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Schloss Schönau (Bad Säckingen)

Schloss in Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Schloss Schönau, auch Schönauer Schloss, Schloss Säckingen oder Trompeterschlösschen genannt, ist ein Schloss in der Kurstadt Bad Säckingen im Landkreis Waldshut in Baden-Württemberg.

Schloss Schönau, Vorderseite
Schloss Schönau, Rückseite

Geschichte

Das Schloss wurde von 1600 bis 1680 von Hans Kaspar von Schönau errichtet und blieb trotz zahlreicher Umbauten in späteren Jahren im Wesentlichen erhalten. Ursprünglich verfügte das Gebäude über vier Ecktürme. Bei Umbauarbeiten während des späten 17. Jahrhunderts wurden jedoch die beiden nordostseitig gelegenen Türme abgerissen. Stattdessen erhielt die Südwestseite einen zusätzlichen Turm in der Mitte.

Bei im 19. Jahrhundert veranlassten Renovierungen des zwischenzeitlich als Brauhaus genutzten Gebäudes wurde ein Teil der historischen Bausubstanz zerstört. 1928 erwarb die Stadt Bad Säckingen das Schloss und richtete in den folgenden Jahren das Hochrheinmuseum ein.

Hochrheinmuseum im Schloss

Das Hochrheinmuseum, im Jahr 1925 begründet durch Emil Gersbach, steht in der Trägerschaft der Stadt und widmet sich der Geschichte Bad Säckingens und der Region Hochrhein-Hotzenwald. Es befindet sich seit 1938 in Schloss Schönau. Das Museum umfasst vier Abteilungen:

  • Die multimedial konzipierten "ScheffelRäume" im Erdgeschoss beherbergen seit 2016[1] rund 40 Exponate aus den Beständen der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe zum Säckinger Aufenthalt des jungen Joseph Victor von Scheffel in den Jahren 1850/51 und zu seinem drei Jahre später veröffentlichten Erstlingswerk Der Trompeter von Säkkingen.
  • Die Stadt- und Regionalgeschichte im Erdgeschoss präsentiert sich mit Gemälden und Kunstwerken aus der Zeit bis zur Auflösung des Damenstifts, u. a. mit einem Porträt der letzten Äbtissin Marianna Franziska von Hornstein, sowie mit der "Hotzenstube" und ihrer für die bäuerlichen Kultur typischen "Kunst", dem Kachelofen mit Bank.
  • Das Trompetenmuseum im ersten Obergeschoss wurde 1985 gegründet. Es basiert auf dem Fundus des Schweizer Trompetensammlers Ernst W. Buser. Die bedeutende Sammlung wurde von der Stadt erworben, erweitert und wissenschaftlich dokumentiert. Das älteste ausgestellte Instrument ist eine Naturtrompete aus dem Jahr 1664.
  • Das Museum für Ur- und Frühgeschichte im dritten und vierten Stock birgt archäologische Funde der Region, u. a. eine 1920 nördlich der Stadt am Röthekopf aufgefundene menschliche Schädeldecke aus dem Paläolithikum.

Der große Saal im zweiten Obergeschoss wird für Empfänge, Vorträge, Konzerte und repräsentative Veranstaltungen genutzt. Drei kommunizierende Räume sind wechselnden Sonderausstellungen vorbehalten.

Wechselausstellungen

  • 2025: Otto Rünzi – der vergessene Maler. 01.11.2025–01.03.2026
  • 2026: Scheffel und die Trompeterstadt – Eine Geburtstagsausstellung. 01.04.2026–01.11.2026

Parkanlage

Kakteen-Rondell im Park von Schloss Schönau

An der Südseite erstreckt sich der Schlosspark mit altem Baumbestand, Springbrunnen, einer Konzertbühne, Café im Teehäuschen, einem kleinen Kakteengarten und einer Voliere. In der Nähe der Rheinufermauer befindet sich ein Tor zum historischen Au-Friedhof.

Neben dem Namen "Trompeterschlösschen" erinnern zwei Trompeterstatuen im Außenbereich daran, dass Schloss und Park Schauplätze des Scheffelschen Versepos sind. Die jüngere von 1976 ist ein Werk von Josef Henselmann. Sie steht im Rondell am Eingang. Die ältere trägt neobarocke Züge und wurde 1876 von Heinrich Ruf geschaffen. Ein Bronze-Replikat befindet sich in der Nische unter der Freitreppe zum Park (Original im Schloss).

Auf der vom Rhein abgewandten Seite des Parks steht vor hohen Bäumen eine Büste des Dichters Joseph Victor von Scheffel. Sie ist ein Werk des Münchner Bildhauers Joseph Menges. Von 1901 bis 1940 stand sie als Ensemble mit einem Trompeter am Sockel auf dem Münsterplatz, bis die Nebenfigur aus Bronze im Zweiten Weltkrieg einer Metallspende zum Opfer fiel.

Das kleinformatige Kater-Hiddigeigei-Ensemble des Freiburger Bildhauers Matthias Dämpfle[2], das 2026 vor der Scheffel-Büste seinen Platz fand, versteht sich als künstlerischer Kommentar zum Schicksal des Scheffel-Denkmals von Joseph Menges.

Literatur

  • Max Miller (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Band 6: Baden-Württemberg (= Kröners Taschenausgabe. Band 276). Kröner, Stuttgart 1965, DNB 456882928.
  • Adelheid Enderle: Das Schloss Schönau in Bad Säckingen. Vom Adelssitz zum städtischen Kulturhaus. In: Vom Jura zum Schwarzwald 85, 2011, S. 73–76. e-periodica.ch
  • Bernhard Oeschger: Das Saeckinger Schloss Schönau, seine Baulichkeiten, Parkanlagen und Legenden. In: Badische Heimat 2/2022, S. 251–258 PDF
  • Der Trompeter von Säckingen. Eine Liebesgeschichte. Ein Buch. Ein Bestseller. Begleitende Publikation zur Dauerausstellung in den ScheffelRäumen, hrsg. von Hansgeorg Schmidt-Bergmann.Literarische Gesellschaft Karlsruhe 2016
  • Eveline Klein, Zeitfenster Heimat: 100 Jahre Heimatmuseum Bad Säckingen. Hamburg (BoD) 2025
Commons: Schloss Schönau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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