Stark Deutschland
dänische Unternehmensgruppe mit Sitz in Offenbach am Main (Deutschland)
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Die Stark Deutschland GmbH ist ein Unternehmen der dänischen Stark Group mit Sitz in Offenbach am Main. In rund 270 Niederlassungen erwirtschaften 2023/2024 über 5000 Mitarbeiter einen Jahresumsatz von 2,209 Milliarden Euro.[1] Das Unternehmen ging 2019 aus der Übernahme von Saint-Gobain Building Distribution Deutschland durch die Stark Group hervor.[2]
| Stark Deutschland GmbH | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 2019 |
| Sitz | Offenbach am Main |
| Leitung |
|
| Mitarbeiterzahl | 5328[1] |
| Umsatz | 2,209 Milliarden Euro[1] |
| Branche | Baustoffhandel |
| Website | www.stark-deutschland.de/ |
| Stand: 31. Juli 2024 | |
Geschichte

Die Geschichte der Stark Deutschland GmbH reicht zurück bis zur Gründung von Raab Karcher im Jahr 1848. Im Jahr 2000 übernahm die französische Compagnie de Saint-Gobain, ein international tätiger Industriekonzern, Raab Karcher vollständig.[3]
In der Folge entstand 2008 die Saint-Gobain Building Distribution Deutschland GmbH (SGBDD) als Dachgesellschaft für verschiedene Handelsmarken im Baustoffbereich.[3] Unter ihrem Dach versammelte sie in den Folgejahren neben Raab Karcher auch weitere Unternehmen mit Marken wie Keramundo und Muffenrohr.[4]
2015 verlegte das Unternehmen seinen Hauptsitz von Frankfurt nach Offenbach am Main.[5][6]
Zum 1. Oktober 2019 wurde die Saint-Gobain Building Distribution Deutschland GmbH von der Stark Group übernommen und firmiert seitdem unter dem Namen Stark Deutschland.[2] Zu der Zeit gehörte die Stark Group zum Investmentunternehmen Lone Star, bevor sie im Januar 2021 an CVC Capital Partners verkauft wurde.[7]
Ab 2021 wurde das Wachstum insbesondere durch Zukäufe vorangetrieben. Nach der Übernahme der Melle Gallhöfer Dach im Jahr 2021[8] wurden 2022 die Tröger-&-Entenmann-Unternehmensgruppe[9] sowie die Waiblinger-Konz-Gruppe übernommen.[10]
Unternehmensstruktur
Die Stark Deutschland GmbH ist ein Tochterunternehmen und deutsche Geschäftseinheit der Stark Group mit Sitz in Kopenhagen.[1] Vorsitzender der Geschäftsführung ist Marc Baumgartner.[11]
Im Geschäftsjahr vom 1. August 2023 bis zum 31. Juli 2024 erwirtschaftete die Unternehmensgruppe einen Umsatz von 2,209 Milliarden Euro und beschäftigte insgesamt 5328 Mitarbeiter.[1]
Geschäftsfelder
Der Baustoffhändler bietet über seine Vertriebsmarken Baustoffe und Dienstleistungen an.[6] Das Angebot reicht dabei von Roh- und Hochbau, Trockenbau, Garten- und Landschaftsbau, Baugeräte und Werkzeuge, Arbeitskleidung, Fliesen und Bodenbeläge über Angebote im Bereich Dach, Fassade und Photovoltaik bis hin zum Tiefbau (Versorgung, Entsorgung, Oberfläche).[7][8] Dabei verfügt die Stark Deutschland GmbH über verschiedene Eigenmarken, die in den deutschlandweiten Standorten vertrieben werden.[12]
Marken
Zur Unternehmensgruppe gehören folgende eigenständige Fachhändler-Marken:[12][13]
| Marke | Gründung | Geschäftsfeld |
|---|---|---|
| Raab Karcher | 1848 | Baustoffhandel |
| Keramundo | 1993 | Fliesenfachhandel |
| Balzer Gruppe | 1909 | Baufachhandel (Minderheitsbeteiligung) |
