St. Juliana (Wehofen)
Kirchengebäude in Duisburg-Wehofen
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St. Juliana in Wehofen, einem rechtsrheinischen Stadtteil von Duisburg in Nordrhein-Westfalen, ist eine römisch-katholische Filialkirche der Pfarrei St. Dionysius (Walsum). Sie trägt das Patrozinium Juliana von Nikomedia und gehört zum Kreisdekanat Wesel im Bistum Münster. Das denkmalgeschützte Gotteshaus ist ein moderner Zentralbau mit Glockenturm und hat 280 Sitzplätze.

Geschichte
Im Nordosten von Duisburg-Walsum entstanden zwischen 1912 und 1922 in der Bauerschaft Wehofen viele Bergarbeitersiedlungen der Schachtanlage „Rhein I/II“. Gottesdienst fand ab Weihnachten 1915 in der Lohnhalle der Zeche und ab 1922 in einer von der August-Thyssen-Hütte geschenkten Notkirche statt. Nach der Abtrennung von St. Josef (Walsum-Aldenrade) wurde dieser Seelsorgebereich 1920 in ein selbstständiges Pfarrrektorat umgewandelt und 1953 in eine eigenständige Pfarrei erhoben.
Juliane Thyssen aus der Unternehmerfamilie Thyssen stiftete eine Million Mark für den Kirchenbau in Wehofen. Nach den Plänen des Architekten Hel Haparta (Düsseldorf), der 1961 den Architekturwettbewerb gewann, entstand 1963–65 das Gotteshaus St. Juliana als Zentralbau im Stil der Moderne. Die Kirche steht auf einem polygonalen Grundriss unter einem gefächerten Hängedach. Der dreieckige Glockenturm im Süden ist eine organische Verlängerung der Fassade. Der polygonale eingeschossige Anbau im Nordosten besitzt ein Flachdach und fasst die Sakristei und die Werktagskapelle. Alle Gebäudeteile bestehen aus Beton mit brauner Quaderstrukturierung und besitzen Dächer aus Kupferblech.
St. Juliana wurde am 12. September 2008 als Nummer 574 in die Liste der Baudenkmäler in Duisburg-Walsum aufgenommen. Zur Gemeinde gehören außerdem das Pfarrhaus von 1963, das Pfarrheim von 1965 sowie der Kindergarten von 1965.[1][2]
Die Walsumer Gemeinden St. Josef, St. Ludgerus und St. Juliana wurden am 1. November 2005 zur großen Gemeinde St. Josef zusammengelegt. Am 24. November 2012 erfolgte die Eingliederung von St. Josef (Walsum) in die Pfarrei St. Dionysius (Walsum), sodass St. Juliana in Wehofen seitdem eine Filialkirche dieser Gemeinde ist.[3]
Am 1. Januar 2024 schlossen sich die Pfarreien St. Vincentius (Dinslaken), St. Dionysius (Walsum), St. Albertus Magnus (Bruckhausen) und St. Peter und Paul (Voerde) zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Dinslaken-Duisburg(Walsum)-Hünxe-Voerde“.[4]
Glocken
Im 42 Meter hohen Turm von St. Juliana hängen die folgenden vier Kirchenglocken aus Bronze:
- Glocke 1: Schlagton: g1; Ø 100 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1966
- Glocke 2: Schlagton: b1; Ø 83 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1966
- Glocke 3: Schlagton: c2; Ø 74 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1966
- Glocke 4: Schlagton: es2; Ø 62 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1966.[2]
Orgel
Das Instrument, das vom Westfälischen Orgelbau S. Sauer (Höxter) 1987 in St. Juliana aufgestellt wurde, enthält wesentliche Teile einer von der Firma Gebr. Krell (Duderstadt) gefertigten Orgel. Das Instrument in Wehofen hat 15 Register und mechanische Trakturen.[2]
Literatur
- Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Hrsg.: Werner Thissen. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8.
- Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5.
- Margarete Luise Goecke-Seischab und Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.