Wikiwand AI

Stefan László

österreichischer katholischer Bischof der Diözese Eisenstadt From Wikipedia, the free encyclopedia

Stefan László (amtlich bis 1921 István László) (* 25. Februar 1913 in Preßburg, Österreich-Ungarn; † 8. März 1995 in Eisenstadt) war ein österreichischer römisch-katholischer Theologe und erster Bischof der Diözese Eisenstadt.

Denkmal für Stefan László in Trausdorf

Leben

Bischofswappen von Stefan László (Basilika Frauenkirchen, Österreich)

Stefan (István) László wurde am 25. Februar 1913 in Preßburg als Sohn des Vermessungsingenieurs Stefan László und der Volksschullehrerin Maria Czoklich geboren. Nachdem sein Vater als Offizier 1914 im Ersten Weltkrieg gefallen war, kehrte seine Mutter mit den beiden Kindern aus Preßburg in ihren bis zur Errichtung des Bundeslandes Burgenland (1921) zu Ungarn gehörenden Heimatort Trausdorf an der Wulka zurück, wo sie von 1915 bis 1938 als Lehrerin und von 1916 bis 1920 als Oberlehrerin (Schulleiterin) wirkte. Stefan László wuchs dreisprachig (Kroatisch, Ungarisch und Deutsch) auf.[1]

Er besuchte das Gymnasium in Eisenstadt, dann das Gymnasium Fichtnergasse in Wien-Hietzing, bevor er in das Knabenseminar Hollabrunn eintrat und am 22. Juni 1931 die Reifeprüfung am Bundesgymnasium Hollabrunn ablegte. Nach dem Eintritt in das Wiener Priesterseminar und dem Theologiestudium an der Universität Wien wechselte er 1933 an das neuerrichtete Burgenländische Priesterseminar und wurde am 19. Juli 1936 zum Priester geweiht. Er war 1936 bis 1937 Kooperator in Schandorf (Burgenland) und wurde 1937 in Wien zum Dr. theol. promoviert. Danach studierte er 1937 bis 1939 kanonisches Recht in Rom. Während seiner Zeit in Rom war er Kaplan am Kolleg Santa Maria dell’Anima.[2]

Von 1939 bis 1948 war er Sekretär an der Apostolischen Administratur des Burgenlandes und wurde dort am 5. Dezember 1949 Kanzleidirektor. Am 30. Jänner 1954 wurde er als Nachfolger von Joseph Schoiswohl zum Apostolischer Administrator des Burgenlandes bestellt. Am 20. September 1956 wurde er zum Titularbischof von Metellopolis ernannt und erhielt am 11. November 1956 in Eisenstadt die Bischofsweihe. Am 14. Oktober 1960 wurde er zum Bischof der neuerrichteten Diözese Eisenstadt ernannt.

Anlässlich seines 40-jährigen Bischofsjubiläums im Jahr 1996 referierten Joseph Ratzinger und Paul Zulehner bei einer Festveranstaltung.[3]

Am 28. Dezember 1992 wurde sein Rücktrittsgesuch angenommen. Er leitete bis zur Einführung seines Nachfolgers Paul Iby am 24. Jänner 1993 die Diözese als Apostolischer Administrator.

Er ist in der Krypta des Domes in Eisenstadt beigesetzt.

Ehrungen

Stefan László war seit 1956 Ehrenmitglied der katholischen Studentenverbindung K.a.V. Austro-Peisonia im ÖCV und seit 1992 Ehrenmitglied der K.Ö.L. Leopoldina Wien. Die Katholisch-Theologische Fakultät Zagreb verlieh 1989 László die Ehrendoktorwürde Dr. theol. h. c. In Trausdorf wurde der Doktor-Doktor-Stefan-Laszlo-Platz , in Mattersburg die DDr. Stefan Laszlo-Gasse und in Eisenstadt die Bischof Stefan Laszlo-Straße nach ihm benannt. Außerdem wird durch die Bischof-DDr.-Stefan-László-Gesellschaft der Bischof-DDr.-Stefan-László-Preis ausgelobt.[4]

Schriften (Auswahl)

  • Loretto im Burgenland. Beiträge zur Geschichte des Wallfahrtsortes und des Servitenkonventes. Universität Wien, Dissertation, Trausdorf a. d. W. 1936 (gedruckte Version: herausgegeben vom Pfarramt Loretto und den Freunden des Gnadenortes, Loretto 1994).
  • Die Stiftungsmessen. Beitrag zur Frage ihrer Natur und ihres Werdens. Bergland-Druckerei, Wien 1940 (Teildruck der Hochschulschrift, Pontificia Università Gregoriana, Dissertation, Rom 1939).
  • (Hrsg.): Priesterliche Spiritualität heute. Herder, Wien et al. 1977, ISBN 321024538X.
  • (Hrsg.): Anwalt des Glaubens, nicht ängstlicher Wächter. Grundperspektiven des seelsorglichen Dienstes in Kirche und Gesellschaft. St.-Martinsverlag, Eisenstadt 1981.
  • (Hrsg.): Rimski Misal. Za hrvatski narod gradišća. Biskupija Željezno, Željezno/Eisenstadt 1981.
  • Die Synoden der Diözese Eisenstadt. Ein Beitrag zur Rechts- und Kirchengeschichte. In: Hans Walther Kaluza, Hans R. Klecatsky, Heribert Franz Köck, Johannes Paarhammer (Hrsg.): Pax et iustitia. Festschrift für Alfred Kostelecky zum 70. Geburtstag. Duncker & Humblot, Berlin 1990, ISBN 978-3-428-46879-9, S. 591 ff.

Literatur

  • Diözese Eisenstadt auf dem Weg. Ihrem ersten Diözesanbischof DDr. Stefan László zum 80. Geburtstag. Diözese Eisenstadt, Eisenstadt 1993.
  • Katharina Ackerler: Bischof László und das Laienapostolat. Sein Beitrag zur Entwicklung des Laienapostolats in der Diözese Eisenstadt. Universität Wien, Diplomarbeit, Wien 2013.
  • Ildiko Farkas: Brückenbauer im Dienst der Kirche. Diözesanbischof Stefan Laszlo in Lebensbildern. St. Martins-Verlag, Eisenstadt 2013, ISBN 978-3-900120-06-1.
  • Ildiko Weinhäusel-Farkas: Stefan László. Beiträge zu einer Biographie des ersten Bischofs der Diözese Eisenstadt. Karl-Franzens-Universität Graz, Dissertation, Graz 2017 (Online).

Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks