Schmuckschnepfe

Art der Gattung Rostratula From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Schmuckschnepfe (Rostratula australis), auch Australische Goldschnepfe genannt, ist eine Vogelart aus der Familie der Goldschnepfen (Rostratulidae), die im Südosten und Osten von Australien vorkommt.

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Schmuckschnepfe

Schmuckschnepfe (Rostratula australis)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
Familie: Goldschnepfen (Rostratulidae)
Gattung: Rostratula
Art: Schmuckschnepfe
Wissenschaftlicher Name
Rostratula australis
(Gould, 1838)
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Merkmale

Schmuckschnepfen,
Männchen (links) und Weibchen

Sie wird 24 bis 30 Zentimeter lang, die Flügellänge beträgt 50 bis 54 Zentimeter. Weibchen erreichen ein Gewicht von 119 bis 145 Gramm, Männchen sind mit einem Gewicht von 106 bis 142 Gramm im Durchschnitt etwas leichter. Die Schmuckschnepfe ist überwiegend bräunlich gefärbt. Die Unterseite ist größtenteils weiß und deutlich von der dunklen oberen Brust abgegrenzt. Ein auffälliger V-förmiger Streifen verläuft vom unteren Brustbereich bis in die Schulterregion. Der Schnabel ist hellgrau und geht zur Schnabelbasis hin in ein rötliches Braun über. Die von einem weißen Ring umgebenen Augen sind dunkelbraun, Beine und Füße sind gelblich-oliv bis gräulich-oliv. Die Weibchen sind etwas größer und farbenprächtiger. Sie haben einen dunklen, schokoladenbraunen Kopf und einen kastanienbraunen Nacken. Die Männchen sind insgesamt mehr bräunlich‑grau gemustert.[1]

Im Vergleich zur afroasiatischen Goldschnepfe (Rostratula benghalensis) hat die Schmuckschnepfe im Durchschnitt deutlich längere Flügel (Weibchen 14,7 bis 16,3 cm gegenüber 13,4 bis 14,7 cm), einen kürzeren Schnabel (Weibchen 40 bis 48 mm gegenüber 45 bis 51 mm) und kürzere Beine (Weibchen 39 bis 44 mm gegenüber 43 bis 49 mm).[1]

Lebensraum und Lebensweise

Die Schmuckschnepfe kommt in verschiedenen Süßwasser- und Brackwasserbiotopen vor. Darunter sind Seen, Sümpfe, Salzwiesen, Reisfelder, Bewässerungsgräben, überschwemmte Graslandschaften und andere Feuchtgebiete, deren Ufer von Schilf, Seggen, Binsen, und manchmal auch von Bäumen, Drahtsträuchern oder Myrtenheiden gesäumt sind. Sie ist dämmerungs- und möglicherweise auch nachtaktiv und ernährt sich von verschiedenen Pflanzen, Samen, Würmern, Weichtieren, Insekten, Krebstieren und Tausendfüßern. Schmuckschnepfen sind wahrscheinlich mehr oder weniger nomadisch und vereinzelte Nachweise aus abgelegenen Gebieten (z. B. Timor, Tasmanien, Norden von Westaustralien, Südinsel (Neuseeland)) gelten als Hinweise auf lange Zugstrecken.[1]

Zeichnung einer Schmuckschnepfe (unten) aus der Erstbeschreibung von John Gould[2]

Fortpflanzungsaktivitäten der Art wurden in allen Monaten nachgewiesen. Die Nester können weit voneinander entfernt einzeln stehen oder auch in sehr losen Kolonien gebaut werden. Oft befinden sie sich in der Nähe von nistenden Rotkopfsäbelschnäblern, Schlammstelzern, Schwarzbrust-Regenpfeifern oder Rotfuß-Pfuhlhühnern. Die Nester werden versteckt auf dem Boden gebaut und bestehen aus trockenem Gras, Wasserpflanzen, Zweigen und Blättern. Der Durchmesser beträgt 10 bis 15 cm und die Nester sind 2,5 bis 4 cm hoch. Das Gelege umfasst in der Regel drei bis vier (ausnahmsweise auch sechs) cremeweiße oder mattgelbe Eier mit schwarzen Streifen und wenigen, unregelmäßigen, braunen Flecken und Sprenkeln. Sie werden 15 bis 16 Tage lang nur vom Männchen bebrütet. Die Küken haben ein bräunliches Daunengefieder.[1]

Systematik

Die Schmuckschnepfe wurde 1838 durch den britischen Ornithologen John Gould unter der Bezeichnung Rhynchæa australis erstmals wissenschaftlich beschrieben.[2] Heute gehört sie zu Gattung Rostratula, die schon 1816 durch den französischen Ornithologen Louis Pierre Vieillot mit der Erstbeschreibung der südamerikanischen Weißflecken-Goldschnepfe (damals Rostratula semicollaris) eingeführt worden ist.[3] Zusammen mit der Goldschnepfe (Rostratula benghalensis) bilden die drei Arten die Familie der Goldschnepfen (Rostratulidae) in der Ordnung der Regenpfeiferartigen (Charadriiformes).

Gefährdung

Der Bestand wird von der IUCN als stark gefährdet (Endangered) eingeschätzt. Der Gesamtbestand ist sehr klein, die Anzahl ausgewachsener Individuen wurde 2022 auf 270 bis 410 Exemplare geschätzt, und geht durch die Zerstörung ihrer Feuchtgebiete weiter zurück.[4][1]

Einzelnachweise

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