Stundenweltrekord

Rekordleistung im Radsport From Wikipedia, the free encyclopedia

Beim Stunden­weltrekord versucht ein Radsportler, in einem einstündigen Zeitfahren eine möglichst lange Strecke auf einer Radrennbahn zurückzulegen. Die Bestleistungen gehören zu den offiziellen Weltrekorden, die der Weltverband UCI verwaltet.

Entwicklung des Stundenweltrekords der Frauen (Stand 2023)
Entwicklung des Stundenweltrekords der Männer (Stand 2022)

Der aktuelle Stundenweltrekord der Männer liegt seit dem 8. Oktober 2022 bei 56,792 Kilometern und wurde von dem Italiener Filippo Ganna im Tissot Velodrome in Grenchen aufgestellt. Der Stundenweltrekord der Frauen liegt bei 50,455 Kilometern und wurde am 10. Mai 2025 von der Italienerin Vittoria Bussi im Velódromo Bicentenario in Aguascalientes aufgestellt.

Die Geschichte des Stundenweltrekords

Erster Stundenweltrekord

Der erste, noch heute von der UCI anerkannte Stundenweltrekord von 35,325 km wurde am 11. Mai 1893 auf der Buffalo-Radrennbahn in Paris von dem Franzosen Henri Desgrange, dem späteren Gründer der Tour de France, aufgestellt.[1]

Bereits vor der Schaffung eines Reglements durch die UCI bzw. deren gab es 1873 eine erste dokumentierte Streckenmessung (14,4 oder 14,5 Meilen, etwa 23,331 km) einer einstündigen Schnellfahrt des Briten James Moore in England auf einem Hochrad. Bis 1888 (zuletzt 33,913 km) fuhren acht Männer, sieben Briten und ein Franzose, durchwegs in England insgesamt acht Prä-UCI-Stundenrekorde.[2]

Diversifizierung

Ab den 1950er Jahren führte die UCI getrennte Rekordlisten für professionelle Fahrer und Amateure und erstmals auch für Frauen. In den drei Kategorien wurde zudem nach Rekorden auf Sommer- und Winterbahnen, also offenen bzw. überdeckten Radrennbahnen unterschieden, wobei die Distanzen auf letzteren generell geringer waren. 1968, im Gefolge der Olympischen Sommerspiele in Mexiko, kamen Rekorde in Höhenluft hinzu, wobei die Grenze bei 600 Metern Meereshöhe festgelegt wurde. Es gab damit neun verschiedene Stundenweltrekorde. 1993 vereinfachte die UCI radikal das Reglement, seither gibt es nur noch einen einzigen Rekord bei Männern wie bei Frauen.[3]

Streit um die Definition des Rennrades

Das Rennrad, mit dem Eddy Merckx 1972 den Stundenweltrekord fuhr.
Das Rennrad, mit dem Jens Voigt 2014 nach der Regeländerung antrat.

In den 1980er und 1990er Jahren wurden Rekordversuche mehr und mehr mit speziell für diesen Zweck konstruierten Rädern gefahren. 1985 überbot beispielsweise der Italiener Francesco Moser den Weltrekord von Merckx mit einem übergroßen Hinterrad, und 1993 fuhr der Schotte Graeme Obree mit einem speziellen Lenker und einer von ihm entwickelten Körperposition – mit fast durchgestrecktem Ellbogen ähnlich wie Superman. Der Engländer Chris Boardman legte 1996 mit einer extremen Sitzposition, bei der er mit ausgestreckten Armen fuhr, eine Distanz von 56,375 km zurück. Mit einem herkömmlichen Rennrad konnte er den Stundenweltrekord von Eddy Merckx nur um zehn Meter überbieten.

