Schwarzbach (Main)

rechter Nebenfluss des Mains From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Schwarzbach ist ein knapp 32 km langer rechter Nebenfluss des Mains in Hessen, der im Östlichen Hintertaunus entspringt und bei Okriftel mündet, einem Stadtteil von Hattersheim am Main. Sein Oberlauf trägt den Abschnittsnamen Dattenbach, bis in Eppstein von rechts der Daisbach zufließt.

Schnelle Fakten
Schwarzbach
Schwarzbach in Eppstein

Schwarzbach in Eppstein

Daten
Gewässerkennzahl DE: 2496
Lage Deutschland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Main Rhein Nordsee
Quelle als Dattenbach, 1,3 km südöstlich und oberhalb von Oberrod
50° 13′ 56″ N,  23′ 33″ O
Quellhöhe ca. 430 m ü. NHN [1]
Mündung bei Hattersheim in den Main
50° 3′ 16″ N,  30′ 31″ O
Mündungshöhe ca. 91 m ü. NHN [1]
Höhenunterschied ca.  98 m
Sohlgefälle ca.  3,1 
Länge 31,9 km[2]
Einzugsgebiet 134,76 km²
Abfluss am Pegel Eppstein[3] (80,7 % des Einzugsgebiets)
AEo: 109 km²
Lage: 14 km oberhalb der Mündung
NNQ (24. Sep. 1997)
MNQ 1956–2008
MQ 1956–2008
Mq 1956–2008
MHQ 1956–2008
HHQ (2. Jan. 2003)
86 l/s
204 l/s
877 l/s
8 l/(s km²)
11,7 m³/s
34,8 m³/s
Abfluss[4]
AEo: 134,76 km²
an der Mündung
MNQ
MQ
Mq
239 l/s
1,112 m³/s
8,3 l/(s km²)
Mittelstädte Idstein, Hattersheim am Main, Hofheim am Taunus
Kleinstädte Kriftel, Eppstein, Niedernhausen
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Verlauf des Schwarzbachs

Name

Der Bach war im Laufe der Geschichte unter verschiedenen Namen bekannt wie Kriftel, Cruofdero, Cruftele oder Kruftelam. Andere Namen waren bzw. sind Goldbach, Dattenbach, Kröftel und Okriftel. Kröftel ist auch der Name des Ortes, der nur 1 Kilometer entfernt von der Quelle liegt, also näher als der Ort Nieder-Oberrod, auf dessen Gemarkung sich die Quelle befindet. Sein erster Zufluss ist der durch Kröftel fließende Kröftelbach.

Historisch wichtig war der Schwarzbach im Mittelalter als östliche Grenze des Königssondergaus zum Niddagau. In römischer Zeit hatte die Kriftel die Civitas Taunensium (Wetterau und Vordertaunus) von der Civitas Mattiacorum (um Wiesbaden) getrennt.[5]

Geographie

Verlauf

Dattenbach
Der Schwarzbach entspringt unter dem Nebennamen Dattenbach im Östlichen Hintertaunus, am südlichen Rand der Untereinheit 302.7 Steinfischbacher Hintertaunus. Die Quelle befindet sich unmittelbar an der Landesstraße L 3023 zwischen Kröftel und dem Glashüttener Ortsteil Oberems unweit der kreuzenden Bundesstraße 8. Der Bach durchfließt zunächst im Bogen die Idsteiner Ortsteile Oberrod und Niederrod, und von da gen Süden. Erster Zufluss von links ist der Kröftelbach am nordöstlichen Fuß des auf Heftricher Gemarkung liegenden Totenbergs (396 m), an dessen Ostflanke der Bach weiter gen Süden fließt, und den Hohen Taunus erreicht an der Hasenmühle. Diese soll dem Schinderhannes als Unterschlupf gedient haben. Grund war zum einen die abgelegene Lage und zum anderen die Tatsache, dass der Bach dort damals Grenze zwischen Kurmainz und Nassau war.[6] Auf der anderen Seite des Baches lag 300 Meter stromabwärts die Fuchsmühle, die in den 1980er Jahren abbrannte.[7]

Spitzeberg (449,9 m) bei Ehlhalten (rechts)

Ab hier fließt der Bach durch das Naturschutzgebiet Dattenbachtal zwischen Kröftel und Vockenhausen, parallel zur Landesstraße 3011, entlang der Westflanke des Dattenbergs, einer felsigen Verlängerung des Berges Butznickel (462,2 m). Zwischen diesem und dem Spitzeberg (449,9 m) fließt von Schloßborn kommend der Weiherbach in den Dattenbach. 1,3 km weiter strömt zwischen der anderen Seite des Spitzebergs und dem Atzelberg (506,7 m) bei Ehlhalten der Silberbach in den Dattenbach. Nach weiteren 1,5 km erreicht das Gewässer den Vordertaunus, Untereinheit 300.10 Eppsteiner Horst.

