Sha’Carri Richardson
US-amerikanische Sprinterin
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Sha’Carri Richardson (* 25. März 2000 in Dallas, Texas) ist eine US-amerikanische Leichtathletin, die sich auf den Sprint spezialisiert hat. 2023 wurde sie Weltmeisterin im 100-Meter-Lauf sowie mit der 4-mal-100-Meter-Staffel. Sie gewann bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris die Goldmedaille in der 4-mal-100-Meter-Staffel sowie die Silbermedaille im Wettbewerb über 100 Meter.
| Sha’Carri Richardson | |||||||||||||||||||||||||
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| Nation | |||||||||||||||||||||||||
| Geburtstag | 25. März 2000 (26 Jahre) | ||||||||||||||||||||||||
| Geburtsort | Dallas, Texas, USA | ||||||||||||||||||||||||
| Größe | 155[1] cm | ||||||||||||||||||||||||
| Karriere | |||||||||||||||||||||||||
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| Disziplin | Sprint | ||||||||||||||||||||||||
| Bestleistung | 10,65 s (100 m) 21,92 s (200 m) | ||||||||||||||||||||||||
| Verein | LSU Lady Tigers (2019) | ||||||||||||||||||||||||
| Trainer | Dennis Mitchell | ||||||||||||||||||||||||
| Status | aktiv | ||||||||||||||||||||||||
| Medaillenspiegel | |||||||||||||||||||||||||
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| letzte Änderung: 21. September 2025 | |||||||||||||||||||||||||
Sportliche Laufbahn
Richardson begann in der dritten Klasse mit der Leichtathletik.[2] 2016 gewann sie für das Leichtathletikteam der Carter High School in Dallas die Bundesstaatsmeisterschaften (State Championships) von Texas über 100 Meter in 11,58 s.[3] Im Folgejahr wiederholte sie diesen Erfolg und siegte auch über 200 Meter.[4] Bei den US-amerikanischen U20-Meisterschaften 2017 platzierte sie sich auf Rang 4 über 100 Meter und holte über 200 Meter Bronze.[5] Ihren ersten internationalen Auftritt hatte Richardson im Juli bei den Panamerikanischen U20-Meisterschaften im peruanischen Trujillo, bei denen sie mit der 4-mal-100-Meter-Staffel Gold gewann.[6] Im November unterzeichnete sie mit einer Bestzeit von 11,28 s als schnellste High-School-Athletin ihres Abschlussjahrgangs bei der Louisiana State University (LSU).[7] In ihrer letzten High-School-Saison lief sie 2018 als erneute Siegerin bei den State Championships windunterstützte 11,12 s über 100 Meter und 23,02 s über 200 Meter (jeweils +3,6 m/s).[8][9]
Als Athletin der LSU kam Richardson im März 2019 bei den Hallenmeisterschaften der National Collegiate Athletic Association (NCAA) in 7,27 s über 60 Meter auf Rang 7.[10] In der Freiluftsaison blieb sie Ende Mai bei den Qualifikationsrunden (East Preliminary) für die NCAA-Meisterschaften (NCAA Division I Outdoor Track and Field Championships) mit 10,99 s über 100 Meter erstmals regulär unter 11 Sekunden,[11] nachdem sie bereits zwei Monate zuvor bei den Texas Relays windunterstützte 10,91 s (+4,3 m/s) erzielte.[12] Bei den in Austin, Texas ausgetragenen NCAA-Meisterschaften gewann Richardson am 8. Juni in 10,75 s (+1,6 m/s) das 100-Meter-Finale und brach damit den 30 Jahre alten College-Rekord von Dawn Sowell (10,78 s).[13] Außerdem war sie mit dieser Marke schneller als Marlies Göhr bei ihrem U20-Weltrekord, die 1977 unter ihrem Geburtsnamen Oelsner startend 10,88 s lief.[14] In der ewigen Weltbestenliste platzierte sie sich zu diesem Zeitpunkt auf Rang 9.[13] Später am selben Tag lief Richardson über 200 Meter eine Hundertstelsekunde hinter Anglerne Annelus in 22,17 s auf Rang 2 und war damit schneller als Allyson Felix bei ihrem bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen erzielten U20-Weltrekord (22,18 s).[13] Daraufhin entschied Richardson sich dazu, ihr College-Team nach nur einer Saison zu verlassen, um eine professionelle Karriere zu verfolgen.[15] Seit 2020 wird Richardson von Dennis Mitchell trainiert.[16]

