St. Mark’s Lutheran Church (San Francisco)
evangelisch-lutherische Kirche in San Francisco
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Die St. Mark’s Lutheran Church ist eine evangelisch-lutherische Kirche in San Francisco. Ihre Gemeinde ist die älteste lutherische Kirchengemeinde Kaliforniens und die zweitälteste an der amerikanischen Westküste. Sie gehört heute zur Sierra-Pazifik-Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika (ELCA). Das 1895 von Henry Geilfuss errichtete neoromanische Kirchengebäude ist unter der Denkmalnummer 41 als San Francisco Historic Landmark gelistet.[1]
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| Basisdaten | |
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| Konfession | evangelisch-lutherisch (ELCA) |
| Ort | San Francisco, Vereinigte Staaten |
| Synode | Sierra-Pazifik |
| Widmung | St. Markus |
| Baugeschichte | |
| Architekt | Henry Geilfuss |
| Baubeginn | 24. Juni 1894 |
| Baubeschreibung | |
| Einweihung | 10. März 1895 |
| Baustil | Neoromanik |
| Ausstattungsstil | Neogotik |
| Bautyp | Basilika |
| 37° 47′ 3,6″ N, 122° 25′ 24,6″ W | |
Gebäude
St. Mark’s befindet sich in der Western Addition nahe der katholischen Cathedral of Saint Mary of the Assumption. Die Kirche ist aus roten Backsteinen im neoromanischen Stil errichtet, wobei auch vereinzelte neogotische Elemente Einzug gefunden haben. Die dreischiffige Basilika weist keine Apsis auf. Über den drei hölzernen Doppeltüren befindet sich eine Fensterrose. Die Hauptfassade wird von zwei Türmen gerahmt, von denen der westliche kleiner, rund und mit einer konischen Haube bedeckt ist. Der höhere östliche Turm weist einen quadratischen Grundriss auf und wird von einem pyramidenförmigen Dach mit vier kleinen Ziertürmchen an den Ecken gekrönt. An den Seitenwänden des Kirchenschiffs befinden sich Strebepfeiler, die jeweils vier Buntglasfenster mit kleinen Fensterrosen darüber rahmen. Am Altarende der Kirche sind sieben Buntglasfenster angebracht, von denen das mittige die Himmelfahrt zeigt. Im Innenraum der Kirche befindet sich ein Altar aus weißem Bruchstein und eine holzvertäfelte Kanzel.[1]
Geschichte
Die Gemeinde der St. Mark’s Lutheran Church geht auf das Jahr 1849 zurück. Damals begann Pfarrer Friedrich Mooshake mit der kirchlichen Arbeit unter den deutschamerikanischen Siedlern in San Francisco. Diese Gemeinde ist nach der bereits 1843 gegründeten Sitka Lutheran Church in Russisch-Amerika die zweite lutherische Gemeindegründung an der Pazifikküste und die erste im Bereich der Contiguous United States. Die Gemeinde mietete sich vorerst in der Congregational Church of Christ an der Ecke von Greenwich Street und Dupont Street (heute Grant Avenue) ein. Im Sommer 1855 errichtete sie ein eigenes Kirchengebäude an der Sutter Street, das an Weihnachten eingeweiht wurde. Die Gemeinde nutzte zu dieser Zeit den Namen Erste Deutsche Protestantische Kirche an der Pazifikküste. 1859 wurde auch das zuvor gemietete Gebäude der Kongregationalisten für 1.700 Dollar erworben und die Gemeinde gab sich eine Verfassung unter dem Namen Erste Deutsche Evangelisch-Lutherische Kirche. 1862 wurde in dieser Kirche eine der ersten Orgeln der Stadt installiert.[2]
