlossbau
Zwischen der Mitte des 14. Jahrhunderts bis Mitte des 15. Jahrhunderts ist ein ständig wechselnder Grundbesitz des Ortes und teilweise des Burgsitzes nachweisbar.[13]
Zwischen 1398[13] bzw. 1466[17] war die ursprüngliche Burg mehrfach als Burgstall bezeugt. So verkaufte im Jahr 1446 ein Heinrich von Wernau dessen Bruder Hans seinen Anteil an dem Burgstall und dem Dorf Pfauhausen.[18]
Im Jahr 1474 erlaubten die Grafen Ulrich V. und Eberhard VI. von Württemberg den Brüdern Georg und Ulrich von Wernau zu Wendlingen die Aufrichtung eines eigenen Niedergerichts in Pfauhausen.[19] Wenige Jahre später 1479[20] verkaufte Georg von Wernau die Burg an die Brüder Wilhelm, Hofmeister der Barbara Gonzaga, und Ludwig d. Ä. aus der Weilheimer Seitenlinie.[21]
Im Bauernkrieg wurden 1525 sowohl das Pfauhausener Schloss als auch das in Unterboihingen, welches sich ebenfalls im Besitz des Veit von Wernaus befand, vom aufständischen Bauern geplündert.[22]
In der Folgezeit war die Burganlage bis zur Neuerrichtung des Schlosses Ende des 16. Jahrhunderts zahlreichen Umbaumaßnahmen unterworfen. 1546 kehrte Hans Ludwig von Wernau von einem Kriegszug zurück. Er wohnte im Schloss Pfauhausen und ließ verschiedene Umbauten „gegen den Neckar zu“ vornehmen.[23][24]
Einen Eindruck vom Zustand vor dem Neubau der Kastellanlage liefert die Darstellung auf der Karte des Kirchheimer Forsts von Georg Gadner aus dem Jahr 1589.[25]
Schlossneubau unter den Herren von Wernau im 16. Jahrhundert
Um- und Neubau zum Renaissancekastell (1582–1590)
Die einer Kastellburg gleiche vierteilige Schlossanlage wurde ab 1574[13] und dann weiter für Hans Veit von Wernau, Ortsherr zu Pfauhausen, Unterboihingen, Diessen und Bieringen, in den Jahren von 1582 bis 1588[13] bzw. 1590 errichtet.[17]
Angebliche teilweise Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1693)
1693 während des Pfälzischen Erbfolgekrieges kam es im Zuge des „zweiten Franzoseneinfalls“ in Württemberg zu umfangreicheren Zerstörungen durch französische Truppen im Ort,[26][27] bei denen angeblich auch das Schloss in Mitleidenschaft gezogen wurde.[28][29]
Übergang durch Erbschaft an die Familie Rotenhan (1696)
Nach dem Tod des letzten männlichen Nachkommens, Johann Georgs von Wernau im Jahr 1696 fielen Ort und Schloss durch die Heirat seiner Nichte Maria Elisabeth von Wernau an Joachim Ignatz von Rotenhan. Er hatte seinen Wohnsitz meist in Bamberg und starb 1736. Sein Nachfolger Karl Alexander beabsichtigte den Verkauf der Güter in Neuhausen und Pfauhausen, ein Vertrag mit Herzog Carl Eugen von Württemberg, mit dem die Familie in Verhandlungen stand, kam allerdings nicht zu Stande.
Verkauf an das Hochstift Speyer (1769)
Im Jahr 1769 kaufte Fürstbischof Kardinal Franz von Hutten von seinem Verwandten Karl Alexander von Rotenhan die Herrschaft Neuhausen und Pfauhausen, wodurch der Ort mit der Schlossanlage in den Besitz des Hochstifts Speyer gelangte. Er wollte damit wohl linksrheinisch Verluste ausgleichen, nach anderer Darstellung war ihm wohl auch daran gelegen, für schlimme Zeiten eine sichere Zuflucht zu gewinnen.
