St. Josef (Greven)

Kirchengebäude in Greven From Wikipedia, the free encyclopedia

St. Josef in Greven im nordrhein-westfälischen Kreis Steinfurt ist eine römisch-katholische Filialkirche der Pfarrei St. Martinus (Greven). Sie steht unter dem Patrozinium des heiligen Josef, dem Ehemann der Gottesmutter Maria, und gehört zum Kreisdekanat Steinfurt im Bistum Münster. Das neue Gotteshaus von 2020 ist eine Saalkirche im Stil der Moderne und hat 200 Sitzplätze.

Geschichte

Die alte katholische Kirche St. Josef (1953 – 2019) in Greven

Im Gebiet um den Bahnhof Greven wohnten 1952 bereits 3.000 Katholiken. Um eine wohnortnahe Seelsorge zu ermöglichen, wurde die alte St.-Josef-Kirche 1952–53 nach dem Konzept der Architekten Theo Burlage und B. Niebuer (Osnabrück) gebaut. Dieses Gotteshaus mit 400 Sitzplätzen war ein Saalbau mit Querhaus und einem breiten Fassadenturm. Alle Gebäudeteile hatten rotes Ziegelmauerwerk und Satteldächer mit rotbrauner Dachziegeldeckung.

Der Seelsorgebereich der Kirche wurde 1954 von St. Martinus (Greven) abgetrennt und zunächst zu einem selbstständigen Pfarrrektorat sowie im selben Jahr zur eigenständigen Pfarrei St. Josef erhoben. Zu den Gebäuden der Gemeinde gehörten das Pfarrhaus von 1960, der Kindergarten St. Josef von 1960, der Kindergarten St. Raphael von 1970, die Altentagesstätte St. Raphael von 1970 sowie das Pfarrheim von 1971.[1]

Am 19. August 2007 erfolgte die Zusammenlegung von St. Franziskus (Reckenfeld) und St. Josef (Greven) zur neuen Pfarrei St. Lukas (Greven), die am 11. November 2012 mit St. Martinus (Greven) vereinigt wurde. Seitdem ist St. Josef nur noch eine Filialkirche von St. Martinus in Greven.[2]

Wegen des maroden baulichen Zustands des alten Gebäudes und der stark zurückgehenden Anzahl der Gottesdienstbesucher wurde die alte Kirche St. Josef am 27. Januar 2019 profaniert und anschließend abgerissen.[3]

Der Neubau des Gotteshauses St. Josef am selben Standort erfolgte in den Jahren 2019–20 nach den Plänen von Manfred Frericks (Münster), der den einschlägigen Architekten-Wettbewerb 2017 gewonnen hatte. Der Bischof von Münster, Felix Genn, weihte die neue Kirche am 10. Oktober 2020. Das Gebäude im Baustil der Moderne besitzt eine freistehende Giebelfassade und ein hohes Satteldach, das auch im Innenraum erlebbar ist. Im Norden und im Süden ermöglichen breite Fensterfronten den Blick auf die Stadt.

Viele Elemente des alten Gotteshauses, vor allem das Sandsteinportal, das Sandsteinkreuz, die historischen Rundbogenfenster sowie die große, farbige Fensterrosette, wurden in den Neubau integriert. Hinten an das neue Kirchenschiff ist das Pfarrheim als Flachbau angefügt. Durch die angrenzenden Räume dieses Gemeindezentrums ist der Kirchenraum nach der Öffnung von Schwenktüren flexibel erweiterbar. Alle Gebäudeteile bestehen aus geschlämmten Wasserstrichziegeln, die mal rötlich und mal nahezu weiß erscheinen. Der halboffene Kirchhof bietet einen geschützten Raum vor dem Haupteingang.[4]

Am 31. Dezember 2004 fusionierten St. Wendelin (Bockholt), St. Martinus (Greven) und Zu den Heiligen Schutzengeln (Schmedehausen) zur großen Kirchengemeinde St. Martinus in Greven. Am 1. Januar 2024 schlossen sich die Pfarreien St. Pankratius (Emsdetten), St. Georg (Saerbeck), St. Martinus (Greven) und St. Johannes Baptist (Gimbte) zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Emsdetten-Greven-Saerbeck“.[5]

Glocken

Im breiten Fassadenturm des alten Gotteshauses St. Josef hingen die folgenden vier Kirchenglocken aus Bronze:

  • Glocke 1: Schlagton: d1; Ø 141 cm; Gießerei: Feldmann & Marschel (Münster); Gussjahr: 1957
  • Glocke 2: Schlagton: f1; Ø 118 cm; Gießerei: Feldmann & Marschel (Münster); Gussjahr: 1955
  • Glocke 3: Schlagton: g1; Ø 102 cm; Gießerei: Feldmann & Marschel (Münster); Gussjahr: 1955
  • Glocke 4: Schlagton: as1; Ø 97 cm; Gießerei: Feldmann & Marschel (Münster); Gussjahr: 1955.[1]

Nur zwei dieser vier Glocken wanderten in die neue St.-Josefs-Kirche. Eine dritte auf dem Friedhof ausgestellte Glocke, die mehrere Hundert Kilogramm wog, erinnerte an das alte Gotteshaus. Aber diese Glocke wurde wegen ihres hohen Materialwertes und trotz ihres großen Gewichts schon nach wenigen Wochen gestohlen. Eine vierte Glocke soll ebenfalls öffentlich zur Schau gestellt, aber viel besser gegen Diebstahl gesichert werden.[6]

Orgel

In der neuen Kirche St. Josef steht eine Truhenorgel, die von der Firma Hey Orgelbau (Urspringen) 2013 hergestellt wurde. Das Instrument besitzt die folgenden vier Register: Gedackt 8‘, Rohrflöte 4‘, Prinzipal 2‘ und Spitzquinte 1 1/3‘. Ihre historische Stimmung „Neidhardt für eine große Stadt 1729“ eignet sich besonders gut für die Aufführung von Werken aus dem 16. bis 18. Jahrhundert.[7]

Literatur

  • Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster. Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Hrsg. Werner Thissen. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8.
  • Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5.
  • Margarete Luise Goecke-Seischab, Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.
Commons: St. Josef – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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