Im selben Jahr erwarb die Gemeinde einen Bauplatz an der Geary Street für 5.000 Dollar. Dort wurde am Reformationstag 1863 der Grundstein für ein neues Kirchengebäude gelegt, das am 30. Dezember 1866 eingeweiht werden konnte. Die Gesamtkosten für den Bau beliefen sich auf 30.000 Dollar. In diesem Jahr änderte die Gemeinde erneut ihren Namen zu Erste Deutsche Evangelisch-Lutherische Gemeinde der St.-Markus Kirche zu San Francisco und erhielt den Körperschaftsstatus. 1867 tritt der langjährige Pfarrer Jacob Buehler nach internen Auseinandersetzungen um die Mitgliedschaft in Freimaurerlogen zurück und gründet mit einigen Gemeindegliedern die St.-Paulus-Kirche. 1870 gibt die Gemeinde das alte Kirchengebäude an der Greenwich Street auf.[2]
Die starke Zuwanderung nach Kalifornien und das damit verbundene Wachstum der Gemeinde machten bereits 1893 Planungen für einen erneuten Kirchenbau nötig. Die Kirche an der Geary Street, die einst für 5.000 Dollar erworben worden war, konnte für 105.000 Dollar verkauft werden. Nachdem im Februar 1894 ein Bauplatz an der O’Farrell Street gekauft wurde, begann man am 24. Juni 1894 mit dem Bau. Als Architekt war Henry Geilfuss ausgewählt worden. Bereits im März 1895 konnte das neue Gebäude eingeweiht werden. Im selben Jahr gründete Hermann Gehrcke, der vormalige Hilfsprediger an St. Markus, eine Tochtergemeinde, die St.-Matthäus-Kirche.[2]
Das Erdbeben von San Francisco 1906 traf die Kirche kaum, die Schäden beliefen sich dennoch auf gut 6.000 Dollar. Im Nachgang des Erdbebens wurde die Kirche durch das Rote Kreuz als Notunterkunft genutzt. 1932 änderte die Gemeinde ihren Namen erneut und nannte sich ab nun St. Mark’s Evangelical Lutheran Church. Im Mai 1936 trat sie der Kalifornien-Synode bei, einer Teilsynode der Vereinigten Lutherischen Kirche in Amerika. Zuvor war sie seit ihrer Gründung unabhängig von übergeordneten Strukturen gewesen.[2]
Nach dem Eintritt der Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg wurde im Dezember 1941 die Nutzung der deutschen Sprache im Gottesdienst verboten. Noch im Krieg begann die Gemeinde mit Renovierungen an der Kirche, wobei unter anderem eine Moeller-Orgel mit drei Manualen erworben wurde. Alle Arbeiten waren bis 1947 abgeschlossen. 1952 war Pfarrer J. George Dorn maßgeblich an der Gründung des Pacific Lutheran Theological Seminary in Berkeley beteiligt. In den 1960er-Jahren wurden im Umfeld der Gemeinde zwei große gemeinnützige Wohnprojekte umgesetzt. Der Martin Luther Tower mit Seniorenwohnungen ist bis heute in Trägerschaft der Kirche, der Carillon Tower wurde durch eine private Stiftung von sieben Gemeindegliedern errichtet. Außerdem wurde mit dem Urban Life Center ein großes Gemeindezentrum durch die Kirchengemeinde gebaut. 1971 wurde die Kirche mit der Denkmalnummer 41 als San Francisco Historic Landmark designiert.[2]
Schon 1984 bekannte sich die Kirche zum Reconciling-in-Christ-Programm und öffnete sich so explizit für die LGBTQ-Gemeinschaft. Durch das Loma-Prieta-Erdbeben 1989 wird die Kirche beschädigt. Umfassende Renovierungsarbeiten dauerten bis 2006 an, 2007 wurde eine neue Traktur-Orgel von Taylor and Boody in Betrieb genommen. Im selben Jahr erhielt die Kirche den Preservation Design Award für ihre Restaurierungsarbeiten. 2009 eröffnete sie ein Kolumbarium.[2]
Nachdem die ELCA im Vorjahr die Ordination offen homosexueller Geistlicher erlaubt hatte, wurden im Juli 2010 eine Reihe von extra ordinem ordinierten Geistlichen, darunter die späteren Bischöfe Megan Rohrer und Jeff Johnson, in einem Festgottesdienst wieder in die ELCA aufgenommen.[2]
Im Jahr 2024 gehörten der Gemeinde 242 getaufte Mitglieder an. Sie ist damit die größte mit der ELCA verbundene Gemeinde in San Francisco.[3] Neben den Wohnprojekten unterstützt die Gemeinde eine Vielzahl kirchlicher und diakonischer Initiativen in San Francisco.[2]