Schwarzbach
Nach rund 16 km Fließstrecke vereinigt er sich südlich von Vockenhausen mit dem von rechts und Westen aus Richtung Niedernhausen kommenden, rund 15 km langen Daisbach. Hier legt er den Nebennamen ab, für die letzten 15,6 km bis zur Mündung gilt nur der Hauptname Schwarzbach. Der Name entstand, weil die anliegenden Gerbereien das Wasser des Baches schwarz färbten.[8] Noch in Eppstein fließt ihm von links zunächst der kleine Wellbach und bald der Fischbach zu, der aus Richtung des gleichnamigen Ortes kommt.

Der Schwarzbach fließt sodann im engen Lorsbachtal zwischen den Bergen Judenkopf im Westen und Staufen im Osten, deren Rücken gen Süden abfallen. Hinter dem Ort Lorsbach verlässt der Schwarzbach den Vordertaunus und erreicht das Main-Taunusvorland bei Hofheim, durch das der Bach hindurch fließt. Anschließend passiert er die Gemeinde Kriftel und mündet schließlich bei Okriftel in den Main.

Zuflüsse

Zu den Zuflüssen des Schwarzbaches gehören (flussabwärts betrachtet, Kilometerangaben von Mündung zur Quelle):[2]

Weitere Informationen Name, GKZ ...
NameGKZLänge
in km
Mündungs­höhe
m ü. NHN[1]
Zufluss­richtungEinmündung bei km (Koordinaten)MündungsortBemerkung
Silberbach 249616007,1180 links19,858 Ehlhalten Linker Nebenfluss
Daisbach 2496200014,8189 rechts15,6 (Koordinaten) Eppstein Rechter Nebenfluss
Dattenbach 2496000015,9189 links15,6 (Koordinaten) Eppstein Nebenname für den Quellfluss des Schwarzbaches
Wellbach 249632002,9180 links14,7 (Koordinaten) Eppstein Linker Nebenfluss
Fischbach 249640006,1179 links14,3 (Koordinaten) Eppstein Linker Nebenfluss, Längenangabe mit Krebsbach
Heilbach 249659141,2174 rechts13,2 (Koordinaten) Eppstein
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Daten

Fauna

Im Juli 2009 wurden 15.000 Junglachse im Schwarzbach ausgesetzt.[10] Die Behörden und die Umweltverbände hoffen, dass es einigen davon gelingt in einigen Jahren zurückzukehren und an dieser Stelle abzulaichen. Weiterhin kommen im Schwarzbach die folgenden Tierarten vor: Bachforelle, Äsche, Mühlkoppe, Bachschmerle und Steinkrebs. Zusätzlich am Unterlauf noch Regenbogenforelle, Aland, Döbel, Gründling, Hasel, Rotauge, Bitterling, Flussbarsch, Kaulbarsch, Zander, Marmorierte Grundel und Signalkrebs.[11]

Freizeit und Erholung

Am Schwarzbach entlang führt vom Freizeitpark Kriftel bis zur Mündung in den Main ein Planetenweg, der das Sonnensystem im Maßstab 1 : 1.000.000.000 darstellt.

Alte Eisenbahnbrücke

Etwa 100 Meter nordöstlich des Bahnhofs Hattersheim (Main) wird der Schwarzbach von der Taunus-Eisenbahn (Frankfurt mit Wiesbaden) auf einer eher unscheinbaren zweibogigen Brücke aus Sandstein überquert. Die Brücke stammt aus der Ursprungszeit der Bahn von 1839 und ist damit – zusammen mit der Eisenbahnbrücke Nied – eine der ältesten noch in Betrieb befindlichen Eisenbahnbrücken in Deutschland. Sie beruht auf einem Entwurf von Paul Camille von Denis. Die Brücke wurde 1911 mit Beton saniert. Sie ist ein Kulturdenkmal aufgrund des Hessischen Denkmalschutzgesetzes.[12]

Siehe auch

Einzelnachweise

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