Seedoche
Mittelalterliche Siedlung in Brandenburg
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Seedoche war eine mittelalterliche Siedlung nordnordöstlich von Bad Belzig.[1] Die Gemarkung liegt in der Neuzeit im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.
Geografische Lage
Das Dorf lag am alten Weg von Belzig nach Schwanebeck. Die Wüstung ist durch das Urmesstischblatt von 1842 als Feldmark Seedoche bezeugt. Die Dorflage ist eindeutig am historischen Verkehrsweg erkennbar, und das Gebiet weist frühdeutsche Funde auf, die die mittelalterliche Besiedlung bestätigen.[1]
Geschichte
Die früheste Erwähnung datiert auf das Jahr 1236 mit Johannes de Dochowe. Weitere Nennungen folgten 1323 als ville nostre Dochewe bzw. villam Dochow, 1388 als Czu sedocbow, 1482 als vff dem Sehe zu Tachaw und schließlich 1842 als Feldmark Seedoche. Das Dorf war bis 1323 im Besitz der Herzöge von Sachsen‑Wittenberg. In diesem Jahr wurde der Ort mit allen Rechten, einschließlich Ober‑ und Untergericht und Diensten, mit Ausnahme des Sees und des Zolls, der St.-Katharinenkapelle zu Belzig übereignet. Anschließend fiel Seedoche an das Amt Belzig bzw. später das Amt Belzig‑Rabenstein, das 1591 sämtliche Rechte über die Feldmark innehatte.[1]
Im Jahr 1323 war Seedoche ein Dorf (villa) mit 23 Hufen. 1506 zinsten sechs Einwohner aus Belzig von Hufen zu Seedoche, ein weiterer hatte einen Garten dort. Drei Einwohner aus Schwanebeck zinsten gemeinsam von vier Hufen in der Staffelung 2–1–1. Drei Einwohner aus Preußnitz zinsten ebenfalls von Seedoche, einer davon von einer ganzen Hufe. Aus Lüsse zinsten vier Einwohner von insgesamt sechs Hufen in der Verteilung 2–2–1–1. 1542 wurde weiterhin ein Garten aus Seedoche von Belzig genutzt; zusätzliche Hufen waren möglicherweise in den neun sogenannten Docher-Hufen enthalten, die unter Wenddoche und Grunddoche firmierten. Um 1550 bestanden erneut 23 Hufen, ebenso 1591. Für 1591 sind detaillierte Nutzungsverteilungen überliefert: In Schwanebeck besaßen der Krüger zwei wüste Hufen, zwei Viererbauer und ein Häusler je eine wüste Hufe zu Seedoche. In Preußnitz hielten zwei Dreiererbauer, ein Zweiererbauer und ein Einhufenbauer jeweils eine wüste Hufe. In Kuhlowitz besaßen ein Hausbesitzer und ein Ein-Dorfhufen-Bauer jeweils zwei wüste Hufen; drei Dreiererbauer und ein Zweiererbauer hatten je eine wüste Hufe. In Lüsse besaßen ein Hausbesitzer und ein Häusler je zwei wüste Hufen sowie ein Zweihufenbauer eine wüste Hufe – insgesamt fünf Hufen, obwohl die Quelle ausdrücklich sechs Hufen nennt. Der Pfarrer zu Belzig erhielt den vollen Zehnten aus der wüsten Feldmark Seedoche.
1682 gehörten zu Schwanebeck sechs wüste Hufen, darunter eine Lehnhufe, sowie eine Wort und eine kleine Wort zu Seedoche; Preußnitz besaß vier wüste Hufen; Kuhlowitz vier wüste Hufen und zwei Worte, wovon zwei Hufen 1661 an den Gotteskasten Belzig gefallen waren und eine halbe Hufe nach Lüsse gelegt worden war. Lüsse besaß fünf wüste Hufen und eine Wort; eine wüste Hufe war 1661 der Superintendentur Belzig zugeschrieben worden. Zu Lütte gehörte eine wüste Hufe. Im Jahr 1718 wurden 19 wüste Seedochener Hufen unter Belzig aufgeführt. 1822 waren die Hufen wie folgt verteilt: 1½ Hufen nach Baitz, 1½ Hufen nach Kuhlowitz, sechs Hufen nach Lüsse, vier Hufen nach Preußnitz und 8¾ Hufen zu Seedoche und Wenddoche, die von Schwanebeck genutzt wurden. Wahrscheinlich entfielen davon 6¾ Hufen auf Seedoche; zudem dürften drei wüste Hufen beim Gotteskasten Belzig bzw. der Superintendentur verblieben sein. Seedoche wurde nie wieder besiedelt. Die Feldmark ging in Anteilen in die Feldmarken der Gemeinden Baitz, Belzig, Kuhlowitz, Lüsse, Preußnitz und Schwanebeck über.[2]
Literatur
- Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 98 und 99)