St. Michael (Bunnen)
Kirchengebäude in Löningen
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St. Michael in Bunnen, einem Stadtteil von Löningen im niedersächsischen Landkreis Cloppenburg, ist eine römisch-katholische Filialkirche der Pfarrei St. Vitus (Löningen).[1] Sie steht unter dem Patrozinium des heiligen Michael und gehört zum Dekanat Löningen im Bistum Münster. Das Gotteshaus ist ein neugotischer Backsteinbau mit Turm und bietet 350 Gläubigen Platz.
Geschichte
Schon im Mittelalter gab es in der zur Pfarrei Löningen gehörenden Ortschaft Bunnen eine Kapelle, die 1630 in einem Visitationsbericht erwähnt wurde. Gottesdienste musste der Pfarrer von Löningen dort mehrere Male im Jahr abhalten. Weil die Entfernung zur St.-Vitus-Kirche in Löningen viel zu groß war, bekamen die Katholiken 1834 einen eigenen Geistlichen, der zunächst in Löningen und ab 1856 in der neuen Kaplanei in Bunnen wohnte. 1876 wurde die Kapellengemeinde St. Michael gebildet.
Nach den Plänen des Architekten Franz Xaver Lütz (Osnabrück) entstand 1879/81 die St.-Michael-Kirche als neugotisches Backsteingebäude mit angebautem Turm. Die Konsekration erfolgte am 11. Juni 1885 durch Bischof Johann Bernhard Brinkmann. Nach der Abtrennung von St. Vitus (Löningen) am 1. Juni 1923 wurde St. Michael (Bunnen) eine eigenständige Pfarrei. Zu den Gebäuden der Gemeinde gehörten der Kindergarten von 1968, das Pfarrhaus von 1971 und das Pfarrheim von 1987.[2]
Durch Fusion entstand aus der Pfarreien Löningen, Bunnen, Evenkamp und der Kapellengemeinde Benstrup am 3. Oktober 2007 die neue Kirchengemeinde St. Vitus mit Sitz in Löningen.[3]
Am 1. Januar 2024 schlossen sich die katholischen Gemeinden in Bethen, Cappeln, Cloppenburg, Emstek, Molbergen, Essen, Löningen, Lastrup und Lindern zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Cloppenburg-Löningen“ mit Sitz in Cloppenburg.[4]
Glocken
Im Turm von St. Michael hängen die folgenden drei Bronzeglocken:
- Glocke 1: Schlagton: g1; Ø 103 cm; Glockengießerei Otto (Hemelingen); Gussjahr: 1947
- Glocke 2: Schlagton: b1; Ø 86 cm; Glockengießerei Otto (Hemelingen); Gussjahr: 1947
- Glocke 3: Schlagton: c2; Ø 76 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1927[5]
Orgel
Die 1860 von Melchior Kersting (Münster) für das Ursulinenkloster in Haselünne erstellte Orgel wurde gekauft und 1894 von Gorgonius Heinrich Kröger (Vechta) in St. Michael in Bunnen aufgestellt. Dieses Instrument reparierte Kurt Woyk (Osnabrück) 1934 und Johann Caspar (Nordenham) fügte 1946 pneumatische Trakturen ein. 1952/55 erfolgten große Umbauten durch Friedrich Fleitner (Münster). Dabei wurden die Laden elektrifiziert, drei neue Pedalregister eingefügt und ein neuer freistehender Spieltisch geschaffen. Martin Cladders (Badbergen) verlegte 2000/02 die Balganlage sowie restaurierte und überholte das Instrument 2008.
Die aktuelle Orgel mit Schleiflade als Zwillingslade für die beiden Manuale (C–g3) und mit Kegellade im Pedal (C–f1) hat 14 Register. Zur Ausstattung gehören zahlreiche Spielhilfen. Die Spieltraktur und die Registertraktur sind elektrisch.[6]
Literatur
- Willi Baumann, Peter Sieve (Hrsg.): Die katholische Kirche im Oldenburger Land: Ein Handbuch. Plaggenborg Verlag, Vechta 1995, ISBN 3-929358-99-9.
- Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-064-68.