| Muffenrohr | 1918 | Tiefbauhandel |
| Melle Gallhöfer | 2017 | Dach- und Fassadenhandel |
Stark Deutschland verfügt zudem über Eigenmarken für verschiedene Produkte. Unter der Marke Kermos werden alle Produktlinien für die Innenraumausstattung gebündelt, darunter Fliesen, Bodenbeläge, Wandverkleidungen und Akustikpaneele.[14] Zur Marke Terralis gehören Produkte im Bereich Garten- und Landschaftsbau wie Terrassendielen, Platten- und Pflasterserien für den Außenbereich sowie Zaun-, Verlege- und Mörtelsysteme.[15][16][17]
Die Marke Raw umfasst professionelle Baumaterialien für Handwerker, darunter Baumaterialserien im Bereich Dach, Tief-, Hoch- und Ausbauprodukte.[14] Unter der Marke Raptor werden Werkzeuge und Handwerkerausstattung angeboten.[12][15]
Plattform des Bauens
Die „Plattform des Bauens“ ist ein Geschäftsmodell der Stark Deutschland und umfasst neben dem Handel mit Baustoffen auch Beratungsleistungen, Logistikdienste sowie die Vernetzung mit externen Partnern wie Handwerksbetrieben, Energieberatern und Architekten. Durch die Vernetzung sollen die verschiedenen Beteiligten des Bauprozesses (Hersteller, Planer, Ausführende und Bauherren) stärker miteinander verknüpft werden.[18]
Im Rahmen dieses Modells betreibt Stark Deutschland die „Welt der Sanierung“. Hierbei handelt es sich um eine Plattform, die Informationen zur Energiesanierung und Beratung zur Beantragung von Fördermitteln bietet. Außerdem wird über die Plattform zwischen Kunden und Fachunternehmen vermittelt.[19]
Modulares Bauen
Stark Deutschland ist im Bereich des modularen Bauens sowohl auf Baustellen (Onsite) als auch in der Belieferung von Fertigungsstätten (Offsite) tätig. Das Unternehmen liefert Baustoffe für die industrielle Vorfertigung von Bauelementen und Modulen und bietet Modulbauunternehmen Dienstleistungen für Materialbeschaffung, Logistik und Organisation an. Zudem koordiniert Stark Deutschland die Zusammenarbeit mit Lieferanten, vermittelt Nachunternehmer für Montagearbeiten und begleitet Bauprojekte.[20]
Nachhaltigkeit
Stark Deutschland verfolgt im Rahmen der Konzernstrategie der Stark Group ökologische und soziale Nachhaltigkeitsziele. Maßnahmen zur Reduktion von CO2-Emissionen umfassen unter anderem die Umstellung der Fahrzeugflotte auf emissionsärmere Antriebe[21][22] und die Umrüstung von Standorten auf Ökostrom. Ende 2021 bezogen 95 % der deutschen Niederlassungen Ökostrom.[23] Das Unternehmen orientiert sich an den konzernweit definierten Klimazielen, darunter die Reduktion der Treibhausgasemissionen auf Netto-Null bis zum Jahr 2050.[24]
Seit August 2024 stellt Stark Deutschland in Kooperation mit dem Institut Bauen und Umwelt (IBU) in seinem Onlineshop mehr als 5.000 Umweltproduktdeklarationen (Environmental Product Declaration, EPD) bereit. Diese liefern Angaben zu den Umweltauswirkungen von Baustoffen über ihren gesamten Lebenszyklus und sollen Bauherren, Planern und Handwerksbetrieben dabei helfen, Bauprojekte nach anerkannten Nachhaltigkeitsstandards zu planen und staatliche Fördermittel zu beantragen.[25]
Im November 2022 unterzeichnete die Geschäftsführung der Stark Deutschland zudem die Charta der Vielfalt.[23]
