Stadtsparkasse Mönchengladbach
Sparkasse in Nordrhein-Westfalen mit Sitz in Mönchengladbach
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Die Stadtsparkasse Mönchengladbach ist eine Sparkasse in Nordrhein-Westfalen mit Sitz in Mönchengladbach. Sie ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts.
| Staat | |
|---|---|
| Sitz | Bismarckplatz 10 41061 Mönchengladbach |
| Rechtsform | Anstalt des öffentlichen Rechts |
| Bankleitzahl | 310 500 00[1] |
| BIC | MGLS DE33 XXX[1] |
| Gründung | 13. September 1853 |
| Verband | Rheinischer Sparkassen- und Giroverband |
| Website | www.sparkasse-moenchengladbach.de |
| Geschäftsdaten 2025[2] | |
| Bilanzsumme | 5,887 Mrd. Euro |
| Einlagen | 4,613 Mrd. Euro |
| Kundenkredite | 4,07 Mrd. Euro |
| Mitarbeiter | 823 |
| Geschäftsstellen | 21 |
| Leitung | |
| Verwaltungsrat | Matthias Johnen (Vors.) |
| Vorstand | Antonius Bergmann (Vors.) Helmut Wilms Ralf Grewe |
| Liste der Sparkassen in Deutschland | |
Geschäftsgebiet und Träger
Gemäß Satzung umfasst das Geschäftsgebiet der Stadtsparkasse Mönchengladbach die Stadt Mönchengladbach sowie die angrenzenden Kreise Heinsberg, Viersen und den Rhein-Kreis-Neuss. Trägerin ist die kreisfreie Stadt Mönchengladbach.
Geschäftszahlen
Die Stadtsparkasse Mönchengladbach wies im Geschäftsjahr 2025 eine Bilanzsumme von 5,887 Mrd. Euro aus und verfügte über Kundeneinlagen von 4,613 Mrd. Euro. Gemäß der Sparkassenrangliste 2025 liegt sie nach Bilanzsumme auf Rang 78. Sie unterhält 21 Filialen/Selbstbedienungsstandorte und beschäftigt 823 Mitarbeiter.[3]
Die Stadtsparkasse Mönchengladbach ist Teil der Sparkassen-Finanzgruppe und gehört damit auch ihrem Haftungsverbund an. Er sichert den Bestand der Institute und sorgt dafür, dass sie auch im Fall der Insolvenz einzelner Sparkassen alle Verbindlichkeiten erfüllen können. Die Sparkasse vermittelt Bausparverträge der regionalen Landesbausparkasse, offene Investmentfonds der DekaBank und Versicherungen der Provinzial Rheinland. Im Bereich des Leasing arbeitet die Stadtsparkasse Mönchengladbach mit der Deutschen Leasing zusammen. Die Funktion der Sparkassenzentralbank nimmt die Landesbank Hessen-Thüringen wahr.
Sparkassen-Finanzgruppe
Geschichte
Gründung der Sparkasse im 19. Jahrhundert
Das Statut der „Sparkasse der Bürgermeisterei Gladbach“, wurde am 13. September 1853 vom Oberpräsidenten der preußischen Rheinprovinz Hans Hugo von Kleist-Retzow genehmigt. Damals lebten in der Spezialgemeinde Gladbach rund 4.000 Einwohner, dagegen hatte die Bürgermeisterei Gladbach mehr als 12.000 Einwohner. Sie bestand aus den drei Spezialgemeinden Gladbach, Obergeburth und Oberniedergeburth. Die Sparkasse war in der ehemaligen Benediktinerabtei untergebracht. Am 30. Januar 1854 genehmigte der Oberpräsident in Koblenz das Statut für die „Sparkasse der Gemeinde Rheydt“. Untergebracht war sie im alten Rathaus, das zum Gebäudekomplex des ehemaligen Alexanderklosters gehörte.
