Sulfolobus acidocaldarius

Art der Gattung Sulfolobus From Wikipedia, the free encyclopedia

Sulfolobus acidocaldarius gehört zu den hyperthermophilen Archaea. Man findet die kokkenförmigen Archaeen der Gattung Sulfolobus (Familie Sulfolobaceae im Phylum Thermoproteota (früher „Crenarchaeota“)[2]) an Schwefelkristallen in heißen, hydrothermalen Quellen.

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Sulfolobus acidocaldarius
Systematik
Abteilung: Thermoproteota
Klasse: Thermoprotei
Ordnung: Sulfolobales
Familie: Sulfolobaceae
Gattung: Sulfolobus
Art: Sulfolobus acidocaldarius
Wissenschaftlicher Name
Sulfolobus acidocaldarius
Brock et al., 1972[1]
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Lebensweise

Sulfolobus acidocaldarius kommt in der Umgebung von Vulkanen vor. Es lebt dort in schwefelreichen Quellen, die eine Temperatur bis zu 90 °C erreichen können und einen pH-Wert von 1 bis 5 aufweisen.

Sulfolobus acidocaldarius ist aerob und sein Temperaturoptimum liegt bei 75 °C. Das Temperaturminimum (die Temperatur die diese Archaeen brauchen, um überhaupt wachsen zu können) liegt bei 55 °C. Das pH-Optimum ist bei 2–3.

Sulfolobus acidocaldarius gehört zu den eisenoxidierenden Mikroorganismen. Zur Energiegewinnung können diese Einzeller verschiedene Substrate nutzen. Sie sind fähig, sowohl chemolithotroph Schwefelwasserstoff oder elementaren Schwefel zu Schwefelsäure zu oxidieren und CO2 als Kohlenstoffquelle zu nutzen, als auch chemoorganotroph zu wachsen, indem Fe2+ zu Fe3+ oxidiert wird.[3]

Verwendung

Bei der Hochtemperaturlaugung von Kupfer- und Eisenerzen kommt Sulfolobus zum Einsatz, da er Fe2+ zu Fe3+ oxidieren kann.

Mit der Entdeckung von Sulfolobus und ähnlichen thermostabilen Archaeen (wie z. B. Acidianus) ab 1970, wurde der Grundstein für die hyperthermophile Mikrobiologie gelegt. Sulfolobus war der erste Prokaryot, bei dem Wachstum bei über 80 °C festgestellt wurde.

Gattung und Familie

Weitere Mitglieder der Gattung Sulfolobus sind Sulfolobus tengchongensis und Sulfolobus islandicus. Sulfolobus tengchongensis wird vom Sulfolobus-Virus STSV1 parasitiert. Die beiden Spezies Sulfolobus shibatae und Sulfolobus solfataricus wurden inzwischen innerhalb der Familie Sulfolobaceae in die Gattung Saccharolobus gestellt.[4][5][6]

  • Evolutionary Insight: New Connection Discovered Between Primordial Organisms and Complex Life, auf: SciTechDaily vom 28. August 2020, Quelle: Lancaster University
  • Gabriel Tarrason Risa, Fredrik Hurtig, Sian Bray, Anne E. Hafner, Lena Harker-Kirschneck, Peter Faull, Colin Davis, Dimitra Papatziamou, Delyan R. Mutavchiev, Catherine Fan, Leticia Meneguello, Andre Arashiro Pulschen, Gautam Dey, Siân Culley, Mairi Kilkenny, Diorge P. Souza, Luca Pellegrini, Robertus A. M. de Bruin, Ricardo Henriques, Ambrosius P. Snijders, Andela Šaric, Ann-Christin Lindås, Nicholas P. Robinson, Buzz Baum: The proteasome controls ESCRT-III–mediated cell division in an archaeon. In: Science. Band 369, Nr. 6504, 2020, eaaz2532, doi:10.1126/science.aaz2532 online, siehe auch Proteasom.

Einzelnachweise

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