Share GmbH

deutsches Sozialunternehmen From Wikipedia, the free encyclopedia

share ist eine deutsche Konsumgütermarke mit Produkten in den Bereichen Lebensmittel, Getränke und Körperpflege. Auf Basis des „1+1 Prinzips“ (auch bekannt als „Buy-One Give-One“ Prinzip) wird für jedes share-Produkt ein äquivalentes Produkt oder eine Leistung gespendet.[1][2] Stand November 2023 wurden so nach eigenen Angaben mehr als 150 Millionen Hilfsleistungen finanziert.[3] 2022 und 2023 wurde share jeweils als „Stärkste Startup-Marke“ Deutschlands ausgezeichnet.[4][5]

Schnelle Fakten
Share GmbH
Logo
Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Gründung 2018
Sitz Berlin-Kreuzberg
Leitung Thomas Baum (CFO), Ben Unterkofler (CGO)
Mitarbeiterzahl 110
Umsatz 32 Mio. € (2021)
Branche Konsumgüter
Website www.share.eu
Stand: Oktober 2021
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Geschichte

Share wurde 2017 von Sebastian Stricker, Iris Braun, Ben Unterkofler und Tobias Reiner gegründet. Die Idee baut auf der von Stricker gegründeten Spenden-Initiative des UN World Food Programms ShareTheMeal auf.[6][7][8][9][10]

Im März 2018 wurden die ersten share-Produkte, bestehend aus Wasser, Nussriegel und Seife, verkauft. Neben dem Start im Online-Shop durch eine Kooperation mit Rewe und dm in über 5.000 Filialen in Deutschland.[7][11] Im ersten Jahr machte share einen Umsatz von 10 Millionen Euro.[12] Es war der größte Launch einer sozialen Konsumgütermarke in Deutschland.[13]

2019 investierte die Bitburger Holding 1 Million Euro, außerdem folgten Kooperationen mit Aral und Eurowings.[14][8][2] Seit Ende 2019 wird share auch in dm-, Merkur- und Billa-Filialen in Österreich verkauft.[15][16][17] Seit 2020 kooperiert share mit Shell und der Deutschen Bahn als Vertriebspartner,[17][18][19] im Juni 2020 startete die Marke in dm-Filialen in Tschechien und unterstützt unter anderem die lokalen Food Banks mit Lebensmittelspenden.[20]

2023 startete share ein Girokonto in Kooperation mit der Bank ING[21] und ein Mobilfunkangebot in Kooperation mit Congstar.[22]

Unternehmen

Share investiert ca. 7 % des Umsatzes in soziale Projekte.[17] Im ersten Jahr hat das Start-up über 8 Millionen Produkte verkauft und dadurch den Bau oder die Reparatur von 51 Brunnen in Liberia, Kambodscha und Äthiopien, sowie die Verteilung von 2 Millionen Mahlzeiten und 550.000 Seifen in nationalen und internationalen Hilfsprogrammen finanziert.[23][8] Dafür arbeitet share mit Hilfsorganisationen wie dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen, Aktion gegen den Hunger, Caritas Österreich, der Welthungerhilfe und der Tafel Deutschland e. V. zusammen.[24][15] Inzwischen wurden mehr als 30 Millionen Hilfeleistungen mit dem Verkauf von share-Produkten finanziert.[25][18]

Produkte

Neben den Startprodukten Mineralwasser, Bio-Nussriegeln und Handseife[26][27] verkauft das Unternehmen inzwischen auch aromatisiertes Wasser, Milchersatzprodukte, Bio-Schokolade, Bio-Studentenfutter, sowie Bambus-Zahnbürsten,[12][15] Grundnahrungsmittel wie Reis, Pasta und Mehl[28] sowie Duschgel, Shampoo, Handcreme und Toilettenpapier.[29][2] Zudem verkauft share Schreibwaren sowie Mützen und Schals.[30][31][32]

Rezeption

Das Start-up bekam große Aufmerksamkeit in der deutschen Presse für sein Social-Entrepreneurship-Modell[33][34][35][36] und einer Innovation im Verpackungsbereich, der ersten Mineralwasserflasche aus 100 Prozent recyceltem Altplastik auf dem deutschen Markt.[37][38][39][40]

Wenige Monate nach dem Launch wurde share als B Corporation zertifiziert und 2019 als „Best for the World“ B Corp in der Kategorie „Community“ ausgezeichnet.[41] Damit gehört share zu den 10 % der Unternehmen, die weltweit den größten Nutzen für die Gemeinschaft erbringen.[42]

Kathrin Krause vom Verbraucherzentrale Bundesverband kritisierte allerdings, dass share nichts an den Ursachen von Hunger und auch nichts am Preisdruck, den Händler auf ihre Produzenten ausüben, ändere.[26][9] Insgesamt ist die Rezeption jedoch überwiegend positiv.[7][16][8][27][24][34] Melchior Poppe von Focus Online stellt besonders den ganzheitlich Ansatz von share heraus – im ökologischen, wie im sozialen Kontext: „Nachhaltigkeit auf der ganzen Linie, also – bezahlbar und mit positiven Auswirkungen für jedermann.“[24]

Burkhard Wilke, Geschäftsführer des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen kritisierte eine „gewisse Intransparenz“ bei share, da auf dem Produkt die exakte Höhe der jeweiligen Spendensumme nicht angegeben sei.[43] Seit Herbst 2018 weist share die Spendensumme für das jeweilige Produkt online aus. Ein QR-Code auf der Produktverpackung ermöglicht dem Verbraucher direkten Zugang zu den Projektinformationen.

Einzelnachweise

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