Unter württembergischer Herrschaft (ab 1806)
Im Rahmen des Tausch- und Epurationsvertrag (Artikel 5), eines Staatsvertrages zwischen dem Königreich Württemberg und dem Großherzogtum Baden, der am 17. Oktober 1806 von beiden Parteien in Karlsruhe unterzeichnet wurde, gelangte Pfauhausen mitsamt dem Schloss in württembergischen Besitz. In den Jahren 1810 bis 1812 wurde die Schule im Schloss untergebracht.[30]
Bis auf den Versuch eines Esslinger Bürgers, in den Jahren 1812 bis 1813 eine Baumwoll-Maschinenspinnerei im Schloss einzurichten, ist über die zwischenzeitliche Nutzung des Schlosses nichts bekannt.[31]
Das Schloss im Besitz der Gemeinde Pfauhausen (1820)
Abriss bis auf den Ostflügel (1823)
1820 kam es in Gemeindebesitz[32] und wurde nur drei Jahre später bis auf den Ostflügel abgerissen. Eine Ansicht des Schlossrestes aus östlicher Richtung findet man auf dem Landschaftsgemälde „Pfarrdorf Pfauhausen am Neckar Fluße“ von Carl Ebert aus dem Jahr 1847.[33]
Umbau zum Rat- und Schulhaus (1913)
Der verbliebene Flügelrest ist erhalten und wurde 1913 zum Rat- und Schulhaus umgebaut. Die ehemaligen Zehntscheuern mussten in den 1950er Jahren dem Neubau der Schlossgartenschule weichen.[34] Dort ist im Foyer noch eine Erinnerungstafel eingelassen.[35] Bis 2019 wurde das Schloss als Grundschule der Schlossgartenschule genutzt.
Heutige Nutzung
Im Obergeschoss befindet sich die Sammlung der Wernauer Geschichtsstube.[36] Der Schlosskeller wird von der Stadt Wernau für kulturelle Veranstaltungen genutzt, der Saal im Erdgeschoss durch die Musikschule Wernau.
Erinnerungstafeln
Erinnerungstafel an den Schlossbau
Rechts vom Eingang ins Schloss, gegenüber der Pfarrkirche St. Erasmus, ist zur Erinnerung des Schlossbaus eine Sandsteintafel mit Rollwerkdekor und Bauinschrift in die Außenwand eingelassen.[37] Sie trägt neben dem Wappen Hans Veits von Wernau das seiner ersten Frau, Anna geborene von Rechberg († 31. Mai 1566) und der zweiten Anna von Kaltenthal zu Hofen. Ihre Inschrift lautet:
AUF DEN 18. APRILIS ANNO 1582 HAT DER EDEL UND VEST HANS VEIT VON WERNAU ZU WERNAU PFAUHAUSEN UNDERBEIINGEN DIESSEN UND BIERINGEN DISES CASTEL DEN HALBEN THAIL GEGEN STAINBACH UND DEN 10. APRILIS ANNO 1588 DEN ANDERN HALBEN THAIL GEGEN DEM NEGHKER ANGEFANGEN AUF AINEN AICKHEN ROST ZU BAUEN DARZU VELEIHE DER ALLMECHTIGE GOTT AINN GUETEN ANFANG DAS ES DISEM LOBLICHEN GESCHLECHT ZU ALLEM HAIL UND GLIECKLICHER WOLFARDT GEDEIHE AMEN!
Von der römischen Antike bis in das frühe 20. Jahrhundert war auf weichem Untergrund eine Schwellenrostgründung üblich, wobei mehrere Schwellen im Wandverlauf nebeneinander gelegt und durch kürzere Querschwellen verbunden werden. Nur an den Gebäudeecken waren die Schwellen kreuzweise übereinander gelegt. Die Zwischenräume verfüllte man mit Kies, Bauschutt oder Lehm, und darüber wurde zunächst unvermörteltes und oberhalb vermörteltes Mauerwerk gesetzt.
