Schandorf

Gemeinde im Bezirk Oberwart, Burgenland From Wikipedia, the free encyclopedia

Schandorf (kroatisch Čemba, ungarisch Csém, Romani Tschemba)[1] ist eine zweisprachige Gemeinde im Bezirk Oberwart im Burgenland in Österreich.

Schnelle Fakten Wappen, Österreichkarte ...
Schandorf
Čemba
WappenÖsterreichkarte
Wappen von SchandorfČemba
Schandorf (Österreich)
Schandorf (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Burgenland Burgenland
Politischer Bezirk: Oberwart
Kfz-Kennzeichen: OW
Fläche: 11,26 km²
Koordinaten: 47° 15′ N, 16° 25′ O
Höhe: 260 m ü. A.
Einwohner: 328 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 29 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7472
Vorwahl: 03364
Gemeindekennziffer: 1 09 32
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Schandorf 150
7472 Schandorf
Website: www.schandorf.at
Politik
Bürgermeister: Bernhard Herics (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2022)
(11 Mitglieder)
6
5
6 5 
Insgesamt 11 Sitze
Lage von Schandorf
Čemba im Bezirk Oberwart
Lage der Gemeinde Schandorf im Bezirk Oberwart (anklickbare Karte)Bernstein
Lage der Gemeinde Schandorf im Bezirk Oberwart (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Schließen
[[Vorlage:Bilderwunsch/code!/C:47.2425,16.418055555556!/D:typische Gesamtansicht der Gemeinde Schandorf
Čemba!/|BW]]

Der Anteil der Burgenlandkroaten beträgt 70 %, der deutschsprachige Bevölkerungsanteil beläuft sich auf 25 %. Kroatisch wird von 4 % der Bevölkerung als Umgangssprache angegeben.

Geografie

Die Gemeinde liegt im Südburgenland, 260 m über dem Meeresspiegel und umfasst ein Gebiet von 1.126 Hektar.

Schandorf ist der einzige Ort in der Gemeinde.

Panoramaansicht der Gemeinde Schandorf

Nachbargemeinden:

Schachendorf
Hannersdorf Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Ungarn

Geschichte

Tumulus im Bauernwald

Das Gebiet um Schandorf war schon in der alten Eisenzeit besiedelt und dürfte der Mittelpunkt des gesamten Gebietes gewesen sein. Im Schandorfer Wald befinden sich 170 Hügelgräber, die bis zu 16 Meter hoch sind und einen Durchmesser bis zu 40 Meter aufweisen. Die Gräber stammen aus der Hallstattzeit.

Urkundlich wurde die Dorfgemeinde im Jahre 1244 erstmals als „villa Chem“ genannt, als der ungarische König Béla IV. den Herren von Csém/Schandorf die alte Burg Óvár zur Neuerrichtung übergab. Damals war Schandorf ein deutsch besiedeltes Bauerndorf, das zur ungarischen Grenzwächter- und Schützensiedlung des Gyepűsystems gehörte.

Nachdem im 15. Jahrhundert das Schicksal Schandorfs eng mit der Herrschaft Schlaining unter Andreas Baumkircher verbunden war, kam der Ort 1537 in den Besitz der Grafen Batthyány, die das durch die Türkenkriege verödete und entvölkerte Dorf 1543 mit kroatischen Bauern neu besiedelten.

Das Gemeindesiegel von 1872 zeigt eine aufgestellte Getreidegarbe mit davor überkreuzten Getreiderechen mit Sense und trägt die ungarische Aufschrift „Csémi Község“ (Gemeinde Schandorf). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Csém verwendet werden.

Nach dem Anschluss des Burgenlandes an Österreich im Jahre 1921 kam Schandorf erst am 10. Jänner 1923 als eines der letzten Dörfer zu Österreich, Motiv für die Grenzziehung war nicht zuletzt der Verlauf der Pinkatalbahn.

Aufgrund des Gemeindestrukturverbesserungsgesetzes wurde Schandorf mit 1. Jänner 1971 gemeinsam mit Dürnbach und Schachendorf zur Großgemeinde Schachendorf vereint.[2] Seit 1995 ist Schandorf wieder eine eigene Gemeinde.[3]

Grenzübergang Schandorf–Narda

Seit 1. Juni 2007 besitzt die Gemeinde Schandorf einen Grenzübergang zu Ungarn, der ausschließlich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Pferd benutzt werden darf. Von diesem Grenzübergang gelangt man direkt in die ungarische Nachbargemeinde Narda.

