Shuili
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Shuili (chinesisch 水里鄉, Pinyin Shuǐlǐ Xiāng, Tongyong Pinyin Shuěilǐ Siang) ist eine Landgemeinde (鄉, Xiāng) im Landkreis Nantou in der Republik China (Taiwan).
| Shuili 水里鄉 | ||
|---|---|---|
Lage Shuilis im Landkreis Nantou | ||
| Staat: | ||
| Landkreis: | Nantou | |
| Koordinaten: | 23° 48′ N, 120° 51′ O | |
| Fläche: | 106,8424 km² | |
| Einwohner: | 15.590 (August 2025[1]) | |
| Bevölkerungsdichte: | 146 Einwohner je km² | |
| Zeitzone: | UTC+8 (Chungyuan-Zeit) | |
| Telefonvorwahl: | (+886) (0)49 | |
| Postleitzahl: | 553 | |
| ISO 3166-2: | TW-NAN | |
| Gemeindeart: | Landgemeinde (鄉, Xiāng) | |
| Gliederung: | 19 Dörfer (村, Cūn) | |
| Bürgermeister: | Ye Mingfeng (葉銘豐) | |
| Webpräsenz: | ||
Lagebeschreibung
Shuili liegt im Landkreis Nantou in Zentraltaiwan am Westrand des Taiwanischen Zentralgebirges. Die Topografie ist durch Flüsse und Flusstäler geprägt (der Name Shuili bedeutet wörtlich „Im Wasser“). Der von Süden kommende Fluss Chenyoulan (陳有蘭溪) mündet in der Mitte Shuilis in den Zhuoshui, der von Ost nach West verläuft. Stromabwärts davon mündet der von Norden kommende Fluss Shuili (水里溪) in den Zhuoshui,[2] der etwa 2,5 Kilometer vor der Mündung durch die Mingtan-Talsperre zum Mingtan-Stausee aufgestaut wird. Der Stausee dient als Speicherbecken, der je nach Energiebedarf durch ein Pumpspeicherwerk teilweise abgelassen oder gefüllt wird. In Zeiten des Stromüberschusses wird Wasser aus dem Stausee in den höhergelegenen Sonne-Mond-See in der Nachbargemeinde Yuchi gepumpt. Zugleich dient der Stausee zur Regulierung des Wasserzuflusses zum Zhuoshui.
Die Nachbargemeinden Shuilis sind Yuchi im Nordosten, Xinyi im Osten und Süden, Lugu im Südwesten, Jiji und Mingjian im Westen und Nordwesten sowie Guoxing im Norden.
Geschichte
Die ursprünglichen Bewohner Shuilis waren austronesische indigene Völker Taiwans. Die ersten Han-Chinesen ließen sich in den ersten Regierungsjahren des Qing-Kaisers Guangxu (ab 1875) nieder und begannen mit der landwirtschaftlichen Nutzung des größtenteils bewaldeten Landes. Zur Zeit der japanischen Kolonialherrschaft (1895–1945) waren vor allem die Kampherproduktion und die Forstwirtschaft von großer Bedeutung. Die Zahl der Han-Chinesen nahm durch Zuwanderung stetig zu und die indigene Bevölkerung wurde größtenteils nach Süden und Osten abgedrängt.
Nach der Übergabe Taiwans an die Republik China 1945 war Shuili zunächst Teil der Gemeinde Jiji. Im Jahr 1950 wurde die Landgemeinde Shuili (水裡鄉, ab 1966 in der Schreibweise 水里鄉) Teil des neu gegründeten Landkreises Nantou. Im Jahr 1955 wurden die Dörfer Yongxing und Yufeng von der Nachbargemeinde Lugu abgetrennt und an Shuili angegliedert.
Die Bedeutung der Forstwirtschaft ist seit einigen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen und Shuili ist wie viele ländliche Orte Taiwans durch Landflucht und zunehmende Überalterung gekennzeichnet. Aktuelle Bestrebungen gehen dahin, den Ort zu einem touristischen Zentrum zu entwickeln.[3]
Verkehr
Shuili verfügt über zwei Bahnhöfe der Jiji-Linie der Taiwanischen Eisenbahn: den Bahnhof Shuili und den Endbahnhof Checheng. Beide wurden am 14. Januar 1922 in Betrieb genommen.[4][5] Die Straßenverbindungen orientieren sich in ihrem Verlauf zumeist an den Flusstälern. Entlang des Zhuoshui-Flusstales verläuft in Ost-West-Richtung die Provinzstraße 16. Weitgehend im Flusstal des Chenyoulan verläuft die Provinzstraße 21 nach Süden und vereinigt sich im Zentrum Shuilis mit der Provinzstraße 16, worauf sie wieder abzweigt und nach Norden in Richtung Sonne-Mond-See führt. Entlang des Flusstals des Shuili verläuft die Kreisstraße 121.[6]
Einwohner
Die Einwohnerzahl Shuilis (15.590 im August 2025) sinkt seit Jahrzehnten. Im Jahr 1981 hatte die Gemeinde noch 29.334 Einwohner, Ende 2018 noch 17.496.[7] Ende 2017 gehörten 425 Personen (2,4 %) den indigenen Völkern an.[8] Im Dorf Dingkan liegt Dapinglin (大平林), eine der beiden Hauptsiedlungen des Volkes der Thao; die andere Siedlung liegt etwa 14 km entfernt am Südostufer des Sonne-Mond-Sees.[9]
Verwaltungsgliederung
| Gliederung von Shuili |
Shuili ist in 19 Dörfer (村, Cūn) untergliedert:
1. Xinxing (新興村)
2. Checheng (車埕村)
3. Shuili (水里村)
4. Xincheng (新城村)
5. Nongfu (農富村)
6. Chengzhong (城中村)
7. Zhongyang (中央村)
8. Beipu (北埔村)
9. Nanguang (南光村)
10. Yufeng (玉峰村)
11. Yongfeng (永豐村)
12. Jugong (鉅工村)
13. Dingkan (頂崁村)
14. Minhe (民和村)
15. Yongxing (永興村)
16. Xinglong (興隆村)
17. Xinshan (新山村)
18. Junkeng (郡坑村)
19. Shang’an (上安村)
Sehenswürdigkeiten und Tourismus
Hauptsehenswürdigkeit ist die Natur mit ihrer Mischung aus Fluss- und Berglandschaft. Entlang der Flussufer gibt es den Flussufer-Fahrradweg (水岸自行車道), auf dem man bis zum Sonne-Mond-See fahren kann.[10]
Als sehenswert gilt der 1927 erbaute, holzbefeuerte Schlangen-Brennofen (水里蛇窯,
). Der Ofen hat seinen Namen von seiner langen Schlangenhalsform. Früher wurde hier Keramik gebrannt, heute befindet sich hier ein kleines Keramikmuseum mit dem Keramik-Kulturpark Shuili (陶藝文化園區).[11][12]
Im Dorf Shuili befindet sich ein Trappistenkloster (
).[13]
- Flussebene des Zhuoshui in Shuili
- Flussbett des Shuili
- Bahnhof Shuili