- Erinnerungstafel zum Bau der ehemaligen Schlossscheuern (Wappen Wernau und Rechberg)
Erinnerungstafel an de Schlossscheuern
Die Inschrift der Erinnerungstafel an den Bau der Schlossscheuern lautet:
ANNO DOMINI 1566 HAB ICH HANS VYT VON WERNAU MIT MEINER LIEBEN HAUSFRAU ANNA VON WERNV GEBOHRENE VON RECHBERG VON HOHENRECHBERG DISEN BAV MIT GOT ERBAUET.
Zeitgenössische Literatur
Wernauische Familienchronik des Valentin Salomon von Fulda
Hans Veit von Wernau beauftragte Valentin Salomon von Fulda[38] mit der Verfassung einer Familienchronik, welche dieser im Jahr 1592 abschloss. In dieser Chronik beschrieb er auch die Errichtung des Pfauhausener Schlosses. Für den 27. Juli 1591 bezeugte der Autor, dass er „eben ein halb Jahr zu Pfauhausen geweßt“.[39] In dieser Zeit war er mit Recherchen zur Genealogie der Herren von Wernau in der Region unterwegs. So war noch in dieser Zeit nach seiner Notiz im Langhaus der Martinskirche in Kirchheim ein großer Stammbaum der Wernauer gemalt.[40] In der Eusebiuskirche in Wendlingen befindet sich ein Erbbegräbnis der Familie.[23] Auf dem Titelblatt der Chronik ist das Vollwappen der Herren von Wernau mit der Ahnenprobe Hans Veits von Wernau sowie links und rechts die Wappen seiner beiden Frauen dargestellt.
- Titelblatt der Chronik der Herren von Wernau, Handschrift des Valentin Salomon von Fulda (1592)
Trivia
Die Sage von den drei Brotlaiben
Um die drei Kugeln im Wappen der Herren von Wernau rankt sich die Sage von den drei Brotlaiben. Sie hebt geheimnisvoll an mit einem dunklen Verlies im Schlossturm des Pfauhausener Schlosses, wo auf dürftigem Lager ein Gefangener sich nach Sonne und Freiheit sehnt. Säge, Feile und Seil, in drei Brotlaiben versteckt, verhalfen ihm dazu.[41]
In einer Variation dieses Themas waren es die Dorfherren selber, die im Turm gefangen saßen und mit den drei Brotlaiben vier Wochen Belagerungszeit durchhalten mussten.[10]
Angeblich führte in früherer Zeit ein unterirdischer Gang vom Wohntrakt des Schlosses in den Bereich der ehemaligen Wehrkirche. Dieser soll 1894 und 1913 bei Bauarbeiten festgestellt worden sein, konnte jedoch bei Ausgrabungen in den sechziger Jahren nicht gefunden werden.[33]
Beschreibung
Zustand vor 1820
Die ursprüngliche Schlossanlage lässt sich nur aufgrund von Bildern beschreiben. Die vierflüglige kastellartige geschlossene Anlage war ein rechteckiger hoher Grundkörper (Außenmaße ca. 36 × 34,5 m) mit einem stark gemauerten Keller- oder Erdgeschoss, dem sich zwei weitere Etagen anschlossen. Die vier Flügel waren mit einem Mansarddach versehen; ob als Mansardflach- oder Walmdach ist nicht feststellbar.