Zwischen 1996 und 2000 erließ der Radsportweltverband Union Cycliste Internationale (UCI) mit dem Lugano Charter Beschränkungen für die Konstruktion von Fahrrädern.[4] Stundenweltrekorde sollten demnach nur noch mit herkömmlichen Rennrädern gefahren werden, die weitestgehend der technischen Ausstattung des 1972 von dem Belgier Eddy Merckx benutzten Rennrades mit klassischer Diamantrahmenform und Bügellenker entsprechen.[5] Die zwischen 1984 und 1996 erzielten Stundenweltrekorde mit aerodynamisch ausgefeilten Rennrädern und Sitzpositionen, die nach dem neuen Reglement nicht mehr zugelassen waren, wurden daher nachträglich umgedeutet und nur noch als „Beste Stundenleistungen“ (best human effort bzw. best hour performance) geführt. Damit wurden einerseits einheitliche Wettbewerbsbedingungen geschaffen, andererseits wurde der Stundenweltrekord von der technischen Entwicklung abgehängt, da Innovationen wie Zeitfahrlenker und Scheibenräder verboten blieben, während sie im Zeitfahren auf Straße und Bahn zulässig waren.

Neuere Entwicklung

Mit Wirkung vom 15. Mai 2014 wurden die Beschränkungen für das Rennrad auf den Stand von 1972 vollständig aufgehoben. Nunmehr muss das Rennrad nur den allgemeinen Regeln der UCI entsprechen, womit beispielsweise wieder Zeitfahrlenker zulässig sind.[5]

Der erste Stundenweltrekord unter diesen neuen Bedingungen wurde am 18. September 2014 von dem Deutschen Jens Voigt im schweizerischen Grenchen aufgestellt. 2021 gelang es Joscelin Lowden bei den Frauen und 2022 Filippo Ganna bei den Männern, die vor der Schaffung des Lugano Charters erzielten Bestleistungen auch unter dem neuen Reglement zu übertreffen. Letztere sind daher nur noch von historischer Bedeutung.

Technik und Regeln

Die für einen Stundenweltrekord notwendige hohe Geschwindigkeit erfordert sehr hohe Übersetzungsverhältnisse. Die Fahrer müssen in der Lage sein, diese mit einer relativ hohen Trittfrequenz zu treten. Die meisten Stundenweltrekorde wurden mit etwa 105/min gefahren.[6]

1994 fuhr Tony Rominger den (später zur Weltbestleistung erklärten) Stundenweltrekord mit einer 60/14-Übersetzung und 103/min.[7] 2014 wählte Voigt eine Übersetzung von 54/14,[8] 2015 Wiggins von 58/14.[9] Victor Campenaerts wählte für seinen Rekordversuch eine Übersetzung von 60/14,[10] nach Tests mit 59/14, 60/14, 61/14 und 63/15.[11]

Regularien

Die Bestimmungen für Weltrekorde im Bahnradsport werden im Abschnitt 3.5 der UCI-Regularien festgelegt,[12] Artikel 3.5.026ff bezieht sich speziell auf den Stundenrekord. Beim Stundenrekord befindet sich nur ein Rennfahrer alleine auf der Bahn. Der Start erfolgt aus dem Stand an der Verfolgerlinie, wo auch die Zeitnehmung erfolgt. Nach Vollendung der Stunde führt der Fahrer die Runde noch zu Ende. Aus Zahl der Runden und den Durchgangszeiten am Beginn und Ende der letzten Runde wird die in einer Stunde zurückgelegte Entfernung errechnet. Die so errechnete Distanz wird auf den nächsten vollen Meter abgerundet.

Weltrekorde werden in der Elite bei Frauen und Männern anerkannt, nicht jedoch im Juniorenbereich. Im Bahn-Paracycling werden Weltrekorde analog zum Bahnradsport anerkannt (Abschnitt 16.9 der UCI-Regularien[13]), aber nur in den Leistungsklassen B und C1 bis C5, d. h. für Tandems und Fahrräder, und nicht auf Dreirädern und Handbikes.