Am 24. März 1886 genehmigte der Oberpräsident der Rheinprovinz Moritz Heinrich Albrecht von Bardeleben das Statut der „Sparkasse zu Wickrath“. Die Sparkasse sollte nicht nur das Sparen fördern, sondern auch „den Wohlhabenderen der Gemeinde und sonstigen Instituten die Möglichkeit gewähren, kleine Kapitalien vorübergehend nutzbar zu machen“.[4]
Ausbau und Zusammenschlüsse bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts
Die Kundenzahl wuchs und so wurden die Geschäftsräume zu klein. Im Rat einigte man sich auf die Einrichtung von drei Zweigstellen, die am 1. Mai 1901 ihren Geschäftsbetrieb aufnahmen. 1911 hatte die Sparkasse sieben Zweigstellen und es wurden Grundstücke für einen Neubau am Alten Markt gekauft. Am 19. Juni 1912 gingen die ersten eigenen Räumlichkeiten der Sparkasse Gladbach in Betrieb. Mit der Eingemeindung von München-Gladbach-Land, Neuwerk und Rheindahlen ging die Städtische Sparkasse Rheindahlen in die Sparkasse M. Gladbach auf.
Das Gesetz über die kommunale Neugliederung des rheinisch-westfälischen Industriegebiets vom 1. August 1929 verfügt den Zusammenschluss der Stadtgemeinden München Gladbach und Rheydt unter Eingliederung von Odenkirchen, Giesenkirchen, Schelsen und Hardt zur Stadt „Gladbach-Rheydt“. Gleichzeitig erfolgte die Zusammenlegung der Sparkassen zur Städtischen Sparkasse Gladbach-Rheydt. Als die Nationalsozialisten am 1. August 1933 das „Gesetz über die Aufteilung der Stadtgemeinde Gladbach-Rheydt“ erließen, wurden die Städtische Sparkasse Gladbach und die Städtische Sparkasse Rheydt wieder selbständig.[4]
Wirtschaftswunderzeit
Am 11. September 1953 eröffnete die neue Gladbacher Hauptstelle am Bismarckplatz und 1955 die Hauptstelle der städtischen Sparkasse Rheydt an der Marktstraße. 1958 verabschiedete der Nordrhein-Westfälische Landtag ein neues Sparkassengesetz, aufgrund dessen die Sparkassen neue Satzungen erhielten. Die Mitarbeiter waren ab diesem Zeitpunkt nicht mehr Bedienstete der Stadt, sondern Angestellte der Sparkasse.
Die Einführung der bargeldlosen Lohn- und Gehaltszahlung führte Ende der 1950er Jahre zu einer größeren Inanspruchnahme von Finanzdienstleistungen. Lag die Geschäftstätigkeit früher hauptsächlich auf dem Einlagen- und Kreditgeschäft, führten veränderte Wirtschafts- und Vermögensstrukturen dazu, dass verstärkt auch neue Angebote wie Konsumentenkredite, Dispositionskredite, diverse Sparformen sowie das Wertpapiersparen in Anspruch genommen wurden. Die Sparkasse bot zunehmend auch diese Leistungen an. Gleichzeitig führten das starke Wachstum der Kundenzahl sowie die Erschließung neuer Wohngebiete zur Eröffnung weiterer Zweigstellen.[4]
Technischer Fortschritt
1963 stellte die Sparkasse Mönchengladbach auf die elektronische Datenverarbeitung um. Fünf Jahre später nahm die Sparkasse Rheydt ihre erste EDV-Anlage in Betrieb. Eine „Fahrbare Zweigstelle“ nahm 1965 in Mönchengladbach und ein Jahr später auch in Rheydt ihren Dienst auf. Die letzte Fahrt erfolgte 1993. Die Stadtsparkasse Mönchengladbach offeriert 1969 erstmals in Deutschland Wohnungsbaufinanzierungen bis zu 90 % der angemessenen Bau- und Bodenkosten zu Konditionen, wie sie sonst nur für erstrangige Hypotheken angeboten werden.[4]
Vereinigung zur Stadtsparkasse Mönchengladbach