Im März 2025 wurde mit dem Bau einer flachen Stahlbetonkuppel als Nachbau eines Hügelgrabs begonnen. Ihre Schalung wird durch Aufblasen zunehmend angehoben. Der Bau soll ein Hügelgrab nachbilden und 2026 für Besucher offenstehen und dieses lokale archäologische Thema vermitteln.[4]

Bevölkerungsentwicklung

Schandorf: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
 
641
1880
 
697
1890
 
670
1900
 
724
1910
 
719
1923
 
638
1934
 
624
1939
 
562
1951
 
536
1961
 
448
1971
 
409
1981
 
392
1991
 
342
2001
 
310
2011
 
288
2021
 
262
2025
 
328
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1. Jänner 2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Römisch-katholische Pfarrkirche Schandorf hl. Anna

Wirtschaft und Infrastruktur

Von den 19 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden sechs im Haupterwerb geführt. Diese bewirtschafteten über vierzig Prozent der 1000 Hektar Agrarflächen.[5][6][7]

Weitere Informationen Wirtschaftssektor, Anzahl Betriebe ...
Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 19 32 9 12
Produktion 7 1 5 -
Dienstleistung 14 10 23 11
Schließen

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Durch das Gemeindegebiet verläuft die Geschriebenstein Straße B56 von Norden nach Süden.

Politik

Gemeinderat

Gemeinderatswahl 2022
 %
60
50
40
30
20
10
0
42,82
(−13,19)
57,18
(+13,19)
20172022
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/TITEL zu lang
Gemeindeamt Schandorf

Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Anzahl der Wahlberechtigten insgesamt 11 Mitglieder.

Weitere Informationen Partei, Sti. ...
Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997
Partei 2022[8] 2017[9] 2012[10] 2007[11] 2002[12] 1997[12]
Sti. % M. Sti.%M. Sti.%M. Sti.%M. Sti.%M. Sti.%M.
ÖVP 207 57,18 6 15043,995 15643,095 12937,504 12239,874 10639,114
SPÖ 155 42,82 5 19156,016 20656,916 21562,507 17256,217 13148,346
FPÖ nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert 123,920 nicht kandidiert
LHL nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert 3412,551
Wahlberechtigte 395 380 397 391 341 293
Wahlbeteiligung 92,41 % 92,63 % 93,95 % 90,54 % 92,96 % 96,59 %
Schließen

Bürgermeister

Nachdem Josef Csencsics (SPÖ), der der Gemeinde seit der Gemeindetrennung von Schachendorf im Jahr 1996 vorstand, bereits im Oktober 2011 angekündigt hatte, dass er mit Ablauf der Funktionsperiode nicht mehr zur Verfügung stehen wird, wurde im Frühjahr 2012 vom Gemeinderat Gabriel zu dessen Nachfolger gewählt.[13][14] Bei der Bürgermeisterdirektwahl am 7. Oktober 2012 wurde er von den Wählern mit 59,73 % in seinem Amt bestätigt. Sein Mitbewerber Gernot Mager (ÖVP) kam auf 40,27 %.[10] Bei der Wahl am 1. Oktober 2017 verlor Mager erneut gegen Gabriel, der um 3,26 Prozentpunkte zulegen konnte und 62,99 % erreichte.[10] Mager wurde vom Gemeinderat neuerlich zum Vizebürgermeister gewählt.[15]

Bei der Wahl 2022 erhielt Bernhard Herics (ÖVP) im ersten Durchgang 58,24 Prozent der Stimmen und ist seitdem Bürgermeister von Schandorf, Vizebürgermeister wurde Werner Gabriel (SPÖ).[16]

Gemeindewappen

Das Wappen wurde der Gemeinde am 17. Juli 1998 von der burgenländischen Landesregierung verliehen.

Blasonierung: „In Gold ein roter Dreiberg von ineinandergeschobenen Hügeln aus dem ein roter Baum mit breiter Krone wächst belegt mit drei goldenen Ähren.
Die drei goldenen Ähren verweisen auf die Schandorfer Landwirtschaft, verheißen aber auch das lebensnotwendige Brot über Zeiten hinweg und zeugen vom Fleiß der GemeindebürgerInnen; die Farben Rot-Gold wurden zum Zeichen der Verbundenheit mit dem Land Burgenland gewählt.[17]

Persönlichkeiten

Commons: Schandorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI