Silvia Hofmann

Schweizer Frauenrechtlerin und Mitgründerin des Frauenkulturarchivs Graubünden From Wikipedia, the free encyclopedia

Silvia Hofmann, geborene Conrad (* 1954 in Müstair), ist eine Schweizer Germanistin, Historikerin, Journalistin, Kulturmanagerin und Expertin für Chancengleichheit. Zusammen mit Silke Redolfi hat sie 1997 das Frauenkulturarchiv Graubünden gegründet. Hofmann politisierte von 2018 bis 2025 für die Sozialdemokratische Partei der Schweiz im Grossen Rat des Kantons Graubünden und war 2025 «höchste Bündnerin».

Leben

Kindheit und Ausbildung

Silvia Conrad wurde als Tochter von Ursula Conrad, geborene Ruinatscha (1926–2016)[1], im Val Müstair geboren. Ihr Vater Bernhard Conrad (1924–2015)[2] war Kantonspolizist, der alle sechs Jahre mit seiner Familie an einen anderen Dienstort umziehen musste. So lebte Silvia in Rueun, Zizers, Davos und Samedan.[3]

Studium und Weiterbildung

Silvia Hofmann studierte an der Universität Basel Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte und schloss 1979 mit dem Lizenziat ab. 2002 folgte in Basel ein Nachdiplomstudium, das Hofmann mit einem Masterabschluss in Kulturmanagement abschloss.[4]

Berufliche Tätigkeit

Nach dem Studium arbeitete Hofmann als Redaktorin und Journalistin[5]. Frauenrechte, Kunst und Kultur, Gesundheit und medizinische Forschung waren die Themen, über die Hofmann hauptsächlich schrieb. Verfasst hat sie die Texte für Printmedien in der Schweiz, in Deutschland und Österreich, während sie gleichzeitig zwei Söhne grossgezogen hat.[6]

1997 gründete sie zusammen mit der Historikerin Silke Redolfi das Frauenkulturarchiv Graubünden, eine unabhängige gemeinnützige Stiftung zur Erforschung der Geschichte der Bündner Frauen. Hofmann war bis 2008 Co-Leiterin des Archivs.

Von 2003 bis 2016 leitete Hofmann die kantonale Stabsstelle für Chancengleichheit von Mann und Frau.[3]

Politik

Politisiert wurde Hofmann an der Universität Basel, wo sie sich in einer Organisation für die Freigabe der Abtreibung engagierte.[6]

Von 2018 bis 2025 war Hofmann Grossrätin für den Wahlkreis Chur[7]. Bis 2023 sass sie zudem in der Geschäftsprüfungskommission. In der Augustsession 2024 wurde sie für ein Jahr zur Standespräsidentin gewählt.[8]

Persönliches

Silvia Hofmann ist verheiratet, hat zwei Söhne und wohnt in Chur.[8]

Publikationen

Silvia Hofmann hat zahlreiche Publikationen zur Frauengeschichte Graubündens verfasst und war Mitherausgeberin und Mitautorin der wissenschaftlichen Forschungsreihe «Fraubünden».

  • frauenRecht, Band 1 von «Fraubünden» (2003), ISBN 3-03823-051-0.
  • frauenKörper, Band 2 von «Fraubünden» (2005), ISBN 978-3-03823-067-0.
  • frauenArbeit, Band 3 von «Fraubünden» (2007), ISBN 978-3-907291-61-0.
  • fremdeFrau, Band 4 von «Fraubünden» (2009), ISBN 978-3-03823-069-4.
  • «Ich hatte oft grosse Ideen»: Elsa Buol und ihre Zeit. In: Terra Grischuna. ISSN 1011-5196, Ausgabe 5/2019, S. 60–64.
  • Diese Suppe ess’ ich nicht! Das Drama mit dem Essen. Vorurteile – Erziehungsgrundsätze und was wirklich wichtig ist. Kreuz-Verlag, Zürich 1995, ISBN 3-268-00178-5.
  • Sanfte Medizin für Frauen. Orientierung und Tips von A–Z. Kreuz-Verlag, Zürich 1993, ISBN 3-268-00146-7.

Ehrungen und Auszeichnungen

Einzelnachweise

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