Sophie Koberwein
deutsch-österreichische Schauspielerin
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Sophie Wilhelmine Marie Koberwein (* 5. März 1783 in Karlsruhe; † 20. Jänner 1842 in Wien; geborene Bulla) war eine deutsch-österreichische Theaterschauspielerin. Sie war von 1803 bis zu ihrem Tod Ensemblemitglied des Burgtheaters.

Leben
Sophie Bulla war eine Tochter der Schauspielerin Edmonda Bulla und des Theaterleiters Franz Bulla. Sie wurde von ihrer Mutter als Schauspielerin unterrichtet und trat in Kinderrollen in der Truppe ihres Vaters auf,[1] zum ersten Mal in Frankfurt am Main,[2] später unter anderem in Karlsruhe.[1] Von den Kinderrollen wechselte sie allmählich in das Rollenfach der „jugendlichen Liebhaberin“ in Lustspielen und Tragödien.

Der damalige Burgtheaterdirektor Peter Freiherr von Braun lud 1803 Edmonda und Sophie Bulla zu einem Gastspiel nach Wien ein. Letztere debütierte dort als „Kathinka“ in Das Mädchen von Marienburg von Franz Kratter, als „Lottchen“ in Bruderzwist (Die Versöhnung) von August von Kotzebue und in der Titelrolle der Elise von Valberg von August Wilhelm Iffland. Anschließend wurde sie als festes Ensemblemitglied ans Burgtheater engagiert.[3] Sophie Bulla heiratete im selben Jahr ihren Burgtheater-Kollegen Josef Koberwein. Die Kinder des Ehepaars waren die Schauspielerin Elisabeth Koberwein, die den Schauspieler Karl Fichtner heiratete, der Maler Georg Koberwein, der die Schauspielerin Auguste Anschütz heiratete, und der jung verstorbene Schauspieler Josef Koberwein junior.[2]
Sophie Koberwein war am Burgtheater zunächst im Rollenfach der „ersten Liebhaberin“ erfolgreich. Zu ihren herausragenden Rollen zählten die „Louise“ in Kabale und Liebe von Friedrich Schiller, die „Elisene“ in Der Wald bei Hermannstadt von Johanna von Weißenthurn, die „Gräfin Rutland“ in Essex von John Banks, Henry Brooke, Henry Jones und James Ralph, die „Margarethe“ in Die Hagestolzen von August Wilhelm Iffland, die „Sophie“ in Die Aussteuer von August Wilhelm Iffland und das „Röschen“ in Das war ich von Johann Hutt. Ihr Porträtbild als „Maria“ in Adam Oehlenschlägers Correggio wurde in die von Kaiser Joseph II. gestiftete Ehrengalerie des Burgtheaters übernommen.[3]

Zuletzt wurde Koberwein im Rollenfach der „komischen Alten“ sehr geschätzt, beispielsweise als „Frau Hurtig“ in Heinrich IV., Teil 1 und Heinrich IV., Teil 2 von William Shakespeare.[1] Ihren letzten Auftritt hatte sie 1841 als Erzieherin „Gertrude“ in Welche ist die Braut? von Johanna von Weißenthurn.[3] Wenige Tage später erkrankte sie schwer. Sie starb nach fünfmonatiger Krankheit 1842 im Alter von 58 Jahren[2] und wurde am Katholischen Friedhof Matzleinsdorf bestattet.[4]
Nach Sophie und Josef Koberwein wurde 1912 die Koberweingasse in Wien-Fünfhaus benannt.[5]
Literatur
- Koberwein, Sophie. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 4, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1969, S. 7 f. (Direktlinks auf S. 7, S. 8).
- Felix Czeike (Hrsg.): Koberwein, Sophie. In: Historisches Lexikon Wien. Band 3, Kremayr & Scheriau, Wien 1994, ISBN 3-218-00545-0, S. 545 (Digitalisat).
- Ludwig Eisenberg: Großes biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. List, Leipzig 1903, Eintrag Koberwein, Sofie Wilhelmine Marie, S. 521–522 (archive.org).
Weblinks
- Koberwein, Sophie. In: biografiA. Institut für Wissenschaft und Kunst
- Sophie Koberwein (1783–1842). In: KulturErbeDigital. Burgtheater