St. Maria (Murrhardt)
römisch-katholische Pfarrkirche in der Stadt Murrhardt im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis
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Die Kirche Sankt Maria ist eine römisch-katholische Pfarrkirche in der Stadt Murrhardt im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis. Das markante Gotteshaus im Stile des Brutalismus ist nach Plänen von Hans Werner Merkle (1924–2017) in den Jahren 1968/69 in der Helmuth-Götz-Straße entstanden und dem Patrozinium der Mutter Jesu Christi, der Hl. Jungfrau Maria anvertraut. Das Gebäude steht seit 2015 unter Denkmalschutz.
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| Basisdaten | |
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| Konfession | römisch-katholisch |
| Ort | Murrhardt, Deutschland |
| Diözese | Bistum Rottenburg-Stuttgart |
| Patrozinium | St. Maria |
| Baugeschichte | |
| Architekt | Hans Werner Merkle |
| Bauzeit | 1968–1969 |
| Baubeschreibung | |
| Einweihung | 27. April 1969 |
| Baustil | Brutalismus |
| Ausstattungsstil | Moderne |
| Funktion und Titel | |
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Pfarrkirche | |
| 48° 58′ 46,9″ N, 9° 34′ 24,5″ O | |
Geschichte
Die Geschichte der Stadt Murrhardt ist eng mit der Geschichte des Klosters St. Januarius verbunden, das von dem Heiligen Eremiten Walterich gegründet worden sein soll. Jahrhundertelang prägten die Benediktiner das Leben in der Stadt. Nach der Einführung der Reformation unter Herzog Ulrich 1535 geriet das Kloster jedoch in eine tiefe Krise. Im Jahr 1552 lebten nur noch fünf sehr junge Konventuale im Kloster. Nachdem der letzte Abt Otto Leonhard Hofsess zum Protestantismus übergetreten war, verließen auch die übrigen Mönche das Kloster und wurden evangelische Pfarrer. Damit war das katholische Leben in der Stadt verschwunden. Während des Dreißigjährigen Krieges versuchten die Benediktiner unter Emmerich Fünkler vergeblich, den Katholizismus in Murrhardt wiedereinzuführen; nach dem Westfälischen Frieden mussten sie die Stadt verlassen. Im 17. und 18. Jahrhundert war Murrhardt eine nahezu vollständig evangelische Stadt. Erst durch die Industrialisierung und den Bau der Bahnstrecke Waiblingen–Schwäbisch Hall-Hessental ließen sich wieder katholische Christen in Murrhardt nieder. 1871 zählte man nur 19 Katholiken im ganzen Stadtgebiet.
Durch Flucht und Vertreibung aus den Ostgebieten des Deutschen Reiches und den Staaten des ehemaligen Österreich-Ungarn kamen nach dem Zweiten Weltkrieg hunderte Katholiken nach Murrhardt; eine Notkirche wurde eingerichtet. Dieses Provisorium konnte die vielen Gläubigen jedoch bald nicht mehr aufnehmen, sodass der Wunsch nach einer neuen Kirche wuchs. Daher wurde beschlossen, ein Grundstück zu kaufen und eine neue Pfarrkirche zu planen. Als Architekt konnte Hans Werner Merkle aus Stuttgart gewonnen werden.
Am 15. September 1968 fand die Grundsteinlegung durch Abt Laurentius von den Benediktinern statt. Am 27. April 1969 wurde die neue Kirche durch einen von Weihbischof Wilhelm Sedlmeier zelebrierten Festgottesdienst eingeweiht.[1]
Architektur und Ausstattung

St. Maria gehört zu den zehn repräsentativen Kirchen der Nachkriegsmoderne im Bistum Rottenburg-Stuttgart, bei denen mit neuen, freien Formen und ohne rechte Winkel experimentiert wurde.[2] Beeinflusst wurde der Bau zum einen durch die neuesten Erkenntnisse auf dem Gebiet der sakralen Architektur, die durch Le Corbusiers Wallfahrtskirche Notre Dame du Haut (1955)[1] oder den Nevigeser Wallfahrtsdom (1966) gewonnen wurden; der Altar sollte sichtbar und nicht durch Säulen versperrt sein. Zum anderen ist St. Maria beeinflusst durch die Neuerungen des Zweiten Vatikanischen Konzils, dass die Hierarchien der Kirche lockerte und sich zum Ziel setzte, die Gläubigen mehr in den Gottesdienst einzubeziehen. Daher wurde von der traditionellen Bauweise abgewichen und versucht, eine dynamische Leichtigkeit in die Architektur zu bringen. Das Dach von St. Maria erinnert an ein Zelt und soll auf das transportable Heiligtum der Israeliten beim Auszug aus Ägypten hinweisen. Ein Glockenturm wurde geplant, jedoch nicht gebaut. St. Maria wird dem Baustil des Brutalismus zugeordnet.[3]

Im Innenraum sind die Wände verputzt und weiß gestrichen. Die Decke ist holzvertäfelt und mit kleinen Lampen versehen, die an den Sternenhimmel erinnern. Die großen Buntglasfenster von Hans Schreiner sollen eine mystische Stimmung erzeugen. Der Altar aus Naturstein ist der Mittelpunkt der Kirche, um den sich das Gottesvolk im Halbkreis versammelt.
Orgel
Die Orgel befindet sich auf einer Empore, die weit in das Kirchenschiff hineinragt. Die Orgel wurde 1970 von Peter Paul Köberle gebaut. Sie hat 26 Register, verteilt auf zwei Manualen und Pedal. Im Jahr 2000 wurde die Orgel von Reinhart Tzschöckel (Fautspach) neu intoniert. 2016 wurde die Orgel von Michael Mauch und Tilman Trefz (Kernen-Rommelshausen) gereinigt und neu intoniert. Die Disposition der Orgel lautet wie folgt:[4]
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Literatur
- Katholische Kirchengemeinde St. Maria (Hrsg.): 25 Jahre St. Maria Murrhardt. Kirchweihfest St. Maria Murrhardt 24. April 1994
- Katholische Kirchengemeinde St. Maria (Hrsg.): 50 Jahre Kirchweih St. Maria. Murrhardt 2019
