St. Georg (Keutschen)
Kirchengebäude in Hohenmölsen, Burgenlandkreis, Sachsen-Anhalt
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Die evangelische Kirche St. Georg ist eine romanische Saalkirche im Ortsteil Keutschen von Hohenmölsen im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zum Pfarrbereich Nördliches Zeitz im Kirchenkreis Saale-Unstrut der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und kann in der Regel nicht besichtigt werden.[1] Ein Förderverein unterstützt die Erhaltung der Kirche.[2]
Geschichte und Architektur
Die Kirche ist eine im Kern romanische Saalkirche mit eingezogenem Chor und Apsis aus der Zeit um das Jahr 1200. Der Turm über dem Chor mit einer Glockenstube in verbretterten Fachwerk und hohem Walmdach wurde nach dendrochronologischer Datierung um 1420 (d) errichtet und die Kirche damit zur Chorturmkirche umgebaut. Der originale Giebel des Chores ist noch erkennbar. Große Teile des bestehenden Dachstuhls wurden auf die Zeit um 1480 (d) datiert.[3]
An der Nordseite des Schiffes erschließt ein einfaches Rundbogenportal das Bauwerk. An der gesamten Kirche sind überwiegend die originalen schmalen Rundbogenfenster erhalten; eine Besonderheit stellen die Fugenritzungen im romanischen Quadermauerwerk dar. Die Apsis wurde zeitweise zur Sakristei umfunktioniert.[4]
Innen ist das Schiff mit einem hölzernen Tonnengewölbe geschlossen, im Chor ist ein Kreuzgratgewölbe eingezogen. Apsis- und Triumphbogen sind mit einfachen gekehlten Kämpfern versehen. In der Apsiskalotte sind geringe, stark verblasste Reste von Wandmalereien mit einer Deësis aus dem ersten Viertel des 13. Jahrhunderts erhalten, die im Jahr 1933 bei Instandsetzungsarbeiten entdeckt wurden.[3]
Die Kirche gehörte zur Kollatur des Naumburger Georgsklosters, das im Ort seit dem frühen 13. Jahrhundert ein Vorwerk (allodium) besaß. Im 19. Jahrhundert stand sie unter königlichem Patronat.[4] Das Bauwerk steht unter Denkmalschutz und ist als Baudenkmal mit der Erfassungsnummer 094 87099 im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt eingetragen.[5]
Ausstattung
Innen sind schlichte dreiseitige hölzerne Emporen eingebaut. Der Altarblock ist aus der Bauzeit der Kirche erhalten. Das Altarbild mit einer Kreuzigungsgruppe des um 1700 entstandenen und bis auf geringe Reste verlorenen Altaraufsatzes befindet sich in der katholischen Kirche von Hohenmölsen. Bei diesem Altaraufsatz wurden Teile des spätgotischen Hochaltars wiederverwendet, davon wurde während der Restaurierungsarbeiten in den Jahren 1993–95 eine beschädigte Tafel mit einer Darstellung der heiligen Apollonia wiederentdeckt. Die Kanzel stammt aus der Kirche Webau von 1634 und wurde 1692 für Keutschen erworben und umgebaut.[3] Dabei wurde u. a. der Ortspfarrer verewigt. Eine der beiden Glocken stammte aus Laucha und war auf 1783 datiert.[4] Während der Reparatur der Keutschener Kirche, die um 1845 begann, wurde in den frühen 1850er Jahren eine Orgel angeschafft.[6][7]
Literatur
- Ute Bednarz, Folkhard Cremer, Hans-Joachim Krause (Bearb.): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt II. Regierungsbezirke Dessau und Halle. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1999, ISBN 3-422-03065-4, S. 357 (dehio.org).
- Gustav Sommer, Heinrich Otte: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Weißenfels. Otto Hendel, Halle (Saale) 1880, S. 27 (archive.org).