Darüber hinaus werden Weltbestleistungen im Dernyrennen (Artikel 3.5.034) sowie bei den Masters in Altersstufen von jeweils fünf Jahren festgehalten. Die Weltbestleistung im Dernyrennen wird zum 1. September 2026 abgeschafft.[14][15]

Die Entwicklung des Stundenweltrekords

Stundenweltrekorde der Männer

Die folgenden Rekorde wurden von der UCI bzw. deren Vorgängerorganisation ICA anerkannt. Zwischen 1950 und 1993 gab es mehrere Kategorien von Rekorden, getrennt nach Profis und Amateuren sowie Sommer- und Winterbahnen bzw. Höhenluftrekorden. Unten aufgeführt ist nur jeweils der höchste dieser Rekorde. Bis 1968 wurden diese auf Sommerbahnen aufgestellt, ab dann in Höhenluft, und zumeist von den Profis. Als einzigem Amateur gelang es Ercole Baldini, 1956 die Profis zu übertreffen. Zum Zeitpunkt der Reform von 1993, die diese Unterscheidungen abschaffte, hielt Francesco Moser alle drei Rekorde bei den Profis. Baldinis Marke hatte noch immer als Rekord der Amateure auf Sommerbahnen Bestand, Rekordhalter der Amateure auf Winterbahnen war Wjatscheslaw Jekimow mit 49,672 km, während John Frey deren Höhenluftrekord mit 49,947 km hielt.

Weitere Informationen Datum, Fahrer ...
Datum Fahrer Rad Distanz Velodrom
11. Mai 1893Dritte Französische Republik Henri DesgrangeKL 35,325 kmBuffalo-Radrennbahn / Paris
31. Oktober 1894Dritte Französische Republik Jules DuboisKL 38,220 kmBuffalo-Radrennbahn / Paris
30. Juli 1897Belgien Oscar Van Den EyndeKL 39,240 kmVélodrome de Vincennes / Paris
03. Juli 1898Vereinigte Staaten 45 Willie HamiltonKL 40,781 kmDenver Velodrome / Denver, Colorado, USA (outdoor, wood, 1600 m, altitude)[16][17]
24. August 1905Dritte Französische Republik Lucien Petit-BretonKL 41,110 kmBuffalo-Radrennbahn / Paris
20. Juni 1907Dritte Französische Republik Marcel BerthetKL 41,520 kmBuffalo-Radrennbahn / Paris
22. August 1912Schweiz Oscar EggKL 42,122 kmBuffalo-Radrennbahn / Paris
07. August 1913Dritte Französische Republik Marcel BerthetKL 42,741 kmBuffalo-Radrennbahn / Paris
21. August 1913Schweiz Oscar EggKL 43,525 kmBuffalo-Radrennbahn / Paris
20. November 1913Dritte Französische Republik Marcel BerthetKL 43,775 kmBuffalo-Radrennbahn / Paris
18. August 1914Schweiz Oscar EggKL 44,247 kmBuffalo-Radrennbahn / Paris
25. August 1933Niederlande Jan van HoutKL 44,588 kmRoermond[18]
28. September 1933Dritte Französische Republik Maurice RichardKL 44,777 kmSint-Truiden, Belgien
31. Oktober 1935Italien 1861 Giuseppe OlmoKL 45,090 kmVigorelli / Mailand
14. Oktober 1936Dritte Französische Republik Maurice RichardKL 45,325 kmVigorelli / Mailand
29. September 1937Niederlande Frans SlaatsKL 45,485 kmVelodromo Maspes-Vigorelli / Mailand
03. November 1937Dritte Französische Republik Maurice ArchambaudKL 45,767 kmVelodromo Maspes-Vigorelli / Mailand
07. November 1942Italien 1861 Fausto CoppiKL 45,798 kmVelodromo Maspes-Vigorelli / Mailand
29. Juni 1956Frankreich 1946 Jacques AnquetilKL46,159 kmVelodromo Maspes-Vigorelli / Mailand
19. September 1956Italien Ercole BaldiniKL 46,394 kmVelodromo Maspes-Vigorelli / Mailand
18. September 1957Frankreich 1946 Roger RivièreKL 46,923 kmVelodromo Maspes-Vigorelli / Mailand
23. September 1959Frankreich Roger RivièreKL 47,347 kmVelodromo Maspes-Vigorelli / Mailand
30. Oktober 1967Belgien Ferdi BrackeKL 48,093 kmVelodromo Olimpico / Rom
10. Oktober 1968Danemark Ole RitterKL 48,653 kmVelódromo Olímpico Agustín Melgar / Mexiko-Stadt
25. Oktober 1972Belgien Eddy MerckxKL 49,431 kmVelódromo Olímpico Agustín Melgar / Mexiko-Stadt
27. November 2000Vereinigtes Konigreich Chris BoardmanKL 49,441 kmManchester Velodrome / Manchester
19. Juli 2005Tschechien Ondřej SosenkaKL 49,700 kmKrylatskoje / Moskau
18. September 2014Deutschland Jens VoigtZF 51,115 kmVelodrome Suisse / Grenchen
30. Oktober 2014Osterreich Matthias BrändleZF 51,852 kmWorld Cycling Centre / Aigle
08. Februar 2015Australien Rohan DennisZF 52,491 kmVelodrome Suisse / Grenchen
02. Mai 2015Vereinigtes Konigreich Alex DowsettZF 52,937 kmManchester Velodrome / Manchester
07. Juni 2015Vereinigtes Konigreich Bradley WigginsZF 54,526 kmLee Valley Velodrome / London
16. April 2019Belgien Victor CampenaertsZF 55,089 kmVelódromo Bicentenario / Aguascalientes
19. August 2022Vereinigtes Konigreich Daniel BighamZF 55,548 kmTissot Velodrome / Grenchen
8. Oktober 2022Italien Filippo GannaZF 56,792 kmTissot Velodrome / Grenchen
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KL=Klassisch   ZF=mit Zeitfahrlenker