Am 1. Januar 1975 wurden Mönchengladbach, Rheydt und Wickrath zur neuen Stadt Mönchengladbach. Das führte zur Fusion der drei Sparkassen im neu entstandenen Stadtgebiet mit Wirkung vom 1. Januar 1976 zur Stadtsparkasse Mönchengladbach. Um eine neue Hauptstelle zu errichten, wurde am 21. Juli 1988 das alte Gebäude der Stadtsparkasse am Bismarckplatz gesprengt. In den folgenden drei Jahren arbeiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in provisorischen Unterkünften. Am 11. Juli 1991 wurde der Neubau der Sparkassenhauptstelle eröffnet. Neben Werken bekannter Mönchengladbacher Künstler bildet die Wasser-Licht-Skulptur von Heinz Mack den Mittelpunkt der Kundenhalle.[4]
Weiterentwicklung
Marktveränderungen in den 1990er Jahren führen zur Entwicklung einer neuen Vertriebsstruktur. Privat- und Firmenkundenbetreuung wurden zu separaten Geschäftsbereichen und fachspezifische Betreuungscenter eingerichtet. Im Jahr 1997 ging die Stadtsparkasse Mönchengladbach erstmals mit ihrer eigenen Internetseite online. Am 1. Januar 2002 löste der Euro die DM ab. Vier Millionen Euro-Banknoten im Wert von 240 Millionen Euro sowie 25 Millionen Euro-Münzen mit einem Wert von 7,6 Millionen Euro orderte die Stadtsparkasse bei der Landeszentralbank.[4]
Zwei von drei Mönchengladbacher Bürgerinnen und Bürgern sind nach Unternehmensangeban heute Kunde der Stadtsparkasse.[4]
Gesellschaftliches Engagement
Die Stadtsparkasse engagiert sich, wie für Sparkassne üblich, mit Stiftungen, Spenden und Sponsoring für Initiativen und Vereine im Geschäftsgebiet. Gefördert werden neben Sport und Kultur auch Initiativen im Bereich Soziales und Umwelt.[5]
Stiftungen
Zum 125-jährigen Jubiläum wurde 1978 die „Sparkassenstiftung für Kunst und Wissenschaft“ gegründet. Das Stiftungskapital betrug eine Million D-Mark. Die zweite Stiftung trägt den Titel „Sparkassenstiftung für Mönchengladbach“ und wurde im Jahr 2000 ins Leben gerufen. Sie verfolgt soziale Zwecke, etwa bei der Ausstattung von Kindergärten durch Zuwendungen an Altenheime. Das Stiftungskapital belief sich bei Gründung auf eine Million D-Mark. Mit einem Anfangskapital von zwei Millionen Euro wurde am 1. Januar 2012 die Sparkassenstiftung für Jugend und Jugendsport in Mönchengladbach gegründet. Sie fördert Bildung und Erziehung, Jugendhilfe, Kunst und Kultur, Heimatpflege und Heimatkunde, Brauchtum sowie Sport ausschließlich für Kinder und Jugendliche in Mönchengladbach.[4] Das Gesamtkapital der drei Mönchengladbacher Sparkassenstiftungen beläuft sich derzeit auf 12,9 Millionen Euro.[5]
Spenden
Aus dem PS-Zweckertrag wurden seitens der Stadtsparkasse Mönchengladbach mehr als 20 Millionen Euro an örtliche Vereine, Kirchengemeinden und Vereinigungen insbesondere für die Jugendarbeit übergeben. Jährlich kommen mehr als eine halbe Millionen Euro hinzu. Beispielse für die Verwendung sind Verkehrssicherheitsbeutel für Erstklässler, Trikots und Trainingsanzügen, Musikwettbewerbe, Schultheater- oder auch Lerncoaching-Projekte. Weitere Schwerpunkte der Förderung durch die Sparkasse sind Brauchtum, Kunst und Kultur, etwa Benefizkonzerte, Ausstellungen und Uniformen für Karnevalsgesellschaften und Schützenvereine.[5]
Weblinks
- Offizielle Webpräsenz
- Stadtsparkasse Mönchengladbach in der Unternehmensdatenbank der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht