Singer Vogue
Mittelklasse-Pkw aus den 1960er Jahren
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Der Singer Vogue ist ein Mittelklasse-Pkw, den Singer, eine Marke der Rootes-Gruppe, von 1961 bis 1970 baute. Es gab zwei Baureihen, von denen die erste (1961–1967) wiederum in vier Unterserien eingeteilt wird.
| Singer Vogue | |
|---|---|
| Produktionszeitraum | 1961–1970 |
| Klasse | Mittelklasse |
| Karosserieversionen | Limousine, Kombi |
| Nachfolgemodell | Sunbeam Vogue |
Vogue Mark I–IV
| Mark I / Mark II / Mark III / Mark IV | |
|---|---|
Singer Vogue Mark II (1963) | |
| Produktionszeitraum | 1961–1967 |
| Karosserieversionen | Limousine, Kombi |
| Motoren | Ottomotoren: 1,6–1,7 Liter (48,5–62 kW) |
| Länge | 4191 mm |
| Breite | 1595 mm |
| Höhe | 1473 mm |
| Radstand | 2565[1] mm |
| Leergewicht | 1016–1074 kg |
Die erste Generation des Vogue wurde von 1961 bis 1967 als Mark I–IV gebaut. Das Auto war anfänglich als Ersatz des kleineren Singer Gazelle konzipiert worden; weil der sich aber auch fünf Jahre nach seiner Markteinführung 1956 noch gut verkaufte und Rootes regelmäßige Profite einbrachte, entschied sich die Konzernleitung 1961 dafür, den alten Gazelle weiter zu produzieren und das neue Model parallel dazu unter anderer Bezeichnung anzubieten.[2] Die Wahl fiel auf den in den 1930er-Jahren von der Marke Humber verwendeten[3] Begriff Vogue (deutsch: Mode). Die ebenfalls zum Rootes-Konzern gehörenden Marken Hillman und Humber boten mit dem Super Minx und dem Sceptre Schwestermodelle des Vogue an, die weitgehend baugleich waren, aber eine abweichende Ausstattung hatten. In dieser Modellfamilie, die ein typisches Beispiel für das in Großbritannien seinerzeit weit verbreitete Badge Engineering ist, lag der Singer preislich zwischen dem günstigeren Hillman und dem teureren Humber.
Der Vogue Mark I wurde im Juli 1961 eingeführt und auf dem Markt oberhalb des Hillman Super Minx angesiedelt. Der Wagen hat eine Front mit Doppelscheinwerfern und in den ersten beiden Serien eine 1,6-Liter-Minx-Maschine mit 66 bhp (48,5 kW). Der Vogue Mark II von 1963 war stilistisch mit dem Mark I identisch, hatte aber serienmäßig vorne Scheibenbremsen und einige andere technische Änderungen. Der Vogue Mark III wurde 1964 vorgestellt. Bei ihm war die Panoramaheckscheibe weggefallen. Dafür gab es zusätzliche Dreiecksfenster hinter den hinteren Türen. Sein Motor leistete bei unverändertem Hubraum nun 85 bhp (63 kW). Die letzte Version dieser Vogue-Generation war der 1965 auf der London Motor Show vorgestellte Mark IV. Sein Motor war auf 1725 cm³ aufgebohrt, leistete aber weiterhin 84 bhp.
Der Vogue wurde ebenfalls in Australien von Rootes Australia als Humber Vogue gebaut.[4] Das Modell wurde 1963 eingeführt und ihm folgte der Vogue Sports mit dem Motor des Sunbeam Rapier, der 85,5 bhp (63 kW) leistete.[4] Der Vogue Sports hatte auch ein verbessertes Fahrwerk, bessere Bremsen und andere Räder.[4] Nachdem 1965 der Vogue Mark III, der ebenfalls den Rapier-Motor hatte, eingeführt wurde, entfiel der Vogue Sports aus dem Programm.[5] Mit der Übernahme von Rootes Australia durch Chrysler Australia 1966 wurde die Produktion des Humber Vogue eingestellt.[5]
New Vogue
| Vogue Mark V | |
|---|---|
Singer New Vogue (1969) | |
| Produktionszeitraum | 1967–1970 |
| Karosserieversionen | Limousine, Kombi |
| Motoren | Ottomotoren: 1,7 Liter (62 kW) |
| Länge | 4343 mm |
| Breite | 1600 mm |
| Höhe | 1422 mm |
| Radstand | 2489 mm |
| Leergewicht | ab 935 kg |
Die zweite Generation des Vogue, die alternativ als Singer New Vogue und als Vogue Mark V bezeichnet wurde, debütierte auf der London Motor Show 1966. Dieser Vogue war eine Version des Rootes Arrow und deckte das Marktsegment oberhalb seines Schwestermodells Hillman Hunter ab. Unterhalb des Vogue gab es den Singer Gazelle Mark VII, der ebenfalls ein Ableger der Arrow-Familie war und eine schwächere Motorisierung als der Vogue hatte; der Gazelle war Singers Gegenstück zum Hillman Minx.
Der Vogue war als viertürige Stufenhecklimousine und als Kombi mit großer Heckklappe erhältlich. Die Karosserie stimmt mit Ausnahme der Verkleidung des Kühllufteinlasses mit der des Hillman Hunter überein. Einzig verfügbare Motorisierung des Vogue war ein 1725 cm³ großer Reihenvierzylindermotor mit einer Leistung von 81 PS (60 kW; 80 bhp); diese Variante war im Hillman Hunter nur gegen Aufpreis erhältlich. Im fünftürigen Vogue Estate gab es zeitweise eine Motorvariante mit 74 PS (55 kW; 73 bhp). Die Kraft überträgt serienmäßig ein handgeschaltetes Vierganggetriebe, das gegen Aufpreis mit einem Overdrive verbunden werden konnte, wahlweise war außerdem eine Dreigangautomatik von BorgWarner erhältlich.
Die Rohkarosserien des Vogue wurden von 1966 bis 1968 bei Pressed Steel Company in Cowley, Oxfordshire, gebaut und im Rootes-Werk in Ryton-on-Dunsmore bei Coventry komplettiert. 1968 übernahm Rootes Pressings (Scotland) in Linwood die Fertigung der Rohkarosserien; die Endmontage blieb allerdings im 500 km entfernten Ryton-on-Dunsmore. Bis 1970 entstanden je nach Quelle 47.665 oder 56.814 Vogues. Im April 1970 stellte Chrysler, der neue Eigentümer des Rootes-Konzerns, die Marke Singer komplett ein. Die bis dahin produzierten, aber noch nicht verkauften Vogue wurden bis Oktober 1970 unter der Bezeichnung Sunbeam Vogue auf den britischen Markt gebracht.

