St. Dionysius (Walsum)
Kirchengebäude in Duisburg-Walsum
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St. Dionysius in Walsum, einem rechtsrheinischen Stadtteil von Duisburg in Nordrhein-Westfalen, ist die römisch-katholische Pfarrkirche der gleichnamigen Gemeinde. Sie steht unter dem Patrozinium des heiligen Dionysius von Paris, einem der vierzehn Nothelfer, und gehört zum Kreisdekanat Wesel im Bistum Münster. Das denkmalgeschützte Gotteshaus ist eine neugotische Basilika und hat rund 240 Sitzplätze.

Geschichte
In Duisburg-Walsum wird ein Kirchengebäude erstmals 1261 urkundlich erwähnt. 1281 überließ die Freifrau Mechthild von Holte das Gotteshaus (mit Besitz und Einkünften) dem Johanniterorden. Eine Kapelle, die von den Johannitern nach verschiedenen Quellen entweder schon im 13. Jahrhundert angefügt oder erst viel später neu geschaffen worden war, wurde 1529–30 mehrfach umgebaut. Nach dem Abbruch des alten Gotteshauses 1880 erfolgte der Neubau 1881–83 nach Plänen des evangelischen Architekten Heinrich Wiethase (Köln).
Diese Kirche im neugotischen Stil ist eine dreischiffige Basilika mit Kreuzgewölbe unter Satteldächern. Der leicht austretende Westturm besitzt einen Spitzhelm und eine Dachgalerie. Das einjochige Querhaus liegt im Osten und der eingeschossige Sakristeianbau mit Pultdach befindet sich im Südosten. Die Kirche besteht aus rotem Ziegelmauerwerk mit Dächern aus Naturschiefer. Der Turm und das südliche Querhaus wurden 1945 im Zweiten Weltkrieg erheblich beschädigt und bis 1949 unter der Leitung des Architekten Franz Wilhelm Wendrich (Walsum) repariert.
Als Folge des Steinkohlenbergbaus senkte sich das Gelände um ca. 8 Meter und führte zu einigen Feuchtigkeitsschäden im Mauerwerk der Kirche. Zur Beseitigung dieser Probleme sind archäologische Untersuchungen und Sanierungsplanungen notwendig geworden. Zu den Gebäuden der Gemeinde gehören das Pfarrhaus von 1856, das neu gebaute Pfarrheim sowie der Kindergarten von 1960.[1][2][3] Das Gotteshaus St. Dionysius in Walsum steht in der Liste von Sakralbauten in Duisburg und seit 26. März 1985 als Nummer 71 in der Liste der Baudenkmäler in Duisburg-Walsum.
Kirchliche Strukturentwicklung in Walsum
St. Dionysius in Walsum-Nord war über mehrere Jahrhunderte die Mutterpfarrei für zahlreiche Gemeinden mit Abpfarrungen von St. Josef (Aldenrade) 1910 und von Herz Jesu (Overbruch) 1953 sowie von einem Teilgebiet nach St. Elisabeth (Vierlinden) 1952. Von St. Josef (Aldenrade) in Walsum-Süd abgetrennt wurden St. Juliana (Wehofen) 1920, St. Elisabeth (Vierlinden) 1928 und St. Ludgerus (Aldenrade) 1957.
Am 19. Dezember 2004 fand die Eingliederung der Pfarreien St. Elisabeth und Herz Jesu in die Großpfarrei St. Dionysius statt. Am 1. November 2005 erfolgte die Eingliederung von St. Juliana und St. Ludgerus in die Pfarrei St. Josef, die ab 24. November 2012 als Filialkirche wieder zu St. Dionysius gehört.[4]
Am 1. Januar 2024 schlossen sich die Pfarreien St. Vincentius (Dinslaken), St. Dionysius (Walsum), St. Albertus Magnus (Bruckhausen) und St. Peter und Paul (Voerde) zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Dinslaken-Duisburg(Walsum)-Hünxe-Voerde“.[5]
Glocken
Im Turm von St. Dionysius hängen die folgenden vier Kirchenglocken aus Gussstahl:
- Glocke 1: Schlagton: e1; Ø 135 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1953
- Glocke 2: Schlagton: g1; Ø 111 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1953
- Glocke 3: Schlagton: a1; Ø 97 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1953
- Glocke 4: Schlagton: h1; Ø 87 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1953.[3]
Orgel
Die Firma Romanus Seifert & Sohn (Kevelaer) baute 1955 für St. Dionysius eine Pfeifenorgel mit 26 Registern. Das Instrument hat drei Manuale (C - g3) und Pedal (C - f1) sowie elektrischen Kegelladen. Die Spieltraktur und die Registertraktur sind elektropneumatisch.[6]
Literatur
- Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Hrsg.: Werner Thissen. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8.
- Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5.
- Margarete Luise Goecke-Seischab und Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.