Stavelot-Triptychon
[[Stavelot-Triptychon]] (um 1156/58; [[New York City]], [[Morgan Library & Museum]], Inv. Nr. AZ 001)
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Das Stavelot-Triptychon (auch Kreuzreliquiar-Triptychon von Stavelot) ist ein im 12. Jahrhundert entstandenes Kreuz-Reliquiar (Staurothek).


Das Triptychon zeigt den ältesten Zyklus mit Szenen aus der Kreuzauffindungslegende auf einem Reliquiar für Kreuzreliquien.
Geschichte
Das Triptychon kann mit Abt Wibald von Stablo und dem von ihm geleiteten Kloster Stablo/Stavelot in Verbindung gebracht werden wird zum Teil auf 1156–1158 datiert, zum Teil auf die Jahre um/vor 1150.[1] Stilistische Ähnlichkeiten und offenbar in beiden Fällen verwendete Werkzeuge deuten auf eine Herkunft aus derselben maasländischen Werkstatt wie das Alexanderreliquiar hin. Die beiden eingebetteten Miniatur-Triptychen sind aus mittelbyzantinischer Zeit und sind einige Jahrzehnte älter (um 1100).
Das Triptychon verblieb bis nach der Französischen Revolution in der Abtei. Der letzte Abt Célestin Thys nahm es bei seiner Flucht 1792 mit nach Hanau in Deutschland. 1910 wurde es von J. Pierpoint Morgan im Kunsthandel in London erworben, heute ist es Teil der Sammlung der Morgan Library & Museum in New York.[2]
Gestaltung
Der Mittelteil des Triptychons ist mit Mulden umrahmt, oben gerundet, mit Goldblech und vergoldetem Kupferblech verkleidet und mit Silberperlen und Edelsteinen verziert. Eingebettet sind zwei byzantinische Miniatur-Triptychen. Das kleinere zeigt innen auf goldenem Grund eine Kreuzigungsszene aus Email und außen die Verkündigung des Herrn. Das größere der eingebetteten Triptychen stellt – ebenfalls in Email – die vier Evangelisten, Heilige, Erzengel sowie Kaiser Konstantin den Großen und Kaiserin Helena dar. Darauf nehmen die Flügel des äußeren Triptychons Bezug und zeigen in je drei Medaillons Konstantin (u. a. die Kreuzesvision) und Helenas Auffindung des heiligen/wahren Kreuzes.
Literatur
- Joyce Brodsky: The Stavelot Triptych. Notes on a Mosan Work. In: Gesta. Band 11, 1, 1972, S. 19–33.
- William M. Voelkle: The Stavelot Triptych. Mosan art and the legend of the True Cross. The Pierpont Morgan Library, New York 1980, ISBN 0-87598-071-6.
- Helen C. Evans, William D. Wixom (Hrsg.): The glory of Byzantium. Art and culture of the Middle Byzantine era, A.D. 843–126 [Ausstellungskatalog Metropolitan Museum of Art]. New York 1997, ISBN 0-87099-777-7, S. 461–463 Nr. 301 (William M. Voelkle; Digitalisat).
- Marius Rimmele: Geronnene Riten: zum komplexen Verhältnis zwischen kommentierenden Bildern und inszenierendem Träger am Beispiel der Staurothek von Stavelot (ca. 1157). In: Carsten Juwig, Catrin Kost (Hrsg.): Bilder in der Archäologie – eine Archäologie der Bilder? Waxmann, Münster 2010, ISBN 978-3-8309-2321-3, S. 249–272.
- Holger Kempkens: Abt Wibald von Stablo und Corvey und seine Kunststiftungen. In: Holger Kempkens, Christiane Ruhmann (Hrsg.): Corvey und das Erbe der Antike. Kaiser, Klöster und Kulturtransfer im Mittelalter. Ausstellungskatalog Paderborn. Imhof, Petersberg 2024, ISBN 978-3-7319-1425-9, S. 555–569, hier S. 563–565.