Susanna Müller (Redaktorin)
Redaktorin, Autorin und Hauswirtschaftslehrerin
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Susanna Müller (* 12. September 1829 in Hummelwald, Gemeinde Wattwil; † 16. Oktober 1905 in Wil; heimatberechtigt in Wattwil) war eine Schweizer Redaktorin, Autorin und Hauswirtschaftslehrerin.
Leben
Herkunft, Bildung
Müller wuchs in einer einfachen, reformierten Bauernfamilie auf und genoss eine dürftige Schulbildung an fünf Halbtagen in der Woche zur Sommerszeit. Bereits mit fünf Jahren lernte sie das Spulen, mit acht Jahren schliesslich das Weben. Ihre Mutter verschaffte der wissbegierigen Tochter Lesestoff zu den Themen Gesundheit, Krankenpflege, Nahrung sowie Haus- und Landwirtschaft. Als mit 16 Jahren ihre Mutter starb, musste sie den Haushalt übernehmen. Nach gut drei Jahren verliess sie das Elternhaus. Sie wurde schliesslich in Handarbeit ausgebildet.[1]
Beruf, Werk
Sie erhielt eine Stelle als Handarbeitslehrerin an der Schule Hummelwald, gründete später eine Kleinkindschule und wurde in Wattwil schliesslich als Lehrerin angestellt. Sie bildete sich schliesslich in Basel weiter, kehrte schliesslich wieder in den Schulbetrieb nach Wattwil zurück.[1]
1860 gab sie die Briefsammlung Das fleissige Hausmütterchen heraus. 1866 zog sie nach Zürich und gab unter demselben Titel von 1866 bis 1870 eine Monatsschrift heraus. Das fleissige Hausmütterchen war ein Bestseller, sogar nach ihrem Tod. Bis 1964 erhielt das Werk 30 Auflagen und wurde auf Französisch sowie Russisch übersetzt.[1][2] Das Buch gilt heute als eines der ersten Schweizer Kochbücher.[3]
Sie führte in Zürich eine Pension und entwickelte und patentierte 1885 einen Kocher, der nicht nur in Privathaushalten, sondern auch der Schweizer Armee genutzt wurde.[1][4]
Gesundheitliche Probleme, Tod, Ehrungen
Durch die jahrelange harte Arbeit litt Müller gesundheitlich stark. Mit 73 Jahren erlitt sie eine Lähmung und wurde bettlägerig. Als Rechtshänderin musste sie ihre Schreibhand auf links umstellen. Sie verbrachte die letzten Lebensjahre im Altersasyl in Wil. Sie starb dort am 16. Oktober 1905.[1]
Ihr zur Ehre wurde in Wattwil eine Strasse nach ihr benannt.[1]
Literatur
- Marianne Bargagna: Susanna Müller «Das fleissige Hausmütterchen» – ein Bestseller. In: Marina Widmer, Heidi Witzig, Renate Bräuniger (Hrsg.): St. Galler Frauen – 200 Porträts. blütenweiss bis rabenschwarz. Limmat Verlag, Zürich 2003, S. 288 f.
- O. E.: Susanna Müller. In: Zürcher Wochenchronik. Nr. 44, 4. November 1905, S. 345 f. (Online).
Weblinks
- Wolfgang Göldi: Susanna Müller. In: Historisches Lexikon der Schweiz.