Sternstunde der Mörder (Roman)

Roman von Pavel Kohout (1995) From Wikipedia, the free encyclopedia

Sternstunde der Mörder (Originaltitel tschechisch Hvězdná hodina vrahů) ist ein Roman des tschechischen Schriftstellers Pavel Kohout aus dem Jahr 1995. Er spielt in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs im deutsch besetzten Prag, beginnt wie ein klassischer Kriminalroman, entwickelt sich aber zu einer historisch-politischen Parabel über Gewalt und Moral. Die Suche nach einem Serienmörder ist Anlass für eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Verhalten von Menschen im Ausnahmezustand.

Pavel Kohout, der Autor des Romans, im Jahr 2019

Inhalt

Im Frühjahr 1945 wird in Prag eine deutsche Generalswitwe ermordet. Die Umstände lassen auf einen sadistischen Serientäter schließen, eine Annahme, die sich bald durch weitere bestialische Morde an Frauen bestätigt. Kriminalkommissar Beran und sein Assistent Morava von der tschechischen Polizei des von Deutschen kontrollierten Protektorats sind gezwungen, mit dem deutschen Gestapo-Beamten Buback zusammenzuarbeiten, dessen eigentliche Aufgabe darin besteht, herauszufinden, ob die Protektoratspolizei mit der tschechischen Widerstandsbewegung zusammenarbeitet.

Während die Polizei versucht, den Serienmörder zu fassen, verschärft sich die politische Lage: Im Mai, während die Rote Armee von Osten und die US Army von Westen her auf Prag vorrücken, kommt es in der Stadt zum Aufstand und die deutsche Besatzung bricht zusammen. In diesem Chaos kann der Täter untertauchen und weiter morden. Am Ende geht es nicht mehr nur um die Aufklärung eines Verbrechens, sondern um grundlegende Fragen von Schuld, Vergeltung und moralischer Verantwortung.

Kritik

Das unabhängige Online-Magazin Krimi-Couch gibt Pavel Kohouts einzigem Kriminalroman in der Leserwertung 97 und in der eigenen Rezension 86 von 100 möglichen Punkten. Die Rezensentin Eva Bergschneider schreibt: „Dem Autor ist mit 'Sternstunde der Mörder' einerseits ein packender Krimi mit vielschichtigen Figuren, vor allem aber ein kluges und engagiertes zeitgeschichtliches Portrait gelungen, das trotz der historischen Kulisse eine Fülle brandaktueller Aspekte diskutiert - eine außergewöhnliche Kombination aus guter Unterhaltung und geistiger Horizonterweiterung.“[1]

Verfilmung

„Sternstunde der Mörder“ wurde 2025 als deutsch-österreichische Co-Produktion für die gleichnamige TV-Miniserie verfilmt, deren Premiere beim Filmfest Hamburg gefeiert wurde. Regie führte Christopher Schier, das Drehbuch, das sich eng an die Romanvorlage hält, schrieben Klaus Burck und Florian Plumeyer.[2] Auch die Fernsehserie erhielt überwiegend gute Kritiken.

Ausgaben

  • Hvězdná hodina vrahů, Mláda Fronta, Prag 1995
  • Sternstunde der Mörder, Albrecht Knaus Verlag, München 1995
  • Sternstunde der Mörder, BTB Taschenbuch im Goldmann Verlag, München 1997

Einzelnachweise

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