Beste Stundenleistung

Weitere Informationen Datum, Fahrer ...
Datum Fahrer Rad Distanz Velodrom
19. Januar 1984 Italien Francesco Moser SP 50,808 km Velódromo Olímpico Agustín Melgar / Mexiko-Stadt
23. Januar 1984 Italien Francesco Moser SP 51,151 km Velódromo Olímpico Agustín Melgar / Mexiko-Stadt
17. Juli 1993 Vereinigtes Konigreich Graeme Obree SP 51,596 km Hamar
23. Juli 1993 Vereinigtes Konigreich Chris Boardman SP 52,270 km Stadium Vélodrome de Bordeaux Lac / Bordeaux
27. April 1994 Vereinigtes Konigreich Graeme Obree SP 52,713 km Stadium Vélodrome de Bordeaux Lac / Bordeaux
02. September 1994 Spanien Miguel Indurain SP 53,040 km Stadium Vélodrome de Bordeaux Lac / Bordeaux
22. Oktober 1994 Schweiz Tony Rominger SP 53,832 km Stadium Vélodrome de Bordeaux Lac / Bordeaux
05. November 1994 Schweiz Tony Rominger SP 55,291 km Stadium Vélodrome de Bordeaux Lac / Bordeaux
07. September 1996 Vereinigtes Konigreich Chris Boardman SP 56,375 km Manchester Velodrome / Manchester
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SP=Spezialräder

Stundenweltrekorde der Frauen

Molly Shaffer Van Houweling nach ihrem Weltrekord am 13. September 2015

Vor 1993 führte die UCI bis zu drei verschiedene Weltrekorde, und zwar auf Sommer- bzw. Winterbahnen und in Höhenluft. Unten aufgeführt ist nur jeweils der höchste dieser Rekorde. Diese wurden mit einer Ausnahme auf Sommerbahnen erzielt, der von Maria Cressari 1972 in Höhenluft. 1993, zum Zeitpunkt der Vereinheitlichung, hatte Jeannie Longo alle drei Rekorde inne.

Weitere Informationen Datum, Fahrerin ...
Datum Fahrerin Distanz Velodrom
07. Juli 1955 Sowjetunion 1955 Tamara Nowikowa 38,473 km Irkutsk
18. September 1957 Frankreich 1946 Renée Vissac 38,569 km Vigorelli / Mailand
25. September 1958 Vereinigtes Konigreich Mildred Robinson 39,718 km Vigorelli / Mailand
09. November 1958 Luxemburg Elsy Jacobs 41,347 km Vigorelli / Mailand
25. November 1972 Italien Maria Cressari 41,471 km Velódromo Olímpico Agustín Melgar / Mexiko-Stadt
16. September 1978 Niederlande Keetie van Oosten-Hage 43,082 km München
18. Oktober 2000 Australien Anna Wilson 43,501 km Hisense Arena / Melbourne
05. November 2000 Frankreich Jeannie Longo-Ciprelli 44,767 km Velódromo Olímpico Agustín Melgar / Mexiko-Stadt
07. Dezember 2000 Frankreich Jeannie Longo-Ciprelli 45,094 km Velódromo Olímpico Agustín Melgar / Mexiko-Stadt
01. Oktober 2003 Niederlande Leontien Zijlaard-van Moorsel 46,065 km Velódromo Olímpico Agustín Melgar / Mexiko-Stadt
13. September 2015 Vereinigte Staaten Molly Shaffer Van Houweling 46,273 km Velódromo Bicentenario / Aguascalientes
22. Januar 2016 Australien Bridie O’Donnell 46,882 km Adelaide Super-Drome / Adelaide
27. Februar 2016 Vereinigte Staaten Evelyn Stevens 47,980 km 7-Eleven Velodrome Track / Colorado Springs
13. September 2018 Italien Vittoria Bussi 48,007 km Velódromo Bicentenario / Aguascalientes
30. September 2021 Vereinigtes Konigreich Joscelin Lowden 48,406 km Tissot Velodrome / Grenchen
23. Mai 2022 Niederlande Ellen van Dijk 49,254 km Tissot Velodrome / Grenchen
13. Oktober 2023 Italien Vittoria Bussi 50,267 km Velódromo Bicentenario / Aguascalientes
11. Mai 2025 Italien Vittoria Bussi 50,455 km Velódromo Bicentenario / Aguascalientes
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Beste Stundenleistung

Weitere Informationen Datum, Fahrerin ...
Datum Fahrerin Distanz Velodrom
20. September 1986 Frankreich Jeannie Longo 44,770 km Colorado Springs
23. September 1987 Frankreich Jeannie Longo 44,933 km Colorado Springs
01. Oktober 1989 Frankreich Jeannie Longo 46,352 km Mexiko-Stadt
29. April 1995 Frankreich Catherine Marsal 47,112 km Bordeaux
17. Juni 1995 Vereinigtes Konigreich Yvonne McGregor 47,411 km Manchester
26. Oktober 1996 Frankreich Jeannie Longo-Ciprelli 48,159 km Mexiko-Stadt
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Paracycling

Im Paracycling werden Stundenweltrekorde erst seit einer Regeländerung Anfang 2016 offiziell anerkannt.[19] Einige der unten genannten Rekorde fanden daher erst nachträglich Anerkennung.

Bei den Männern bestehen zurzeit folgende Weltrekorde:[20]

Weitere Informationen Klasse, Datum ...
Klasse Datum Fahrer Distanz Velodrom
C5 14. August 2025 Großbritannien Will Bjergfelt 51,471 km Konya Velodromu
C5 13. Dezember 2014 Italien Andrea Tarlao 47,569 km Montichiari
C4 12. Oktober 2023 Vereinigte Staaten John Terrell 47,904 km Aguascalientes
C3 8. Januar 2005 Vereinigtes Konigreich Darren Kenny 41,817 km Manchester
C2 16. Juli 2022 Belgien Ewoud Vromant 46,521 km Grenchen
C1 30. November 2018 Deutschland Michael Teuber 42,583 km Berlin
B 29. November 1997 FrankreichFrankreich Hervé Deschamps / Guy Rouchouze 49,625 km Bordeaux
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Bei den Frauen besteht derzeit nur ein Rekord in der Klasse C5:[21]

Weitere Informationen Klasse, Datum ...
Klasse Datum Fahrerin Distanz Velodrom
C5 28. Februar 2015 Vereinigtes Konigreich Sarah Storey 45,502 km London
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Weitere Weltbestleistungen

Bei den Masters (Senioren) erkennt die UCI Weltbestleistungen in den Altersklassen 30–34, 35–39, 40–44 usf. an. Eine Weltbestleistung wird auch dann anerkannt, wenn sie in einer höheren Altersklasse überboten wurde. Älteste Rekordinhaber sind Robert Marchand in der Klasse 105+ sowie die Amerikanerin Patricia Baker in der Klasse 80–84.[22][23]

Im Dernyrennen werden die Weltbestleistungen bei den Männern durch den Niederländer Maas van Beek mit 66,639 km und bei den Frauen durch die Australierin Adelia Neethling mit 52,406 km gehalten.

Liegeräder

Außerhalb der UCI werden Stundenweltrekorde auch für andere von Muskelkraft betriebene Fahrzeuge gepflegt, deren Rekorde deutlich über dem mit klassischem Rennrad liegen.

Die Französin Barbara Buatois fuhr mit einem vollverkleideten Liegerad am 19. Juli 2009 im US-amerikanischen Romeo eine Strecke von 84,02 km, womit sie als erste Frau eine Strecke von mehr als 80 km in einer Stunde mit einem Liegerad zurücklegte. Den aktuellen Stundenweltrekord der Männer hält der Schweizer Francesco Russo; er fuhr am 26. Juni 2016 im deutschen Klettwitz 92,43 km.[24] Die in Europa gefahrenen Stundenweltrekorde auf vollverkleideten Muskelkraftfahrzeugen werden von der World Human Powered Vehicle Association (WHPVA) anerkannt. Rekorde, die auf dem nordamerikanischen Kontinent gefahren werden, werden von der International Human Powered Vehicle Association (IHPVA) anerkannt.

Folgende Rekorde wurden nach dem IHPVA-Reglement, also mit Liegerädern erbracht:[25]

Weitere Informationen Datum, Fahrer ...
Datum Fahrer Distanz Ort
5. Mai 1979Ron Skarin51,31 kmOntario, CA
4. Mai 1980Eric Edwards59,45 kmOntario, CA
29. September 1984Fred Markham60,35 kmIndianapolis, IN
10. September 1985Richard Crane66,30 kmEngland
28. August 1986Fred Markham67,01 kmVancouver, BC
15. September 1989Fred Markham73,00 kmAdrian, MI
8. September 1990Pat Kinch75,57 kmBedfordshire, England
27. Juli 1996Lars Teutenberg78,04 kmMünchen, Deutschland
29. Juli 1998Sam Whittingham79,14 kmBlainville, Canada
7. August 1999Lars Teutenberg81,16 kmDudenhofen, Deutschland
27. Juli 2002Lars Teutenberg82,60 kmDudenhofen, Deutschland
19. November 2003Sam Whittingham83,72 kmUvalde, TX
31. Juli 2004Sam Whittingham84,22 kmDudenhofen, Deutschland
2. Juli 2006Fred Markham85,99 kmCasa Grande, AZ
10. April 2007Sam Whittingham86,77 kmCasa Grande, AZ
12. Juli 2008Damjan Zabovnik87,12 kmSchipkau, Deutschland
19. Juli 2009Sam Whittingham90,60 kmRomeo, MI
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Siehe auch

Wiktionary: Stundenweltrekord – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Literatur

  • Die Geschichte des Stunden-Weltrekords. In: Radsport, November/1984, Deutscher Sportverlag Kurt Stoof, Köln, S. 11–13

Einzelnachweise

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