Sebastian Voltmer
Deutscher Dokumentarfilmer
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Sebastian Voltmer (* 1. Dezember 1981[1]) ist ein deutscher Filmemacher, Komponist und international ausgezeichneter Astrofotograf.[2][3][4][5]
Leben
Sebastian Voltmer ist der Sohn des Fernsehjournalisten Manfred Voltmer (1942–2022) und der Sängerin und Musikerin Ulrike Voltmer.[6][7] Sein Großvater war der Zeitungsjournalist Erich Voltmer.[8]
Voltmer studierte ab 2000 an der Kunsthochschule Kassel Fotografie bei Floris Neusüss sowie Grafikdesign bei Nicolaus Ott und Bernard Stein. Weitere Studien führten ihn 2003 mit einem Stipendium an die Londoner Kingston University.[9][10] Er forschte in seiner Dissertation Fotografie als wissenschaftliches Argument an der Universität für angewandte Kunst Wien[11] an der Schnittstelle zwischen Medientheorie und Astronomie.
Neben seinem künstlerischen Schaffen setzt sich Voltmer als DarkSky-Aktivist[12][13] für einen natürlichen Nachthimmel ein und macht in den Medien auf die immer größer werdende Lichtverschmutzung aufmerksam. Darüber hinaus engagiert er sich für die Förderung junger Talente, so zum Beispiel den 13-jährigen Peter Lauras Theiss bei der Veröffentlichung von dessen Buch Fly me to the Moon. Die Weltraum-Schaukel.[14]
Als Juror war und ist Voltmer für internationale Film- und Fotowettbewerbe tätig, so zum Beispiel beim Jugendfilm-Wettbewerb „Créajeune 2012“, Mond-Fotowettbewerb der chilenischen Organisation „Comunidad Astronómica Aficionada Chilena“ (2020, initiiert durch die NASA),[15]„Astronomy for Education“ (OAE) der Internationalen Astronomischen Union (2021)[16] und Astrophotography contest (2023).[17]
Voltmer ist Ideengeber des Weltraum-Ateliers,[18] ein barrierefreies Museum für Astronomie und Raumfahrt im Sankt Wendeler Sternenland.
Werk
Fotografisches Schaffen
Voltmer feilte im Rahmen seiner Jugend-forscht-Arbeit[19][10] bestimmte Entwicklungs- und Verarbeitungstechniken für schwarz-weiß und Farbfilme immer weiter aus. In seinem Studium an der Kunsthochschule Kassel publizierte er im Kunstband Kunst und Fotografie – Floris Neusüss und die Kasseler Schule für Experimentelle Fotografie 1972–2002[20][21][22][23] eine Arbeit.
Im Bereich der Astrofotografie hat er spezifische HDR- und Schärfungs-Algorithmen entwickelt sowie Photoshop-Aktionen „Real-Stars“.[24] 2022 gelang ihm die Aufnahme der ISS mit zwei Astronauten beim Spacewalk.[3][25][26] Zusammen mit Dana Patchick, Marcel Drechsler und Xavier Strottner gelang es Voltmer erste Aufnahmen des neu entdeckten „Deadhead“ Nebels zu fertigen.[27][28]
Seine astrofotografischen Aufnahmen sind im Katalog Das Erbe des Augenblicks zu sehen.[29]
Film
Mit 17 Jahren drehte Voltmer seinen ersten Kurzfilm Das Gesicht des Mondes, der auf einer Openair-Veranstaltung zur 1000-Jahr-Feier der Stadt Saarbrücken präsentiert wurde. Im Alter von 19 Jahren produzierte er zwei Filme für den Bayerischen Rundfunk. Sein Film Das Gesicht des Himmels wurde zwischen 2002 und 2004 in der „Space-Night“ des Bayerischen Rundfunks bekannt. Es folgten mehrere kürzere Video-Performance-Produktionen, unter anderem für die Documenta in Kassel und Reportagen für das Fernsehen.
Der Film Wiederkehr des Mars (zugleich Examensarbeit an der Kunsthochschule Kassel) wurde mehrfach prämiert.[30][31][32]
Sein erster abendfüllender Kinofilm war DESNA – die Musik rettete mein Leben (2014).[33][34] Dieser lief unter anderem beim Max-Ophüls Preis-Festival im Cine-Star Saarbrücken und wurde als TV-Feature mehrmals ausgestrahlt.
