Siegfried Arno

deutscher Schauspieler From Wikipedia, the free encyclopedia

Siegfried „Sig“ Arno (eigentlich Siegfried Aron, ab 1940 auch Sig Arno; * 27. Dezember 1895 in Hamburg; † 17. August 1975 in Woodland Hills, Kalifornien) war ein deutscher Schauspieler, Komiker, Sänger und Tänzer.

Ossi Oswalda und Siegfried Arno werben für die Zeitschrift Das Leben (1926)

Leben und Wirken

Siegfried Arno (links) 1931 mit Kurt Gerron

Seine Eltern waren der Kassierer Louis Aron (* 1866 in Hamburg; † 1947 in Los Angeles) und seine Frau Emilie Elise Adele Amanda, geborene Bez (* 1869 Hamburg; † 1968 in Los Angeles). Arno besuchte die Talmud-Tora-Schule in Hamburg und absolvierte danach eine Ausbildung als Modezeichner an der Hamburger Kunstgewerbeschule. Er war Mitglied des Hamburger Theatervereins und hatte seine ersten Anstellungen in der Spielzeit 1913/14 am Harburger Stadttheater und von 1914 bis 1916 am Hamburger Neuen Operetten-Theater. Ab Ende 1916 war er Soldat an der Westfront.[1] Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete er am Flora-Theater in Altona (1918 bis 1920, später weiterhin als Gast), dann 1920/21 am Neuen Deutschen Theater in Prag. Ab Ende 1921 war er in Berlin tätig, zunächst am Thalia-Theater, später am Metropol-Theater.[2] Im selben Jahr hatte er sein Filmdebüt in Die rote Katze. Seit Mitte der 1920er Jahre war Arno ständig beim Film, hauptsächlich in Komödien beschäftigt. Anfänglich stand ihm sein jüngerer Bruder Bruno Arno zur Seite.

Der große und schlaksige Arno mit einer ausgeprägten Nase bildete mehrfach ein Komikerduo mit dem korpulenten Kurt Gerron. In Georg Wilhelm Pabsts Die Liebe der Jeanne Ney und Die Büchse der Pandora spielte Arno kleine Nebenrollen als Detektiv bzw. Theaterinspizient.

Mit Beginn des Tonfilms gelang Arno Anfang der 1930er Jahre der Sprung zum Star einer Reihe Grotesk-Lustspiele: u. a. Die vom Rummelplatz, Moritz macht sein Glück, Der Storch streikt, Ein ausgekochter Junge, Keine Feier ohne Meyer, Um eine Nasenlänge und Der schönste Mann im Staate. Arno galt zu dem Zeitpunkt als „deutscher Chaplin“.

Für die Schellackplatte spielte Arno als Sänger Schlager, Operetten- und Filmlieder ein. Sie erschienen bei Homocord (1 Titel, 1923), Electrola (40 Titel, 1928 bis 1931[3]) und Orchestrola (1 Titel, 1929).

1933 emigrierte er aus dem nationalsozialistischen Deutschland und arbeitete an Kabaretts und Theatern in den Niederlanden, Belgien, der Schweiz, Italien, Spanien und Portugal. Im Januar 1939 reiste er schließlich über Antwerpen in die USA aus, wo er als Nebendarsteller Beschäftigung fand, z. B. in Wilhelm Dieterles Der Glöckner von Notre Dame (1939) und Komödien wie Der große Diktator (1940), In der Hölle ist der Teufel los (1941) und Abbott und Costello unter Kannibalen (1942). Seine bekannteste Rolle in Hollywood spielte er wahrscheinlich als Toto, der bizarre und gesprächige Verehrer von Mary Astor, in Preston Sturges’ Screwball-Komödie Atemlos nach Florida (1942). Daneben verdingte er sich als Zeichner und Porträtmaler und arbeitete am Broadway, 1954 am Deutschen Theater New York.

1945 wurde Arno amerikanischer Staatsbürger. Ab 1946 lebten auch seine Eltern, die, wie auch sein Bruder Bruno, den Holocaust in Buenos Aires überlebt hatten, und seine verwitwete Schwester Dorette (verh. Amorós, * 1891 Hamburg; † 1977 Los Angeles) in Hollywood bzw. Los Angeles.

1956 wurde Arno von Marcel Prawy nach Wien eingeladen und spielte dort an der Volksoper Wien in dem Musical Wonderful Town von Leonard Bernstein an der Seite von Bruce Low und Olive Moorefield. Gastspiele führten ihn wieder ins Ausland, auch in die Bundesrepublik Deutschland, wo er 1966 das Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film erhielt.

Arno war von 1923 bis 1932 mit der Schauspielerin Karoline (Lia) Dahms (* 1898 in Hamburg, † 1982 in Los Angeles) verheiratet,[4] von 1934 bis 1953 mit Barbara Kirsanoff (* 1906 in Wien, † 1995 in Los Angeles)[5] und von 1954 bis 1970 mit der österreichischen Schauspielerin Kitty Mattern.[6] 1971 heiratete er nochmals Karoline Dahms.[7] Sein Sohn Peter Paul (* 1. Mai 1926 in Berlin-Charlottenburg) aus der ersten Ehe wurde Kostüm- und Bühnenbildner.

Arno starb nach langem Leiden am 17. August 1975 an der Parkinson-Krankheit im Actors Fund Hospital, Woodland Hills, L. A. Seine Asche wurde im Meer verstreut.[8]

Auszeichnungen in Deutschland

  • 1966 Deutscher Filmpreis: Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film

Filmografie

Lieder

  • 1930: Wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt, aus Die Wunder-Bar (Musik: Robert Katscher, Text: Karl Farkas und Géza Herczeg).
  • Was kann der Sigismund dafür, daß er so schön ist
  • Das verliebte Orchester

Literatur

Commons: Siegfried Arno – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI