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Steinkohlenteerdestillation

Auftrennung des Steinkohlenteers in nutzbare Bestandteile in einer Steinkohlenteerraffinerie From Wikipedia, the free encyclopedia

Als Steinkohlenteerdestillation bezeichnet man die Auftrennung des Steinkohlenteers in nutzbare Bestandteile in einer Steinkohlenteerraffinerie. Sie entwickelte sich teils vor und teils parallel zur Erdöldestillation.

Verfahren

Destillationskolonnen von Rütgers Chemicals in Castrop-Rauxel

Die Auftrennung erfolgt durch fraktionierte Destillation (zum Teil auch durch Vakuumdestillation). Dabei entstehen verschiedene Fraktionen, mit nachfolgender Rektifikation, Kristallisation und Extraktion, dabei können die unterschiedlichen Stoffe erhalten werden. Unterschieden werden folgende Verfahren:[1][2]

Produkte

Die Hauptprodukte der Steinkohlenteerdestillation sind Kreosot und Teerpech. Kreosot wurde früher zur Imprägnierung von Bahnschwellen genutzt, Teer fand ursprünglich vor allem im Straßenbau Verwendung.[4] Ein weiteres Produkt ist Anthracenöl, das hauptsächlich aus Phenanthren, Anthracen, Carbazol und weiteren hochsiedenden Verbindungen besteht, wie 2,3,6,7-Tetramethylnaphthalin, 1,2,3,4-Tetrahydroanthracen, 1,8-Dimethyldiphenylenoxid unter den neutralen und 7,8-Benzochinolin sowie 9,10-Dihydroacridein unter den basischen Bestandteilen.[5] Als wirtschaftlich wichtigstes Produkt gilt Pech. Es wird als Bindemittel für Söderberg-Elektroden in der Aluminiumherstellung sowie zur Herstellung von Ruß (Carbon Black) verwendet.

Geschichte

Die Steinkohlenteerdestillation entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem industriellen Verfahren, wobei der Chemiker Eduard Möhrle im 20. Jahrhundert durch die Einführung der kontinuierlichen Vakuumdestillation mit rektifizierender Kondensation maßgeblich zur wirtschaftlichen Rohteeraufarbeitung beitrug. Seine Weiterentwicklung legte den technischen Grundstein für die industrielle Gewinnung von Kohlechemikalien, während das Verfahren heute aufgrund der Petrochemie an Bedeutung verloren hat.[6][7]

Siehe auch

Einzelnachweise

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