Sushila Karki
nepalesische Interimsregierungschefin
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Sushila Karki (Nepali सुशीला कार्की; * 7. Juni 1952 in Biratnagar) ist eine nepalesische Juristin und Politikerin, die nach Antiregierungsprotesten in Nepal vom 12. September 2025 bis zum 27. März 2026 als Interimsregierungschefin Nepals eingesetzt wurde und damit als erste Frau das Land führte.[1][2][3] Zuvor war sie Vorsitzende Richterin am Obersten Gerichtshof Nepals. Karki gilt in der Öffentlichkeit als integer.[4][5]

Leben
Karki wurde am 7. Juni 1952 in Biratnagar geboren.[3] Nach einem Bachelorabschluss (1972) am Mahendra Morang College in Biratnagar (Tribhuvan University) schloss sie 1975 an der Banaras Hindu University ein Masterstudium in Politikwissenschaft ab und erwarb 1978 an der Tribhuvan University den Bachelor of Laws.[3]
Ihre juristische Laufbahn begann sie 1979 als Anwältin; 2004 wurde sie zur Senior Advocate ernannt.[3] Es folgten Ernennungen zur Ad-hoc-Richterin (2009) und zur ständigen Richterin (2010) am Obersten Gerichtshof; vom 13. April bis 10. Juli 2016 war sie kommissarische Gerichtspräsidentin und amtierte vom 11. Juli 2016 bis 6. Juni 2017 als erste weibliche Chief Justice des Obersten Gerichtshofs Nepals.[3][6]
Weniger als ein Jahr nach Amtsantritt betrieben zwei Regierungsparteien ein Amtsenthebungsverfahren gegen sie, nachdem das Gericht die Ernennung eines neuen Polizeichefs aufgehoben hatte; der Vorstoß wurde nach öffentlichem Druck fallengelassen.[7] Das UN-Menschenrechtsbüro bezeichnete den Versuch der Amtsenthebung als politisch motiviert.[7] In der Bevölkerung galt Karki während ihrer Zeit als Gerichtspräsidentin als beliebt.[2] Sie erwarb sich den Ruf einer integeren Kämpferin gegen Korruption.[4][7]
Karki ist mit dem nepalischen Congress-Politiker Durga Subedi verheiratet.[6] Sie gehörte 2007 dem Komitee zur Ausarbeitung der Übergangsverfassung an und war als Chief Justice u. a. Vorsitzende des Judicial Council und der Judicial Service Commission.[3] 2011 veröffentlichte sie das Buch Gender Equality (nepali).[3] Zu ihren Auszeichnungen zählen u. a. der Mahendra Bikram Smarak Trust Award (1985) und der Sambhav Kanoon Puraskar (2004).[3]
Wirken
Nach einer zeitweiligen Blockade sozialer Netzwerke kam es Anfang September 2025 zu Protesten in Nepal. Dabei ging die Polizei gewaltsam gegen Demonstrierende vor. Nach Polizeiangaben starben mindestens 51 Menschen.[2][6] In der Folge trat Ministerpräsident Khadga Prasad Oli zurück; das Militär übernahm die Kontrolle über die Hauptstadt und vermittelte Verhandlungen über eine Übergangsregierung zwischen Vertretern der Protestbewegung, den Streitkräften und dem Präsidenten.[5][1]
Am Abend des 12. September 2025 legte Karki ihren Amtseid ab und übernahm als erste Frau die Führung einer Regierung in Nepal; vereidigt wurde sie von Präsident Ram Chandra Paudel.[1][6] Sie wurde maßgeblich von studentischen Anführern der sogenannten Gen-Z-Proteste unterstützt; öffentlich sprach sich auch Kathmandus Bürgermeister Balen Shah für sie aus.[7][4][6]
Am selben Tag löste der Staatspräsident das nepalesische Parlament auf; Karki sollte binnen der kommenden Monate ein Kabinett bilden und Neuwahlen vorbereiten.[7] Die vorgezogene Neuwahlen fand am 5. März 2026 statt.
In einem Interview erklärte Karki, ihr erster Fokus gelte den bei den Protesten Getöteten und Verletzten und ihren Familien; außerdem wolle sie rasch die Neuwahlen ermöglichen und Korruption bekämpfen.[6]
Zu den unmittelbaren Aufgaben ihrer Regierung zählen die Wiederherstellung von Recht und Ordnung, die Instandsetzung beschädigter Parlaments- und Regierungsgebäude sowie die Aufarbeitung der Gewalt.[4]
Das Militär patrouillierte unterdessen in Kathmandu und verhängte Ausgangssperren, während die Sicherheitslage stabilisiert werden sollte.[1][7]
Karki besuchte nach ihrer Ernennung den Protestschauplatz in Kathmandu und traf Verletzte in einem Krankenhaus.[4] Die Proteste hatten sich von der Kritik an der Blockade sozialer Netzwerke zu einer breiteren, von Korruptionsvorwürfen gegen die politische Elite gespeisten Bewegung ausgeweitet, in deren Verlauf auch Parlaments- und Regierungsgebäude in Brand gesetzt wurden.[4][7]
Am 27. März 2026 wurde Balen Shah als ihr Nachfolger zum Premierminister Nepals ernannt.