2021 siegte sie beim Miramar Invitational in Miami mit persönlicher Bestzeit und Weltjahresbestleistung von 10,72 s und war damit die sechstschnellste offizielle Zeit einer Frau auf dieser Distanz gelaufen.[17] Bei den U.S. Olympic Trials gewann Richardson über 100 Meter mit einer Zeit von 10,86 s im Finale. Damit qualifizierte sie sich zunächst für die Olympischen Spiele in Tokio. Im Halbfinale benötigte Richardson mit irregulärer Windunterstützung von 2,6 m/s nur 10,64 s für die 100 Meter und lief damit die achtbeste Zeit auf dieser Strecke bei den Frauen.[18][19] Nach ihrem Sieg bei den Trials wurde Richardson positiv auf THC getestet, was als Verstoß gegen die Anti-Doping-Regeln gilt, weshalb ihr Sieg annulliert und sie für mehr als 30 Tage gesperrt wurde.[20] Die Sperre von Richardson erregte in den USA die Gemüter. Sportartübergreifend meldeten sich mehrere Top-Stars zu Wort und auch der US-Präsident Joe Biden schaltete sich zuerst über seine Sprecherin in die Debatte ein.[21][22] Am 3. Juli äußerte er, dass „Regeln seien Regeln“, ob diese aber so bleiben müssen, sei eine andere Frage.[23] Sebastian Coe, Präsident des Weltleichtathletikverbandes World Athletics, ließ am 27. Juli verlauten, dass er eine Untersuchung zur Wirksamkeit von Marihuana als Dopingmittel unterstützt.[24] Ihre Sperre dauerte vom 19. Juni 2021 bis zum 27. Juli 2021.[25] USA Track & Field verzichtete auf eine Nominierung und verwehrte ihr damit auch die Möglichkeit, nach Ablauf der Sperre in Tokio in der Staffel anzutreten.[26][27] Mitte September 2021 gab die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) nach einer Sitzung des Exekutivkomitees in Istanbul in einer Mitteilung bekannt, dass die Überprüfung des Status von Cannabis auf der Verbotsliste eingeleitet werden soll.[28]
Bei den Weltmeisterschaften 2023 in Budapest gewann Richardson die Goldmedaille im 100-Meter-Lauf[29] sowie mit der 4-mal-100-Meter-Staffel.[30][31]
Im Oktober 2023 wurde sie als eine von elf Sportlerinnen für die Auszeichnung als Welt-Leichtathletin des Jahres 2023 nominiert.[32]
Bei den Weltmeisterschaften 2025 in Tokio wurde sie am 14. September in 10,94 s Fünfte und gewann am 21. September in 41,75 s die Goldmedaille mit der 4-mal-100-Meter-Staffel.
Persönliches
Richardson fällt durch ihr extravagantes Auftreten sowie durch ihre bunten Haare und ihre langen Fingernägel auf, die von Florence Griffith-Joyner inspiriert sind.[19]
2021, eine Woche vor Richardsons Qualifikationsrennen für die Olympischen Spiele desselben Jahres, starb ihre Mutter.[33]
2021 gab Richardson bekannt, dass sie eine Freundin hat.[34][35]
Bestzeiten
(Stand: 25. August 2023)
- Freiluft
- 100 Meter: 10,65 s (+0,1 m/s), 21. August 2023, (Budapest)
- 200 Meter: 21,92 s (−0,1 m/s), 25. August 2023, (Budapest)
- 4-mal-100-Meter-Staffel: 42,29 s, 8. Juni 2019, NCAA Division I Outdoor Championships (Austin)
- 4-mal-200-Meter-Staffel: 1:31,69 min, 27. März 2021, PVAMU Relays (Prairie View)
- Halle
- 60 Meter: 7,20 s, 26. Januar 2019, Razorback Invitational (Fayetteville)
- 200 Meter: 23,08 s, 9. Februar 2019, Tyson Invitational (Fayetteville)
Weblinks
- Sha’Carri Richardson in der Datenbank von World Athletics (englisch)
- Sha’Carri Richardson in der Datenbank von tfrrs.org (englisch)
- Sha’Carri Richardson in der Datenbank von athletic.net (englisch)