Der Dokumentarfilm JOMI – lautlos, aber nicht sprachlos porträtiert das Leben des gehörlosen Pantomimen Josef Michael Kreutzer. Der Film ist inklusiv gestaltet und gleichzeitig für gehörlose sowie blinde Menschen im Kino zugänglich.[35]
Tätigkeit als Musik-Produzent
Voltmer produziert Soundtracks in Mehrkanalton (5.1) für Dokumentar-, Spiel- und Zeitrafferfilme. Seine ersten beiden Alben sind 2004 und 2007 im LichtenSTERN-Verlag erschienen.[36][37]
Kompositionen
- 2004: Titelmelodie für die Sendung SuperNova (Okto/Wien)
- 2009: 5.1 Soundtrack für den Kinofilm Wiederkehr des Mars
- 2014: Vertonung des Kinofilms DESNA – die Musik rettete mein Leben
- 2018: Titelmelodie und Vertonung des Langfilms „JOMI – lautlos, aber nicht sprachlos“[38]
- 2021: Der Titel Cosmic Kiss ist für die Mission Cosmic Kiss der DLR zur ISS entstanden[39][40]
Auszeichnungen/Preise (Auswahl)
- 1999: Filmpreis für besondere Vertonung beim Landshuter Offenen Wettbewerb für Filmemacher unter 24 Jahre für den Film Das Gesicht des Mondes[41]
- 2000: Landessieger und Bundespreisträger bei Jugend Forscht mit der Arbeit Astrofotografie als Methode zur Kometenentdeckung[42]
- 2011/2012: Vier Filmpreise für die Doku Wiederkehr des Mars: „official best of fest“, Seattle, 2/2011;[43][31] zwei Awards beim „Sky Fest V“, 7/2011; Award (Best Narrator) beim „Los Angeles International Underground Film Festival“, 1/2012[32]
- 2015: Gewinner Insight Astronomy Photographer of the Year in der Kategorie „Robotic Scope“ mit dem Bild Comet C/2013 A1 alongside Mars.[44][45][46]
- 2019: 1. Platz beim International Photography Awards (IPA 2019) für die Aufnahme „Line up Milky over Stonehenge“[47]
Filmografie
Als Autor
- 1999: Das Gesicht des Mondes (ausgezeichnet mit dem Filmpreis für eine besondere Vertonung)
- 2000: Das Gesicht des Himmels (Internationale Filmmesse in Cannes)[48]
- 2001: Sternschnuppen über China - Leoniden 2001 (Bayerischer Rundfunk)[49]
- 2002: Piktogramm-Animation, für das Kunstprojekt über Zeichen sprechen / Kunsthochschule Kassel anlässlich der Documenta 2002
- 2003: Flickerfarben – Rotation I und II (Experimentalfilm)
- 2006: Musikalische Spurensuche in den Alpen Filmförderung durch die Landesmedienanstalt Saar[50]
- 2009: Wiederkehr des Mars (Examensarbeit)
- 2013: Desna: Music Saved My Live[51][52][53]
- 2018: JOMI – lautlos, aber nicht sprachlos (Dokumentarfilm)[54][4][55][56][57]
Als Kameramann
- 2001–2009: Kamera-Assistenz für SR/ARD, unter anderem für die Redaktion Aktueller Bericht
- 2006: Narrenschau (TV-Sendung, Südwestfernsehen)
- 2007: Imagefilm für das Unternehmen „SMP – Sintermetalle Prometheus“
- 2006: Damit sie nicht verloren gehen – Musikalische Spurensuche in den Alpen (TV-Feature)
- 2008: Imagefilm für den Michel-Verlag
- 2009: Wiederkehr des Mars (Kinofilm)
- 2011: Bullermanns Reisen – ein Gorilla-Leben von Kamerun bis Shanghai (SWR3)
- 2013: Desna: Music Saved My Life[53]
- seit 2014: Kameramann für die Sendungen des Saarländischen Rundfunks und andere Fernsehanstalten
- 2018: JOMI – lautlos, aber nicht sprachlos (Dokumentarfilm)[54][4]
Als Moderator
- Ab 2005: Moderation für die Sendung SuperNova auf Okto.
- 2007: Foto-Ausstellung Geheimnis Weltall
Als Regisseur
- 2006: Damit sie nicht verloren gehen – Musikalische Spurensuche in den Alpen (TV-Feature)
- 2007: Imagefilm für das Unternehmen „SMP – Sintermetalle Prometheus“
- 2008: Imagefilm für den Michel-Verlag
- 2009: Wiederkehr des Mars (Kinofilm)
- 2013: Desna: Music Saved My Live[53]
- 2018: Jomi – lautlos, aber nicht sprachlos (Dokumentarfilm)[54][4]