Eine Beschreibung aus dem Königlich-Württembergischen Staats- und Regierungsblatt aus dem Jahr 1818 beschreibt den damaligen Zustand der Anlage wie folgt:[42]
„Dieses Gebäude ist größtentheils von Stein, Stock hoch und hat 4 Flügel wovon zwei 120‘ und zwei 115‘ lang sind. In der Mitte derselben ist ein geräumiger beschlossener Hof, den in allen 3 Etagen eine hölzerne Gallerie umgiebt. Unter dem Gebäude befinden sich ringsum gute gewölbte Keller, parterre Kammern, Gewölbe, Stallungen, im 2. und 3. Stock 24 Zimmer und Kammern mit 6 eisernen Öfen, 2 Küchen und 2 Speisekammern, unter dem Dach große Fruchtkästen.“
Heutiger Zustand
Mit dem Umbau 1913 gelang eine qualitätvolle Transformation des Renaissancegebäudes im Sinne des Heimatschutzstils.[1] Die Ecken des Ostflügels wurden mit angedeuteten Eckrisaliten umgebaut. Diese sind mit Eckbuckelquadern versehen. Der Südost-Nordwest ausgerichtete Schlossflügel hat heute an der südwestlichen Längsseite ein Mittelrisalit mit Dreiecksgiebel und Portaleingang. An der Rückseite nach Südosten befindet sich der erhaltene Fachwerkteil als Balkongalerie im ersten Stock mit den Resten eines Laubengangs im Erdgeschoss. Die lange Nordostseite weist ebenfalls ein breites gemauertes buckelquadergerahmtes Rundbogentor als Eingangsportal im ersten Stock auf, das über eine Freitreppe erschlossen wird. Hier ist ein Mittelrisalit durch ein Zwerchdach mit Satteldach und gedecktem und nur leicht vorspringendem Dreiecksgiebel nur symbolisch angedeutet. Die beiden schmalen Dachseiten haben ebenfalls einen Dreiecksgiebel, die dem Gebäude ein gleichmäßiges Aussehen verleihen. Den nördlichen Eckrisalit ziert ein Kratzputzbild mit St. Georg anstelle des südlichen Fensters.[43] In den beiden Längsseiten des abgewalmten Dachbereiches befinden sich eine große Anzahl Dachfenster. Der Schlossflügel wird heute zentral von einem Glockenturm mit verschieferter barocker Haube bekrönt.[44]
- Erhaltener Ostflügel
- Ansicht von Südwesten
- Erhaltener Teil der Fachwerkgalerie zum ehemaligen Innenhof
- Innerer Torbogen zum ehemaligen Innenhof des Kastells
- Schlussstein am inneren Torbogen mit Jahreszahl 1589
- Bleiglasfenster im Oberlicht der Tür zum ehemaligen Ratssaal
Persönlichkeiten mit Burg und Schloss Pfauhausen verbunden
- Walter II. von Hochschlitz (1320–1369), Bischof von Augsburg, stammte aus Pfauhausen
- Veit Gottfried von Wernau (1601–1649), Domdechant in Würzburg aus der Unterboihinger Linie der Herren von Wernau wurde in Pfauhausen geboren und in St. Erasmus getauft.
Literatur
- Anton Denzinger: Wernau Neckar, Werden und Wachsen, eine Chronik, von der Gemeinde Wernau (Neckar) herausgegeben zur Stadterhebung, 1968
- Anton Denzinger, Diether Hauber: Wernau 700 Jahre Pfauhausen + Steinbach, Kirchheim unter Teck, 1976, herausgegeben von der Stadt Wernau (Neckar)
- Diether Hauber, Peter Balle jun., Anton Denzinger, Ferdinand Schaller: Wernau (Neckar) – Alte Ansichten von Pfauhausen und Steinbach, Kirchheim unter Teck, 1982, Herausgeber: Dr. Claus Gottlieb
- Ferdinand Schaller: Pfauhausen und Steinbach: Wernau am Neckar in alten Tagen. Sutton Verlag, Erfurt 2009, ISBN 978-3-86680-344-2.
- Michael Baumann: Wernau am Neckar, 1938–1988 aus der Reihe Archivbilder, Sutton Verlag, Erfurt 2010, ISBN 978-3-86680-648-1
Weblinks
- Schlossrest Wernau am Neckar in der privaten Datenbank Alle Burgen.
- Pfauhausen. In: LEO-BW, Landesarchiv Baden-Württemberg.