In der Zeitungsgruppe Lahn-Dill sind eine Reihe mittelhessischerTageszeitungen zusammengefasst, die sich im Besitz der VRM Wetzlar GmbH (bis zum 4. Januar 2019 Wetzlardruck GmbH)[1] und damit des Medienkonzerns VRM befinden. Hauptausgabe ist die Wetzlarer Neue Zeitung (WNZ), die unten genannten Lokalausgaben erscheinen als Kopfblätter. Die verkaufte Auflage beträgt 43.479 Exemplare, ein Minus von 47,5 Prozent seit 1998.[2] Gemessen an der verkauften Auflage ist die Zeitungsgruppe zusammen die größte Tageszeitung Mittelhessens und eine der größten Hessens. Die Zentralredaktion der Zeitungsgruppe befindet sich in Wetzlar, wo der redaktionelle Mantel für alle Lokalausgaben entsteht und alle Ausgaben gedruckt werden. Die Lokalberichterstattung entsteht vor Ort in den einzelnen Lokalredaktionen. Die Inhalte aller Ausgaben erscheinen außerdem im gemeinsamen Online-Portal mittelhessen.de, das monatlich über 500.000 Seitenbesuche zählt und damit zu den erfolgreichsten hessischen Nachrichtenseiten gehört. Die Gruppe ist das wichtigste lokale Presseorgan mit quasi-monopolartiger Stellung in weiten Teilen Mittelhessens.
Logo der Zeitungsgruppe Lahn-DillDas Logo des gemeinsamen Online-Portals mittelhessen.de
Geschichte
Die Ursprünge der Zeitungsgruppe Lahn-Dill liegen im am 1. Dezember 1950 geschlossenen Pachtvertrag zwischen der Heinzerlingschen Buchdruckerei aus Biedenkopf und der Wetzlarer Verlagsdruckerei, womit der der Heinzerlingsche Hinterländer Anzeiger künftig in Wetzlar zusammen mit der Wetzlarer Neuen Zeitung gedruckt wurde. Daraus entstand eine Gruppe an Zeitungen, die ähnliche Vereinbarungen mit der Wetzlarer Verlagsdruckerei trafen (siehe Liste unten). Im Jahr 1970 wurde aus der Verlagsdruckerei die Wetzlardruck GmbH, die die Zeitungsgruppe formell zusammenfasste und zum größten Zeitungsverlag in Mittelhessen aufstieg. In den folgenden Jahrzehnten wurden Synergien genutzt, indem die zuvor eigenständigen Zeitungen ihren Mantelteil zentral in Wetzlar produzieren ließen und so zu Kopfblättern der WNZ wurden.
In der jüngeren Zeit ist die Übernahme des Druck- und Verlagshauses E. Weidenbach in Dillenburg zum 1.Juli 2016 zu nennen, womit auch die Dill-Zeitung sowie einige lokale Anzeigenblätter Teil der Zeitungsgruppe wurden.[3][4] Bereits einige Jahre zuvor war die Wetzlardruck an am Verlagshaus Weidenbach finanziell beteiligt, lieferte bereits den Mantel und druckte die Zeitungen.[5] In den Folgejahren wurde die Zusammenarbeit verstärkt. In den Jahren zuvor hatte Wetzlardruck in seiner Zeitungsgruppe Lahn-Dill zu allen drei Produkten des Verlagshauses Weidenbach (Dill-Zeitung und ihre Kopfblätter Haigerer Kurier und Herborner Echo) einen Konkurrenztitel, nämlich die Dill-Post, die Haigerer Zeitung und das Herborner Tageblatt. Der gesamte „Dill-Block“ der Wetzlardruck erreichte eine Auflage von 10.265Exemplaren.[6] Nach der Übernahme des Weidenbach-Verlagshauses blieben als Titel nur die Dill-Zeitung aus dem Verlagshaus und das Herborner Tageblatt aus der Zeitungsgruppe erhalten, wobei die Dill-Post als inhaltlich gleiche Ausgabe noch einige Zeit weitergeführt wurde.
Im April 2018 wurde bekannt, dass sich die bis dahin als Wetzlardruck GmbH unabhängige Zeitungsgruppe Lahn-Dill mit der Gießener Anzeiger Verlags GmbH & Co KG (GAV), welche bereits seit 2014 zum VRM-Konzern gehörte,[7] zu einem gemeinsamen Verlag zusammenschließen will. Nachdem das Bundeskartellamt der Transaktion am 8.Mai 2018 zustimmte, ist die VRM Holding GmbH & Co. KG aus Mainz Mehrheitseigner des daraus hervorgegangenen Verlagshauses, das seit 2019 als VRM Wetzlar GmbH firmiert. Damit wurde die Zeitungsgruppe Teil des VRM-Konzerns. Die Schnitzler Verlags- und Kinne Beteiligungs-GmbH aus Wetzlar hält die verbleibenden Anteile. Die Beteiligungsgesellschaft Rossano-Eifinger schied als Gesellschafter von Wetzlardruck aus.[8]
Organisation
Durch die Organisation mit Zentralredaktion in Wetzlar liegt der Posten des Chefredakteurs für alle der Gruppe zugehörigen Zeitungen dort. Die Lokalredaktionen der einzelnen Lokalausgaben, also die früheren Tageszeitungen, stehen unter der Führung eines Redaktionsleiters.
Seit Oktober 2022 ist Frank KaminskiChefredakteur der VRM Wetzlar, also der Zeitungen der Gruppe.[9] An der Spitze der Zeitungsgruppe folgte er auf Uwe Röndigs (2011–2023) und Alois Kösters (2008–2011). Der Stellvertreterposten liegt bei Christian Keller, der zugleich als Titelchef fungiert.
Hauptsitz der VRM Wetzlar ist das Medienhaus in Wetzlar-Sturzkopf an der Elsa-Brandström-Straße. Es wurde bereits zu Wetzlardruck-Zeiten gebaut und beherbergt rund 300 Mitarbeiter in Verlag und Druckerei auf einer Grundstücksfläche von zirka 25.000 Quadratmetern.[5]
Zeitungen/Lokalausgaben
In der Zeitungsgruppe Lahn-Dill erscheinen derzeit sechs Ausgaben (in Klammern seit wann sie Teil der Zeitungsgruppe sind):
Darüber hinaus wurden im Laufe der Zeit auch einige Zeitungen, die Teil der Gruppe waren, eingestellt oder an andere Eigner veräußert. Dazu zählen:
Logo der Haigerer ZeitungHaigerer Zeitung (ab 1996 identisch mit Herborner Tageblatt und Dill-Post, 2014 eingestellt, aufgegangen in Dill-Post, dann in Dill-Zeitung)
Logo der Dill-PostDill-Post (ab dem 1. November 1950 Teil der Gruppe, ab 1996 identisch mit Herborner Tageblatt und Haigerer Zeitung, bei Übernahme der Dill-Zeitung zum 1. Juli 2016 zugunsten dieser eingestellt)
Logo der Solms-BraunfelserSolms-Braunfelser (1979–2014, eingestellt, aufgegangen in Wetzlarer Neuen Zeitung)
Logo der Biebertal-WettenbergerBiebertal-Wettenberger (1979–2002, eingestellt, aufgegangen in Wetzlarer Neuen Zeitung)